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Scary Harry 1 - Von allen guten Geistern verlassen von Kaiblinger, Sonja (eBook)

  • Erschienen: 15.02.2016
  • Verlag: Loewe Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Scary Harry 1 - Von allen guten Geistern verlassen

Der elfjährige Otto wohnt in einem waschechten Spukhaus und ist einiges gewohnt. Dass ihm ein Geist sein Sandwich aus dem Kühlschrank klaut und ein anderer ständig Socken in den Tiefen der Waschmaschine verschwinden lässt, ist keine Seltenheit. Außerdem hat er eine sprechende Fledermaus als Haustier, die ihn schon in so manch peinliche Situation gebracht hat. Trotzdem staunt Otto nicht schlecht, als er im Nachbarsgarten einen Sensenmann entdeckt. Harold, genannt 'Scary Harry', ist gar nicht so gruselig wie er auf den ersten Blick aussieht. Eigentlich ist der Knochenmann sogar ziemlich sympathisch. Sein Job geht ihm gehörig auf den Geist und er sehnt sich danach, endlich mal wieder Urlaub zu machen, anstatt dauernd Seelen einzusammeln. Doch daraus wird vorerst nichts - denn als Ottos Hausgeister entführt werden, ist guter Rat teuer. Zusammen mit seiner besten Freundin Emily und seinem neuen Kumpel Harold macht sich Otto auf die Suche. Der erste Band der kultigen Kinderbuchreihe um Otto und Sensenmann Harold - ein spannendes, witziges und Geist-reiches Abenteuer für kleine und große Leser.

Sonja Kaiblinger wurde 1985 in Krems geboren. Sie hat als Eisverkäuferin, Museumsführerin, Werbetexterin, Nachtwächterin, Flughafen-Mitarbeiterin und Werbespot-Darstellerin gearbeitet, bevor sie als Lehrerin ihre Brötchen verdiente. In jeder freien Minute brachte sie die Geschichten zu Papier, die ihr im Kopf herumspuken, bis sie den Sprung ins Dasein als freie Autorin wagte. Sie lebt zusammen mit ihrem Freund in Wien.

Produktinformationen

    Größe: 2902kBytes
    Reihe (Teil): Scary Harry Bd.1
    Herausgeber: Loewe Verlag
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 240
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783732005895
    Erschienen: 15.02.2016
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Scary Harry 1 - Von allen guten Geistern verlassen

Eine nächtliche Gurkenlieferung

A lles begann, als Mr Olsen starb.

Dass Mr Olsen das Zeitliche segnete, war für keinen der Bewohner des Radieschenweges eine besonders große Überraschung - immerhin hatte er bereits seinen hundertzweiten Geburtstag gefeiert. Mr Olsen war vergesslich, litt an Blasenschwäche und verpasste keine Gelegenheit, seine Leiden in allen Einzelheiten zu schildern. Auch, wenn man gar nicht danach fragte.

Abgesehen von seinen Krankheiten hatte Mr Olsen noch ein anderes Hobby: seinen Radieschengarten. Als wollte er dem Namen der Straße, in der er wohnte, gerecht werden, ackerte er jeden Tag den Garten um, pflanzte Samen oder erntete reife Radieschen. Nach Sonnenuntergang griff er noch zur Gießkanne und wässerte seine Pflänzchen. Erst dann verriegelte er die Tür, machte das Licht aus und ging zu Bett.

Das war Mr Olsens Ritual. Otto konnte ihn jeden Tag von seiner Fensterbank am Dachgiebel aus dabei beobachten. Abends machte er es sich dort meist mit einem Kissen gemütlich und vertrieb sich die Zeit mit einem dicken Buch.

Während andere Elfjährige fernsahen oder Computer spielten, las Otto am liebsten Gruselgeschichten. Und wenn er danach nicht einschlafen konnte, holte er sein Fernglas und spähte in Mr Olsens Garten.

Die meisten Bewohner des Radieschenwegs hielten Mr Olsen für einen seltsamen Kauz, aber Otto mochte ihn. Der alte Mann und seine Radieschen halfen ihm dabei, richtig müde zu werden.

Doch an diesem Abend fiel Otto auf, dass etwas anders war. Mr Olsens Ritual verlief nicht wie sonst. Nachdem die Pflänzchen gewässert waren, setzte er die Gießkanne ab und richtete den Blick geradewegs in den nächtlichen Himmel. Eine Weile hielt er inne, dann, so schnell, dass Otto es kaum mitbekam, kippte Mr Olsen rücklings ins Radieschenbeet. Dort blieb er reglos liegen, den Blick immer noch gen Himmel gerichtet, während ein schmales Lächeln auf seinen Lippen lag. Beinahe so, als hätte er sich sein Ableben genau so vorgestellt.

Otto hatte noch nie zuvor einen Menschen sterben sehen. Und wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er liebend gern darauf verzichtet. Er fand sein Leben im Radieschenweg schon schräg genug.

Otto dachte kurz nach. Vielleicht irrte er sich ja und Mr Olsen war gar nicht wirklich tot? Aus Büchern wusste er nur ungefähr, wie Leichen aussahen. Er hatte noch nicht mal eine im Fernsehen gesehen, weil Tante Sharon ihm nicht erlaubte, Krimiserien anzuschauen. Er brauchte also unbedingt eine zweite Meinung.

"Vincent?", rief Otto, ließ sich vom Fensterbrett gleiten und klopfte an die Tür des Eichenschranks, der in der Ecke seines Zimmers stand. "Komm raus. Das musst du dir ansehen! Ich glaube, mit Mr Olsen stimmt was nicht."

In Ottos Schrank polterte es. Mit einem Knarren öffnete sich die linke Flügeltür und eine dunkelgraue Fledermaus schlüpfte durch den Spalt.

Selbst im Dämmerlicht konnte Otto sehen, wie ihre Augen golden funkelten. Abgesehen davon sah Vincent eigentlich aus wie jede andere Fledermaus. Gut, er wirkte vielleicht ein wenig mitgenommen. Sein Fell war an ein paar Stellen löchrig und seine zerschlissenen Flügelhäute blähten sich beim Fliegen wie die Segel eines alten Piratenschiffs.

"Mit Mr Olsen stimmt was nicht", näselte Vincent und klang, als wollte er sich über Otto lustig machen. Schlaftrunken hob sich das Tier in die Luft und landete auf Ottos Bettpfosten. "Als ob das Neuigkeiten wären! Was ist es diesmal? Hat er die Radieschen wieder zu oft gegossen?" Er überlegte. "Oder geht's um seine Blasenschwäche? Hat er sich angepieselt? Nein, ich hab's! Er hat in die Radieschen gepieselt."

Otto schüttelte ernst den Kopf. "Nichts davon."

"Hmpf", br

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