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21 - Dunkle Begleiter von Dorn, Wulf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2019
  • Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
eBook (ePUB)
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21 - Dunkle Begleiter

Mein Name ist Nikka. Ich wurde ermordet. Aber das war erst der Anfang ... Als die 16-jährige Nikka in einem Krankenhaus zu sich kommt, hat sie Mühe, sich zu erinnern, was passiert ist. War sie nicht eben noch mit ihrer Freundin Zoe auf dieser Party? Dann plötzlich ... Filmriss. Nikka erfährt, dass sie tot war - schockierende 21 Minuten lang. 21 Minuten ohne Herzschlag, aber keineswegs ohne Erlebnisse. Denn sie erinnert sich an einen dunklen Tunnel, in dem sie einem Licht entgegenirrte und in dem auch Zoe war. Schockiert erfährt Nikka, dass ihre Freundin seit der Party vermisst wird. Wurde sie ebenfalls ermordet? Nikka glaubt das nicht und macht sich auf die Suche ... Wulf Dorn, Jahrgang 1969, liebt gute Geschichten, Katzen und das Reisen. Er war zwanzig Jahre in einer psychiatrischen Klinik tätig, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erschienen, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Mit seinem 2009 erschienenen Debütroman Trigger gelang ihm ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane erreichten Bestsellerstatus und sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 24.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220761
    Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
    Größe: 3400 kBytes
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21 - Dunkle Begleiter

4.

Ich hatte meine Eltern nie kennengelernt. Einen Tag nach meiner Geburt erlitt meine Mom eine Gehirnblutung und fiel ins Koma. Eine Spätfolge der Wehen, vermuteten die Ärzte.

Mein Dad war sofort zum Krankenhaus gefahren und in seiner Aufregung hatte er einem Lastwagen die Vorfahrt genommen. In dem Zeitungsartikel, den ich in meiner Andenkenkiste aufbewahrte, hieß es, er sei noch am Unfallort gestorben. Meine Mom folgte ihm zwei Tage später nach.

So wuchs ich bei meiner Großmutter auf, die es jedoch hasste, wenn man sie so bezeichnete. Dafür fühle sie sich viel zu jung, erklärte sie - obwohl sie inzwischen siebenundsechzig und somit für meine Begriffe alles andere als jung war. Deshalb hatten wir uns schon früh darauf geeinigt, dass ich sie bei ihrem Vornamen nannte: Ella.

Wir verstanden uns prima, auch wenn mir ihre Frömmigkeit und ihre ängstliche Art manchmal ziemlich auf den Geist gingen. Doch trotz ihrer ständigen Sorgen ließ sie mir meine Freiheiten, was sie bestimmt viel Überwindung kostete, und das fand ich ziemlich cool von ihr.

Als ich an diesem Abend nach dem Schwimmtraining mein Kostüm für die Party und ein paar Übernachtungssachen in meinen Rucksack packte, stand Ella in der Tür zu meinem Zimmer und gab mir zig Ermahnungen mit auf den Weg, wovor ich mich auf solchen Partys , wie sie es betonte, in Acht nehmen sollte. Vor allem natürlich vor den Jungs, die immer nur das eine wollten.

"Der liebe Gott passt nur auf die auf, die auch auf sich selbst aufpassen. Also steig zu keinem Fremden ins Auto, hörst du? Und auch nicht zu jemandem, den du kennst, wenn er etwas getrunken hat."

"Nein, das mache ich ganz bestimmt nicht", versicherte ich i hr. Ich nahm Herrn Rossi hoch, der schnurrend meinen Ru cksack inspiziert hatte - und sicherlich jeden Moment hineingekrochen wäre -, und setzte ihn auf den Boden.

"F alls du es dir anders überlegst und doch nach Hause kom men willst, dann nimm dir ein Taxi", sagte sie und steckte mir einen Zehner in die Jackentasche.

"Ella, das braucht es doch nicht. Ich werde bei Zoe schlafen und ihr Dad fährt uns hin und holt uns auch wieder ab."

"Das braucht es sehr wohl", beharrte sie und nahm unseren alten Kater auf den Arm, der sich sofort an sie schmiegte. "Sicher ist sicher. Man liest jeden Tag die schlimmsten Dinge in der Zeitung, und ich will auf gar keinen Fall, dass dir etwas zustößt. Du bist doch der einzige Mensch, den ich noch habe."

Das beruhte auf Gegenseitigkeit. Wir hatten einfach zu viele geliebte Menschen verloren, um noch einen weiteren Verlust zu ertragen. Deshalb sah ich es ihr auch nach, wenn sie manchmal vergaß, dass ich in drei Monaten schon siebzehn wurde.

Ich nahm mir vor, den Zehner nicht anzurühren. Stattdessen würde ich ihn gleich nach meiner Rückkehr wieder in die Zuckerdose auf dem Küchenregal stecken, wo Ella ihr Extrageld für besondere Fälle aufbewahrte. Wir waren nicht arm, und es ging uns gut, aber uns stand eben nur das Einkommen einer Rentnerin zur Verfügung, und mein Taschengeld, das ich mir mit dem Austragen des Wochenanzeigers verdiente.

Nachdem ich Ella zum gefühlt hundertsten Mal versichert hatte, dass ich auf mich aufpassen würde, drückte ich ihr einen Kuss auf die Wange und machte mich auf den Weg.

Ich nahm den Sieben-Uhr-Bus und fuhr hinaus zum Stadtrand, wo die Wagners in einer schicken Siedlung wohnten. Ein stylishes Haus mit einem großen gepflegten Garten, an dessen Tor ein Messingschild für das Architekturbüro von Zoes Eltern warb.

Zoe erwartete mich schon und wir gingen sofort in ihr Zimmer. Nun, eigentlich war es kein Zimmer, sondern ein kleines Apartment im Obergeschoss. Es hatte sogar ein eigenes Bad.

Sie trug bereits ihr Kostüm und sah in ihrem schwarzen Outfit als Catwoman ziemlich sexy aus. Das einzig Bunte an ihr war unser Freundschaftsband, das keine von

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