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#rausmitderdicken Digital First von Bennett, Sophia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2014
  • Verlag: Carlsen
eBook (ePUB)
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#rausmitderdicken

OMG! Sasha und Rose, weltbeste Freundinnen, kommen ins Fernsehen! Mit ihrem Song stehen sie kurz davor ins Finale von Killer Act katapultiert zu werden. Schon jetzt ist ihre vierköpfige Girlband DAS Gesprächsthema auf Twitter. Eine einmalige Chance, denn Millionen von Zuschauern verfolgen die Show. Doch die Mädchen können nur zu dritt gewinnen - eine muss raus. Also trifft Sasha eine Entscheidung. Und löst damit eine Hetzjagd im Netz aus, die vollkommen außer Kontrolle gerät. Wird Rose ihr das jemals verzeihen?

Sophia Bennett, geboren 1966, gewann mit ihrem Debüt "Wie Zuckerwatte mit Silberfäden" den Times-Chicken-House-Schreibwettbewerb 2009. Schon mit 20 Jahren wollte sie Schriftstellerin werden, studierte aber zunächst Sprachen. Ihre großen Leidenschaften sind Kunst und Design, ihre vier Kinder, Modezeitschriften, Cappuccino, ihr Mann und ihr Beruf (vielleicht nicht unbedingt in dieser Reihenfolge). Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 22.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646926187
    Verlag: Carlsen
    Größe: 4481 kBytes
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#rausmitderdicken

Am Samstag lasse ich mich von meiner Mutter zu Living Vintage mitnehmen, der Secondhand-Boutique neben ihrem Café auf dem Marktplatz von Castle Bigelow. Ich helfe seit letztem Jahr dort aus, zum Teil um meine Handyrechnung mitzufinanzieren - jetzt ist das eine bittere Ironie.

Im Auto bekommt Mum mit, dass ich stiller bin als sonst. Im Sonnenlicht, das durch die Windschutzscheibe fällt, sehe ich die grauen Strähnen in ihrem krausen Haar, das ich ansonsten von ihr geerbt habe.

"Immer noch kein Glück?" Sie meint das iPhone.

Ihr größter Zorn hat sich gelegt. Ich glaube, sie hat sogar ein bisschen Mitleid. Sie weiß, was mir das iPhone bedeutet hat.

"Nein", sage ich einsilbig. "Noch nicht."

Ich werde ihr bestimmt nicht erzählen, dass ein Fremder in meinem iPhone gestöbert hat und mein Zimmer inzwischen im Internet zu sehen ist, plus ich im Pyjama. Mum hat andere Sorgen. Das Café läuft nicht besonders gut, denn heutzutage ist es schwer, in einer kleinen Stadt auf dem Land erfolgreich ein Geschäft zu führen. Letzten Monat haben zwei Läden geschlossen und im Monat davor ebenfalls. Aber Mum will mich nicht mit ihren Sorgen belasten und umgekehrt versuche ich das Gleiche. Außerdem - ist es wirklich eine Sorge, fünfzig Stimmen bei Killer Act zu haben? Denn so viele sind es inzwischen. Wenn ich wüsste, warum, könnte ich mich sogar darüber freuen.

Wir parken hinter dem Marktplatz. Castle Bigelow ist ein altes Provinzstädtchen im Herzen von Somerset mit einer Hauptstraße, die vom Marktplatz den Hügel hinaufführt bis zum prächtigen Tor von Castle College. Unten am Marktplatz reihen sich hübsche, in fröhlichen Farben gestrichene Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert aneinander, die Mums Café, den Secondhand-Laden, eine Tierhandlung, eine Buchhandlung und zwei Antiquitätenläden beherbergen. Hier unten sieht alles nett und altmodisch aus, wie die Kulisse eines Agatha-Christie-Krimis. Die modernen Handelsketten befinden sich am anderen Ende der Hauptstraße.

Mrs Venning, die Inhaberin von Living Vintage, begrüßt mich wie immer mit einer herzlichen Umarmung. So begrüßt sie alle, sogar die Touristen, die zufällig hereinschneien. Die verlassen den Laden dann meistens mit mindestens einer Strassbrosche, wenn nicht mit einem Hut oder einem Mantel im Gepäck. Mrs Venning kneift die Augen zusammen und sieht mich kritisch von oben bis unten an.

"Jeans: langweilig; Pullover: scheußlich. Ich wünschte, du würdest auf mich hören, Liebes."

Mrs Venning trägt weite schwarze Wollhosen, eine changierende Pannesamt-Tunika und einen kleinen mit Pailletten besetzten Cocktail-Hut auf dem rostrot leuchtenden Haar.

"Irgendwann, Mrs V.", verspreche ich. Wenn niemand, den ich kenne, mich sehen kann, setze ich im Stillen nach. Mrs V. sieht echt toll aus, aber ich würde mich nie trauen, so auf die Straße zu gehen.

"Du solltest dich mehr an deine Freundin halten", erklärt sie. "Sie hat ein gutes Auge."

Ich nicke. "Ja, ich weiß."

Sie meint Rose. Rose hat den mutigen, originellen Stil, den Mrs Venning gut findet.

"Heute bitte oben im Lager, wenn es dir nichts ausmacht", sagt sie dann. "Jede Menge neue Kisten. Michael war in den Midlands unterwegs. Es sind sicher ein paar Perlen dabei, aber ich fürchte, das meiste ist scheußlich. Das Übliche, Liebes: Oxfam, Recyclinghof, Perlen und Vielleichts. Du bist ein Engel."

Ich steige die schmale Stiege hinauf. Der Dachboden von Living Vintage ist einer meiner Lieblingsorte: Die Wände sind weiß verputzt, die Decken sind schräg und auf den rohen Holzdielen stehen massenhaft Kleiderstangen voller ungewöhnlicher Klamotten. Hier hängen die Kleider, die Mrs Venning bisher gerettet hat. Ihr Mann klappert Flohmärkte, Recyclinghöfe und Wohlfahrtsläden ab auf der Suche nach Schnäppchen. Mein Job ist es, die drei großen Pappkartons durchzugehen, die in der Mitte des R

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