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Die Weissagung des Drachen von Schleheck, Regina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2014
  • Verlag: 110th
eBook (ePUB)
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Die Weissagung des Drachen

Zwei Kinder, die fern aller Zivilisation in einem idyllischen Tal inmitten des gigantischen Aponunglabaumwaldes aufwachsen, liebevoll betreut von einer Mutter, einem Falken und merkwürdigen Wasserwesen - das ist der Ausgangspunkt dieser Fantasyerzählung. Wie es den beiden gelingt, allen Widrigkeiten zum Trotz nicht nur einen Weg zurück zu den Menschen zu finden, das Geheimnis ihrer Herkunft, sondern vor allem die Verstrickung ihres Schicksals in einen folgenschweren dramatischen Konflikt aufzudecken, ist in der 'Weissagung des Drachen' bereits vorgegeben. Lesealter empfohlen ab: 12 Jahren Zwanzig Jahre, die sie den eigenen fünf Kindern vorlas, gaben Regina Schleheck neben der eigenen Lesewut, dem Literaturstudium und jahrzehntelanger freiberuflicher und schulischer Lehrtätigkeit den letzten Anstoß zur eigenen Autoren- und Herausgebertätigkeit. Dabei gibt es fast kein Genre, in dem sie sich nicht schon erfolgreich bewährte, abzulesen an zahlreichen Auszeichnungen im Bereich Hörspiel, Drehbuch, Kindertheater und immer wieder Kurzprosa, die sie seitdem erhielt. Ihr Erzählstil umfasst ein großes Spektrum von Bitterböse über Augenzwinkernd bis Märchenhaft - wie eben in der 'Weissagung des Drachen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 30.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958651296
    Verlag: 110th
    Größe: 209 kBytes
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Die Weissagung des Drachen

Coras Name war eigentlich Coraggia, was so viel heißt wie tapfer. Ihre Mutter Fiora hatte sie so genannt, weil sie schon gleich nach der Geburt so anhaltend und wütend schreien konnte, wenn ihr etwas nicht passte, und ebenso zielstrebig und energisch deutlich machen konnte, was sie wollte. Am meisten liebte sie gute Speisen. Cora war eine ausgesprochene Feinschmeckerin. Das war auch sehr verständlich, denn da, wo sie aufwuchs, hatte das Leben nicht viel zu bieten.

Tim hingegen hieß mit richtigem Namen Timido, der Ängstliche, weil er, als Coras Mutter ihn bekam, so jämmerlich gewinselt und so erbärmlich gezittert hatte, dass Fiora gar nicht anders konnte als ihn in die Arme zu schließen und mit ihrem überreichlichen Milchsegen hochzupäppeln.

Dass sie so viel Milch hatte, war aber nur Cora zu verdanken. Sie saugte so energisch an der mütterlichen Brust, dass die Milch heftig einschoss und Tim sich auf der anderen Seite trotz seines zaghaften Nippens regelmäßig verschluckte.

Fiora, Tim und Cora lebten nach Fioras Berechnung schon zehn Jahre in einer völlig unzugänglichen Schlucht mitten in dem riesigen Aponunglabaumwald, der sich über viele, viele Tagereisen südlich von Fioras Heimatdorf erstreckte. Der Wald war so groß und undurchdringlich, dass Fiora noch von keinem Menschen gehört hatte, dem es gelungen war, ihn zu durchqueren und heil wieder zurückzukommen.

Wie sie dort hingekommen waren, das wussten die Kinder nur aus Fioras Erzählungen. Manchmal hatte auch Akeo, der alte Nöck, der sich regelmäßig nach ihrem Wohlergehen erkundigte, ein paar Bemerkungen dazu fallen gelassen. Aber die Nöcks waren Wasserwesen und im Allgemeinen sehr wortkarg. Insbesondere schienen sie aber darauf bedacht, alles, was mit der Anwesenheit der drei Menschen in ihrem Reich zu tun hatte, im Dunkeln zu lassen. Sie hatten sie aufgenommen und halfen ihnen, soweit es in ihrer Macht stand, - aber ziehen lassen wollten sie sie anscheinend nicht.

Wenn Fiora von früher erzählte, dann wurde ihre Stimme brüchig, und sie sah die Kinder nicht an. Es geschah nicht häufig. Nur ganz wenige Male, als sie abends am Feuer vor ihrer kleinen Hütte am Ufer des großen Sees in der Mitte der Schlucht saßen, hatte Fiora die Vergangenheit aufleben lassen. Tim kuschelte sich dann eng an sie, mit einer Hand in ihren Haaren kraulend. Cora hockte näher am Feuer, stocherte in der Glut, kleine Funkenregen erzeugend, die unter dem Sternenhimmel verglommen. Fioras Blick ging über die Berggipfel, die sich rundherum auftürmten, und verlor sich in der Ferne.

Fiora hatte in einem kleinen Menschendorf dicht am Rand des Aponunglabaumwaldes gelebt. Sie war dort aufgewachsen, und als sie in das Alter kam, in dem die Menschenkinder heiraten, hatte sie den Schmied Albero gewählt, der um sie warb.

"Was ist ein Schmied, Fiora?", wollten die Kinder wissen. Und dann musste sie erklären, was die Menschen da draußen für Künste beherrschten und wie das Leben im Dorf aussah.

"Erzähl uns von Albero", bat Cora sie. Fioras Stimme wurde weich, wenn sie von ihm sprach.

Albero war der kräftigste junge Mann des ganzen Dorfes gewesen. Und so eigensinnig! Er gab sich nie mit dem zufrieden, was alle anderen auch konnten. Er wollte immer etwas Besonderes schaffen. Seine Hütte lag direkt am Wald, etwas oberhalb des Dorfes.

Aber ihr Glück war nicht von langer Dauer. Eines Tages war Albero nicht nach Hause zurückgekehrt. Das war an und für sich nichts Besonderes. Der Schmied war des öfteren lange Tagesstrecken unterwegs, um östlich des Aponunglabaumwaldes in den Bergen nach Erzvorkommen zu suchen. Er packte sich Proviant und Werkzeug ein und brach auf. Aber diesmal waren mehrere Wochen vergangen. Fiora begann sich zu sorgen, dass ihm etwas zugestoßen sein mochte.

Nach einer Zeit stellte sie fest, dass sie schwanger war. Was sollte sie tun? Sie suchte selbst

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