text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Skandinavische Märchen: Die beliebtesten Erzählungen aus Schweden Weltberühmte Kindergeschichten der schwedischen Nobelpreisträgerin: Der Luftballon + Das Mädchen vom Moorhof + Peter Nord und Frau Fastenzeit + Ein Weihnachtsgast + Unter den Kletterrosen und mehr von Lagerlöf, Selma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.12.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Skandinavische Märchen: Die beliebtesten Erzählungen aus Schweden

Dieses eBook: 'Skandinavische Märchen: Die beliebtesten Erzählungen aus Schweden' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Selma Lagerlöf (1858-1940) war eine schwedische Schriftstellerin. Sie ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen des Landes und gehört zu den schwedischen Autoren, deren Werke zur Weltliteratur zählen. 1909 erhielt sie als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. Sie verfasste religiöse, fantasievolle und heimatverbundene Werke sowie Kinderbücher. Neben Romanen schrieb sie ihr ganzes Leben auch Kurzgeschichten, Erzählungen und Legenden. Ein sehr bekanntes Werk Lagerlöfs ist Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen, das sie 1906 schrieb. Inhalt: Der Luftballon Gottesfriede Das Mädchen vom Moorhof Der erste im ersten Jahr des zwanzigsten Jahrhunderts Peter Nord und Frau Fastenzeit Das Hünengrab Die Vogelfreien Waldemar Attertag brandschatzt Visby Mamsell Friederike Der Roman einer Fischersfrau Mutters Bild Ein gefallener König Ein Weihnachtsgast Onkel Ruben Das Flaumvögelchen Unter den Kletterrosen Die Grabschrift Römerblut Die Rache bleibt nicht aus Die Geisterhand Der Wechselbalg Der Spielmann Ein Stück Lebensgeschichte Noch ein Stück Lebensgeschichte Reors Geschichte

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 105
    Erscheinungsdatum: 27.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026827443
    Verlag: e-artnow
    Größe: 761 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Skandinavische Märchen: Die beliebtesten Erzählungen aus Schweden

Gottesfriede

Inhaltsverzeichnis

Es war einmal ein alter Bauernhof, und es war ein Weihnachtsabend mit grauem Himmel, wie vor einem großen Schneefall, und mit scharfem Nordwind. Am Nachmittag war es, gerade um die Zeit, wo alle Leute es eilig hatten, ihre Arbeit zu Ende zu bringen, damit sie dann in der Badehütte baden konnten. Dort drinnen feuerte man so heftig ein, daß die Flammen zum Schornstein hinausschlugen und eine Menge Funken und Rußflocken mit dem Winde flogen und auf die schneebedeckten Schindeldächer niederfielen.

Wie die Flamme so aus dem Schornstein der Badehütte aufstieg und sich gleich einer Feuersäule über den Bauernhof erhob, begannen alle zu spüren, daß Weihnachten vor der Tür stand. Die Magd, die im Hausflur lag und scheuerte, fing leise zu singen an, obgleich das Scheuerwasser in dem Kübel neben ihr zu Eis gefror, die Knechte, die im Schuppen standen und das Weihnachtsholz hackten, begannen zwei Scheite auf einmal zu spalten und schwangen die Axt so lustig, als wäre die Arbeit nur ein Spiel.

Aus dem Speicher kam eine alte Frau mit einem großen Haufen runder Bierwürzenbrote auf dem Arm. Sie ging langsam über den Hof in das große rotgestrichne Wohnhaus und trat vorsichtig in die Wohnstube, wo sie die Brote auf die lange Bank niederlegte. Dann breitete sie ein Tuch auf den Tisch und legte das Brot in Häuschen, in jedes ein großes und ein kleines. Sie war eine seltsam häßliche alte Frau, mit rötlichem Haar, schweren, schlaffen Augenlidern und einem eignen so strammen Zug um Mund und Kinn, als wären die Halssehnen zu kurz. Aber nun am Weihnachtsabend war eine solche Freude und ein solcher Friede über ihr, daß man gar nicht sehen konnte, wie häßlich sie war.

Einen Menschen aber gab es auf dem Hof, der nicht vergnügt war, und das war das Mädchen, welches die Birkenruten band, die beim Baden benützt werden sollten. Sie saß am Herd, einen ganzen Arm voll feiner Birkenreiser vor sich auf dem Boden, und band; doch hatte sie keine haltbaren Gerten, um die Zweige zusammenzubinden. Die Wohnstube hatte ein breites, niedriges Fenster mit kleinen Scheiben, und durch diese fiel der Schein aus der Badehütte ins Zimmer, spielte auf dem Fußboden und vergoldete das Birkenreisig. Aber je lustiger das Feuer brannte, desto unglücklicher wurde das Mädchen. Sie wußte, daß die Rutenbüschel auseinanderfallen müßten, sobald man sie nur anrührte, und daß sie darum Spott und Schmach erleiden würde, zum mindesten so lange, bis ein neues Weihnachtsfeuer in diesem Schornstein flammte.

Wie sie so dasaß und sich unglücklich fühlte, trat der Mann in die Stube, vor dem sie die allergrößte Angst hatte. Es war der Hausvater Ingmar Ingmarson in eigner Person. Sicherlich war er in der Badehütte gewesen, um sich zu vergewissern, daß der Ofen heiß genug würde; und nun wollte er sehen, wie es mit den Rutenbüscheln stünde. Er war alt, Ingmar Ingmarson, und er hielt auf alles, was alt war. Und gerade weil die Leute es jetzt aufzugeben begannen, in der Badehütte zu baden und sich mit Birkenreisern peitschen zu lassen, legte er großes Gewicht darauf, daß es auf seinem Hof geschehe, und ordentlich geschehe.

Ingmar Ingmarson trug einen alten Schafpelz und Lederhosen und Pechdrahtstiefel. Er war schmutzig und unbarbiert und kam in seiner bedächtigen Art so leise herein, daß man ihn ebensogut für einen Bettler hätte halten können. Er zeigte ungefähr dieselben Züge und dieselbe Häßlichkeit wie die Frau; sie waren miteinander verwandt, und sie hatte von altersher gelernt, eine heilige Ehrfurcht vor jedem zu haben, der dieses Aussehen hatte. Denn es bedeutete viel, dem alten Geschlecht der Ingmarsöhne anzugehören, das allezeit das vornehmste in der Gegend gewesen war; aber das Höchste, was ein Mensch sein konnte, war Ingmar Ingmarson selbst, der Reichste, der Klügste und der Mächtigste im ganzen Kirchspiel.

Ingmar Ingmarson kam auf das Mädchen zu, bückte sich, na

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen