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A Good Girl's Guide to Murder von Jackson, Holly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.12.2019
  • Verlag: Parkstone-International
eBook (ePUB)
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A Good Girl's Guide to Murder

Eigentlich ist der Fall abgeschlossen: Vor fünf Jahren wurde die Schülerin Andie Bell von ihrem Freund Sal Singh ermordet. Die Polizei ist sich sicher, dass es so war. Die ganze Stadt ist sich sicher. Alle - außer Pippa. Für ein Schulprojekt will sie den Fall noch einmal aufrollen. Bewaffnet mit ihrem Laptop, einer Diktiergerät-App und viel Mut beginnt Pippa, Fragen zu stellen. Doch bald merkt sie, dass nicht alle wollen, dass die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet werden ... Holly Jackson hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Sie lebt in London, und wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, spielt sie am liebsten Videospiele oder sucht nach Rechtschreibfehlern auf Verkehrsschildern. 'A Good Girl's Guide to Murder' ist ihr Debüt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 411
    Erscheinungsdatum: 20.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732578528
    Verlag: Parkstone-International
    Originaltitel: A Good Girl's Guide to Murder
    Größe: 3477 kBytes
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A Good Girl's Guide to Murder

Eins

Pip wusste, wo sie wohnten.

Jeder in Little Kilton wusste, wo sie wohnten.

Ihr Zuhause war zu einem Spukhaus geworden. Die Leute gingen schneller, wenn sie dort vorbeimussten, und ihre Unterhaltungen erstarben mitten im Gespräch. Nach Schulschluss bildeten sich kleine Gruppen kreischender Kinder, die sich gegenseitig herausforderten, zum Haus zu laufen und die Gartenpforte zu berühren.

Doch in dem Haus lebten keine Geister, sondern nur drei traurige Menschen, die sich bemühten, ihr Leben wie früher weiterzuleben. Es gab keine flackernden Lampen oder von Geisterhand umgekippte Stühle, dafür ein in schwarzen Lettern aufgesprühtes "Abschaum" und von Steinen eingeworfene Fensterscheiben.

Pip hatte sich immer gefragt, warum sie nicht fortzogen. Nicht, dass sie es müssten, denn sie hatten ja nichts verbrochen. Aber sie verstand nicht, wie diese Leute so leben konnten.

Pip wusste eine Menge; sie wusste, dass Hippopotomonstrosesquippedaliaphobie der wissenschaftliche Ausdruck für die Furcht vor langen Wörtern war; sie wusste, dass Babys ohne Kniescheiben zur Welt kommen konnten; sie kannte die besten Zitate von Plato und Cato auswendig, und sie wusste, dass es über viertausend Kartoffelsorten gab. Aber sie verstand nicht, woher die Singhs die Kraft nahmen, zu bleiben. Hier, in Kilton, unter der Last so vieler starrender Blicke, des Getuschels, das gerade laut genug war, um es zu verstehen, des nachbarlichen Smalltalks, der nie mehr zu einer richtigen Unterhaltung wurde.

Besonders grausam war es, dass sich ihr Haus so nahe an der Little Kilton Grammar School befand, auf die sowohl Andie Bell als auch Sal Singh gegangen waren und an die Pip in wenigen Wochen, wenn die vom August trunkene Sonne in den September überginge, für ihr letztes Jahr zurückkehren würde.

Pip blieb stehen und legte eine Hand auf die Pforte, womit sie mehr Mut bewies als die Hälfte der anderen Kinder des Städtchens. Ihr Blick wanderte den Weg zur Haustür entlang. Es mochten nur wenige Schritte sein, doch fühlte es sich an, als klaffte ein gähnender Abgrund zwischen der Stelle, an der sie stand, und der Tür. Dies könnte eine sehr schlechte Idee sein; das hatte sie durchaus bedacht. Die Vormittagssonne war heiß, und sie spürte schon, wie ihre Kniekehlen unter der Jeans klebrig wurden. War die Idee kühn oder einfach nur dumm? Andererseits hatten selbst die größten Persönlichkeiten der Geschichte immer Risiko über Sicherheit gestellt. Wollte sie etwas erreichen, musste sie das auch tun. Also pfiff sie auf den Abgrund und ging auf die Tür zu, an der sie nur eine Sekunde stockte, um sich zu vergewissern, dass sie dies hier wirklich wollte. Sie klopfte dreimal. In der Haustür sah sie ihr angespanntes Spiegelbild: das lange dunkle Haar, an den Spitzen zu einem helleren Braun ausgeblichen; das Gesicht, das blass war, obwohl sie die letzte Woche in Südfrankreich verbracht hatte, die durchdringenden, schlammgrünen Augen, gewappnet für das, was kommen würde.

Sie hörte das Rasseln einer Kette und ein doppeltes Klicken im Schloss. Dann schwang die Tür auf.

"Ja?", fragte er, wobei er die Tür nur halb offen hielt. Pip blinzelte, um nicht zu starren, aber sie konnte einfach nicht anders. Er sah Sal so ähnlich, dem Sal, den sie aus all den Fernsehberichten und von den Zeitungsfotos her kannte. Wie der Sal, dessen Bild in ihrer Erinnerung schon zu verblassen begann. Ravi hatte das gleiche wilde, zur Seite gestrichene schwarze Haar wie sein Bruder, die gleichen gebogenen Augenbrauen und den gleichen dunklen Teint.

"Ja?", fragte er wieder.

"Ähm ..." Pips spontaner Charmereflex versagte. Ihr Hirn verarbeitete noch, dass er, im Gegensatz zu Sal, ein Kinngrübchen hatte, genau wie sie selbst. Und er war noch größer geworden seit dem letzten Mal, als sie ihn gesehen hatte. "Ähm, entschuldige, hi." Sie winkte linkisch, was sie umgehend bereute.

"Hi?"

"Hi, Ravi", sagte si

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