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Ein Foto vom Mörder von Norström, Göran (eBook)

  • Erschienen: 27.11.2015
  • Verlag: Egmont Saga
eBook (ePUB)
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Ein Foto vom Mörder

Es ist Sommer. Alles ist still und friedlich und in Ferienlaune. Doch dann passiert ein Mord. Ein gefundenes Fressen für die örtliche Presse - sehr willkommen im Sommerloch. Doch die Zeitungsredaktion ist unterbesetzt, der Bildreporter im Urlaub. Ein Praktikant sieht jetzt seine Chance gekommen. Er möchte eh Pressefotograf werden. Kurzerhand ermittelt er auf eigene Faust, um den Mörder dingfest zu machen und das erste Foto des Mörders zu schießen. Eine gefährliche Spurensuche beginnt.

Produktinformationen

    Herausgeber: Egmont Saga
    Übersetzer: Übersetzung: Elsässer, Regine
    Untertitel: Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 144
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9788711464601
    Erschienen: 27.11.2015
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Ein Foto vom Mörder

3

Auf der Hügelkuppe in Kungsfors stand das erste Polizeiauto. Es stand halb im Hof von Hillbloms. Söder fuhr langsam und ich bat ihn, in den Hof einzubiegen.

"Und was machen wir hier?" fragte er.

"Er wohnt hier, Tage wohnt hier", sagte ich.

Ich ging voraus auf das Haus zu. Margaretha und Söder kamen langsam nach. Die Tür war offen, und ich rief im Flur "Hallo". Tage tauchte auf. Ich sah zuerst seine hellen Haare im Dunkel. Dann schaute ich in die blauen Augen, die immer so aussahen, als ob sie etwas fragen würden. Er war groß und genauso alt wie ich und einer der wenigen Freunde in dem Alter, mit dem ich Spaß haben konnte, ohne besonders viel zu reden. Wir konnten stundenlang den Jädra entlanggehen, ohne ein Wort zu reden, und nur darauf warten, daß eine Äsche oder Lachsforelle anbiß.

Er gehörte zu den Menschen, die in allem auch etwas Gutes finden konnten. Aber jetzt sah er zum ersten Mal verängstigt aus.

"Weißt du was?" fragte ich.

Er schüttelte den Kopf. Aus dem Wohnzimmer kamen Stimmen. Ich erkannte Onkel Eriks, sie war tief und ruhig wie immer. Tante Erikas Stimme klang, als ob sie singen würde. Sie war aus Bjurholm und auch sehr ruhig. Alle drei schienen der Meinung zu sein, daß man das Leben genießen sollte, obwohl sie hart auf ihren Erdbeerfeldern arbeiteten. Vielleicht stimmte das, was Papa manchmal sagte: 'Erik steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Ich dagegen schwebe meistens durch die Lüfte.'

Das war aber eigentlich nicht wahr. Im Sommer lag Papa hauptsächlich auf dem Sofa im Sommerhaus und las. Das war seine Methode, mit dem Leben fertigzuwerden, das hatte ich kapiert. Mama würde sonst so auf ihn einreden, daß er wahnsinnig würde, und ihn mit allen möglichen vermuteten Krankheiten ängstigen, daß er schließlich noch kränker würde als er schon war. Aber jetzt waren die Stimmen doch ein bißchen aufgeregt. Vielleicht war es die fremde Stimme, die sie störte. Meine Augen hatten sich inzwischen an das Dämmerlicht gewöhnt, und ich sah, daß auch ein Polizist sprach.

"Ist das eine Vernehmung?" fragte ich Tage.

"Sie erkundigen sich nur", antwortete er.

"Egon Bergström ist also ermordet worden?"

"Ja, er ist in den Rücken geschossen worden", antwortete Tage.

Die dunkle Wolke, die vor die Sonne gezogen war, wurde dichter, und es fing an zu regnen.

Von ferne hörte man das Gewitter grummeln.

Ich erzählte, daß ich für das Gävle Tagblatt fotografieren sollte, und daß wir zu dritt von der Zeitung hier wären. Söder und Margaretha waren leise näher gekommen. Tage schien uns nicht hereinlassen zu wollen. Und es gab auch eigentlich keinen Grund, noch länger bei Hillbloms zu bleiben. Ich wollte nur 'Guten Tag' sagen, wenn wir schon mal in der Nähe waren.

"Bleibst du über Nacht?" fragte Tage.

"Wenn es nötig ist, ja", antwortete ich.

Dann schwiegen wir eine Weile. Und ich hörte deutlich, wie der Polizist im Wohnzimmer lauter wurde:

"Sie haben also gesehen, daß ein Auto den Gästgivarhof verlassen hat?"

"Ja", antwortete Onkel Erik.

"Ein grauer Peugeot?"

"Ja."

"Und es war ungefähr eins?"

"Kann sein."

"Und kurz zuvor haben Sie einen Schuß gehört?"

"Ja."

"Aus einem Gewehr?"

"Es kann ein Kleinkalibergewehr gewesen sein", antwortete Onkel Erik.

"Aber das hat Sie nicht gekümmert?"

"Die Leute schießen manchmal Nerze am Lillfluß."

"Sie haben also geglaubt, daß jemand jagt?"

"Ja."

Jagen die Leute öfter am hellichten Tag Nerze?"

Jetzt klang Onkel Eriks Stimme so ärgerlich, wie ich es noch nie gehört hatte.

"Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, wann die Leute jagen", antwortete er. "Ich hatte anderes zu tun."

"Und was?"

"Ich habe auf dem Erdbeerfeld gejätet."

"Und ich habe im Ofen, der im Keller steht, Brot gebakken", sagte Tante Erika.

"Ist es nicht unge

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