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Wach auf und schrei! von Kinskofer, Lotte (eBook)

  • Erschienen: 18.12.2014
  • Verlag: DTV
eBook (ePUB)
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Wach auf und schrei!

Wer nachforscht, lebt gefährlich!

Miriams Freundin Laura liegt nach einem schrecklichen Unfall im Wachkoma. Um bei ihr sein zu können, sagt Miriam sogar die Bergtour mit ihrer anderen Freundin Kim ab. Und dann verunglückt Kim auf eben jener Tour unter mysteriösen Umständen. Miriam forscht nach, und plötzlich stellt sich auch die Frage nach der Ursache von Lauras Unfall. Und warum wird Miriam selbst immer öfter von Schwindelattacken heimgesucht?

Lotte Kinskofer, geboren 1959 in der Nähe von Regensburg, studierte Germanistik, Anglistik und Kommunikationswissenschaft in München. Sie arbeitete als Redakteurin bei verschiedenen Zeitungen und lebt heute als Autorin und Drehbuchautorin in München.

Produktinformationen

    Größe: 1518kBytes
    Reihe (Teil): dtv junior
    Herausgeber: DTV
    Untertitel: Thriller
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 256
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783423425025
    Erschienen: 18.12.2014
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Wach auf und schrei!

11. Kapitel

Miriam schlief schlecht in dieser Nacht. Sie fühlte sich einsam und die Bilder des Tages ließen sie nicht los. Hundert Mal ging sie den Weg auf den Wallberg, hundert Mal stand sie am Gipfel, jedes Mal fragte sie sich, was passiert war an jenem Tag. In ihrer Fantasie stand sie da, hier ein Schatten, dort eine Bewegung, geheimnisvolle Fremde, von denen sie sich bedroht fühlte.

Irgendwann musste sie eingeschlafen sein, doch als sie am Morgen erwachte, fühlte sie sich wie gerädert. Sie erinnerte sich an das Gespräch mit Karin, die von ihrem Verdacht nichts wissen wollte. Wer oder was könnte ihr helfen, all die quälenden Fragen zu beantworten, mit denen sie sich herumschlug? Wenn jemand Kim etwas hatte antun wollen, ihr auf den Berg gefolgt war ... dann gab es dafür doch ein Motiv. Aber wer sollte einen Grund haben? Kim konnte es ihr nicht mehr erzählen. Oder vielleicht doch? Kims Tagebuch könnte ihr weiterhelfen. Sie fuhr zu Bergners. Es war auf den ersten Blick sichtbar, dass die Familie übereilt aufgebrochen war. Schuhe der Zwillinge standen durcheinander im Flur, ein verlorenes Kuscheltier lag in der Tür zum Wohnzimmer. In der Küche war zwar der Frühstückstisch abgeräumt, aber die Brösel waren noch da. Das Foto, das sie am Tag zuvor mitgebracht hatte, lag da, wo Kims Platz am Tisch gewesen war.

In Kims Zimmer war alles wie immer. Karin hatte ihr erzählt, dass sie keine Kraft hatten, hier irgendetwas zu ändern. Miriam hob die Matratze am Fußende hoch: Ja, selbst das Tagebuch lag immer noch an seinem alten Platz. Kim hatte daraus nie ein Geheimnis gemacht, sich darauf verlassen, dass Eltern und Freundinnen ihre Privatsphäre respektieren würden.

Das war auch so gewesen. Doch für Miriam hatte sich seit der Bergwanderung alles verändert. Wenn Kims Tod kein Unfall war - vielleicht fühlte sie sich schon längere Zeit bedroht? Gab es ein Geheimnis, das Miriam jetzt kennen sollte, kennen musste?

Miriam zögerte nur einen kleinen Moment, dann nahm sie das Tagebuch, schlug es auf und setzte sich auf Kims Bett. Die Eintragungen begannen im Frühjahr, als Laura noch gesund war. Miriam überflog die Notizen, musste sich manchmal sehr bemühen, Kims Schrift zu entziffern.

Kim schrieb von der Schule, vom Verein, von den gemeinsamen Bergtouren. Und von ihrer Freundschaft.

Ein Super-Sonntag mit Laura und Miriam. Tolles Wetter für eine Wanderung, endlich mal wieder ein Tag für uns. Okay, Laura musste natürlich gefühlte zwanzig Mal mit ihrem Liebsten telefonieren. Jetzt wohnen sie sogar schon zusammen, aber trotzdem führen sie sich auf, als hätten sie sich erst vorgestern kennengelernt.

Ja, Miriam erinnerte sich an den Ausflug. Auch an Lauras Telefonate und an Kim, die ständig die Augen verdrehte und sich über Lauras große Liebe lustig machte, bis selbst Laura mit ihnen lachte. Es war wirklich ein ganz besonderer Sonntag gewesen. Sie fühlten sich unverwundbar und in ihrer Freundschaft stark. Nichts könnte sie je auseinanderbringen, sie würden immer füreinander da sein. Kim hatte damals im Scherz eine Blutsschwesternschaft vorgeschlagen. Sie meinte, was Winnetou und Old Shatterhand könnten, das würden sie auch hinkriegen. Aber sie hatten es dann dabei belassen, mit Blutorangensaft anzustoßen. Miriams Herz krampfte sich zusammen, wenn sie an diesen Sonntag dachte. Alles hatte sich seitdem geändert, alles ...

Mensch, hab ich eine Wut. Tagelang habe ich unsere Bergtour mit Skiern für die Osterferien geplant und was ist jetzt? Laura will nur zwei Tage weg und nicht eine Woche. Weil sie Henry nicht so lange allein lassen will. Hallo?! Sie wird doch wohl noch ein paar Tage ohne ihren Typ auskommen. Klar hab ich ihr das direkt ins Gesicht gesagt. Und irgendwie kam dann doch raus, dass eher er nicht ohne sie sein will. Ich natürlich voll draufgegangen: Ob sie sich da nicht durchsetzen kann? Das ist eben so, wenn man sich liebt, hat sie gesagt.

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