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Adebar und Kunigunde von Nowotny, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2013
  • Verlag: EDITION digital
eBook (PDF)
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Adebar und Kunigunde

Seit jeher soll es Menschen geben, die mit Tieren reden. Kunigunde, zum Beispiel, weiß nicht nur rätselvolle Sprüche, sie kann sich auch mit Mijnheer Adebar verständigen. Der Storch hat nämlich Sorgen. Er muss ein neues Nest bauen. Wohin aber? Doch nicht etwa auf den Leitungsmast! Da gibt es Konflikte mit den Menschen. Wir haben es jedoch nicht mit einer herkömmlichen Tiergeschichte zu tun. Neun Abende gibt es Nachrichten über Stürme und sanften Frühlingswind, über Alarm und Kurzschluss, über Feiern und Entscheidungen - und schließlich auch Auskunft über einige Hoffnungen für unsere Zeit. Das hochaktuelle Buch für Kinder ab 10 Jahre, die sich für den Schutz der Tiere und ihrer Umwelt interessieren, erschien erstmals 1990 in Der Kinderbuchverlag Berlin.

Joachim Nowotny entstammt einer Arbeiterfamilie. Er absolvierte eine Lehre als Zimmermann und arbeitete in diesem Beruf. 1954 legte er an einer Arbeiter-und-Bauern-Fakultät die Reifeprüfung ab und studierte anschließend bis 1958 Germanistik an der Universität Leipzig. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er als Verlagslektor. Seit 1962 lebt er als freier Schriftsteller in Leipzig. Von 1967 bis 1982 wirkte er als Dozent am dortigen Literaturinstitut Johannes R. Becher. Joachim Nowotny ist Verfasser von Erzählungen, Romanen, Hör- und Fernsehspielen. Den Schwerpunkt seines Werkes bilden Kinder- und Jugendbücher; thematisch ist er eng mit seiner Heimatregion, der Lausitz, verbunden. Nowotny behandelte als einer der ersten DDR-Autoren am Beispiel des Lausitzer Braunkohle-Tagebaus Themen wie Landschafts- und Umweltzerstörung. Joachim Nowotny ist seit 1990 Mitglied des Verbands Deutscher Schriftsteller. Auszeichnungen: 1971 Alex-Wedding-Preis, 1977 Heinrich-Mann-Preis 1979 Nationalpreis der DDR (II. Klasse für Kunst und Literatur) 1986 Kunstpreis des FDGB. Bibliografie (Auswahl) Hochwasser im Dorf, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1963 Jagd in Kaupitz, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1964 Hexenfeuer, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1965 Jakob läßt mich sitzen, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1965 Labyrinth ohne Schrecken, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1967 Der Riese im Paradies, Der Kinderbuchverlag, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1969 Sonntag unter Leuten, Mitteldeutscher Verlag, Halle (S.) 1971 Ein gewisser Robel, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1976 Die Gudrunsage, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1976 Ein seltener Fall von Liebe, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1978 Abschiedsdisco, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1981 Letzter Auftritt der Komparsen, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1981 Die Äpfel der Jugend, Aufbau Verlag, Berlin 1983 Ein Lächeln für Zacharias, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1983 Der erfundene Traum und andere Geschichten, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1984 Schäfers Stunde, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1985 Der Popanz, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1986 Wo der Wassermann wohnt, Domowina Verlag, Bautzen 1988 (zusammen mit Gerald Große) Adebar und Kunigunde, Der Kinderbuchverlag, Berlin 1990 Als ich Gundas Löwe war, Faber & Faber, Leipzig 2001

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 149
    Erscheinungsdatum: 13.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863941383
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 1031kBytes
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Adebar und Kunigunde

"Ha", rief der Storch, "Ihr besteht also immer noch auf dem Wort. Aber meinetwegen: Wenn Ihr es eine Katastrophe nennen wollt, dass nun etliche Leute auf die Beine kamen, sich hier eine Tür öffnete, da ein Fenster, dass die einen begierig, die anderen erschreckt ihre Ohren in den Wind hielten, dass vor allem die jungen Männer im Laufschritt dem Spritzenhaus zustrebten, wo sie das Eisentor ganz aufrissen und das Löschfahrzeug herausholten, dass der rote Wagen in hohem Tempo die Kurve zum Dorfplatz nahm, wobei er pausenlos auf seine Art Alarm schrie, nämlich Tatütata!, sogar nachdem er zum Stehen gekommen war und man ihm die Schläuche entrissen hatte, dass nun alles auf Kommando ging: Löschtrupp vorwärts! Wasser marsch!, dass zum Keuchen der Männer und zu Konrads Kommando nun auch das Geknatter der Motorpumpe und das Zischen des Wasserstrahls kam, kurz, wenn Ihr für all das kein anderes Wort als Katastrophe habt, so will ich es gelten lassen. Obwohl Ihr Euch damit keineswegs in Übereinstimmung mit Euren Artgenossen befindet. Denn für die Leute dort kam die Katastrophe erst später." "Wieso denn das?", rief Gulamo in höchster Erregung. Der Storch ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. "Gemach, gemach", sagte er, "ich nehme mir die Freiheit, zuerst davon zu berichten, was ich als Katastrophe erlebte. Zunächst betrachtete ich das Hin und Her zu meinen Füßen von oben herab wie eine Art Übung, deren Regeln ich nicht kannte. Obwohl es rasch dunkel wurde, konnte man alles gut sehen, denn man hatte mehrere hell strahlende Lampen herbeigeschafft, die die Vorgänge beleuchteten. Freilich zuckten meine Glieder. Und ich war mehrmals drauf und dran, meinen Posten zu verlassen und Schutz in der Finsternis des Luftraums zu suchen. Doch ich unterdrückte alle Regungen dieser Art, denn noch immer vertraute ich den Leuten, die mich so lange in ihrem Dorf geduldet hatten. Es dauerte ja auch eine ganze Weile, ehe die Pumpe mit voller Kraft lief und der Wasserstrahl die Spritze steil ansteigend verließ. Konrads Kommandos wurden immer energischer. Macht Druck! Haltet drauf! rief er. Und bald wiederholten die beiden jungen Männer, die die Pumpe und die Spritze führten, die Befehle mit vor Anstrengung knirschenden Stimmen: Ich mache Druck! Ich halte drauf! Aber erst als mich der kalte Strahl traf und von meiner Plattform riss, als ich vom Druck des Wassers zu Boden geschleudert wurde, erkannte ich, wie sehr ich mich getäuscht hatte und dass der ganze Alarm nicht irgendeiner Übung, sondern einzig und allein mir gegolten hatte." "Wie denn", rief Gulamo, "man hat Euch einfach ... heruntergespritzt?" "So ist es", sagte der Storch. "Man scheute weder Sirenengeheul noch Scheinwerferlicht, man brachte eine ganze Dorffeuerwehr auf die Beine, nur um einen Storch von einem Lichtmast zu spritzen." "Konntet Ihr Euch retten?" "Mit Mühe", sagte der Storch, "es bedurfte schon einer ganzen Reihe von kräftigen Flügelschlägen, ehe der Luftstrom mein nasses Federkleid trocknete. Aber lassen wir das. Bleiben wir bei dem Aufwand, den Euresgleichen manchmal treibt und der jeder Vernunft spottet. Hätte man nicht ..." "Einen Augenblick!", rief Gulamo, "wir können gleich darüber sprechen. Vergesst bloß nicht, dass Ihr mir noch etwas anderes schuldig seid." "Wie könnte ich", antwortete der Storch, "kommt doch das eine aus dem anderen. Ich gewann dann doch ein bisschen Höhe, aber um in den Luftraum zu steigen, war es zu spät. Also suchte ich mir ein Stalldach, das im Dunkeln lag, und versuchte, mit meinem Schrecken fertig zu werden, so gut es ging. Im Schein der Lampen freilich beruhigte man sich nicht. Man hatte hurra! geschrien, als mich der Strahl vom Mast warf. Man war so begeistert, dass man nicht aufhören wollte. Vor allem die beiden jungen Leute, bei denen es sich natürlich um Alexanders Freunde Harzer und Stromer handelte, konnten nicht genug tun, zu rufen: Ich mache Druck! Ich halte drauf! Und so stieg der Strahl weiter zur Mastspitze

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