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Alleycat 1 Liebe & Rache von Schinko, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.08.2019
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch
eBook (ePUB)

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Alleycat 1

Diese Superheldin rockt! Rina wächst wohlbehütet in der idyllischen Eastside auf. Doch ihre Sehnsucht nach Abwechslung und Abenteuer zieht sie immer wieder in die düstere Northside, wo Gangs regieren. Dort verliebt sie sich bei einem Konzert in den Rockstar Brynn. Und wird zunächst etwas unfreiwillig zu einer Superheldin, als sie ein Mädchen vor einem Überfall rettet und ein Video von ihrer Rettungsaktion im Fernsehen auftaucht. Die Presse gibt ihr den Spitznamen Alleycat. Als Alleycat streift sie schließlich Nacht für Nacht durch die Straßen der Northside und rächt das Unrecht. Doch wie lange kann das Leben als Phantom gut gehen? Und hat ihre Liebe zu einem Northside-Jungen eine Chance? Und wer ist der maskierte Junge, der sich Ash nennt und ihr in einer verhängnisvollen Nacht das Leben rettet? Barbara Schinko, geboren 1980 in Österreich, wuchs zwischen Bergen und Büchern auf. Wenn sie nicht durch Asien, Australien und die USA reist, erfindet sie zu Hause die Liebe neu.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 15.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864180859
    Verlag: Oetinger Taschenbuch
    Serie: Alleycat 1
    Größe: 1306 kBytes
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Alleycat 1

Eins

Musik. Sie erfüllte meinen Kopf, vertrieb die Gedanken. Ich schloss die Augen und sah sie fliegen wie Vögel. Durchs Panoramafenster unseres Wohnzimmers, über die sorgfältig gestutzten Büsche im Vorgarten, vorbei an den Kronen der Ahorn- und Magnolienbäume auf die Dächer der Nachbarhäuser.

Was ich hörte, war keine besondere Musik, nur eine Playlist aktueller Hits. Ein bisschen Pop, ein paar rockige Nummern mit kreischenden Gitarren. Trotzdem. Ihr Klang machte mich frei.

Rina!

Ich las meinen Namen von Moms Lippen ab und zog den Stöpsel des iPods aus meinem linken Ohr.

"Rina, hörst du mich?"

"Jetzt schon."

Moms bodenlange, weiße Abendrobe schimmerte wie Schwanenfedern. Eine Parfümwolke umgab sie. Transcendent , ihr Lieblingsduft. Ihre kastanienbraunen Haare, die gleiche Farbe wie meine, waren elegant im Nacken zusammengedreht. Um ihre Schultern hing eine Stola aus weißem Webpelz. Mom beugte sich über die cremefarbene Couch, auf der ich lag, und hüllte mich in ihr Parfüm ein wie in eine Umarmung.

Transcendent roch an Mom supergut, warm und vanillig, mit einem Hauch von Kaffeebohnen. In ihrem Halsausschnitt glänzte der Perlenanhänger an einer goldenen Kette. Welcher Anlass steckte noch mal hinter alldem? Die Gala des Museums? Nein, die war vorige Woche gewesen. Dann also die des Zoos. Aus dem Alter für Zoobesuche waren Mason und ich zwar längst heraus, den letzten Familienausflug dorthin hatten wir vor acht Jahren zu meinem neunten Geburtstag gemacht. Trotzdem stand Mom für ein Schimpansenbaby Pate und hatte zusammen mit Dad zehntausend Dollar für das neue Reptilienhaus gespendet. Galas wie diese waren eben wichtig. Bei jeder zog Mom drei, vier neue Kunden für ihre Headhunting-Agentur an Land.

"Ist die Stola nicht ein bisschen übertrieben?", konnte ich mir eine Bemerkung nicht verkneifen. Wir hatten immerhin schon April.

"Ja", pflichtete mir Mom bei und senkte verschwörerisch die Stimme, "aber genau darin besteht der Trick. Übertreib ein kleines bisschen, dann ..."

"... bleibst du den Leuten in Erinnerung", beendete ich gleichzeitig mit ihr den Satz. Ich hörte solche Tipps nicht zum ersten Mal.

Ein flüchtiges Lächeln belohnte mein gutes Gedächtnis. "Dein Dad und ich müssen los, unser Taxi wartet. Sandwiches sind im Kühlschrank: Frischkäse, Lachs und Putenschinken. Geh nicht zu spät ins Bett", ermahnte mich Mom, "denk daran, morgen ist Schule."

Und ein Arbeitstag für Mom und Dad. "Das heißt also, ihr kommt vor Mitternacht zurück?", zog ich sie auf.

Sie lachte. "Rina-Schätzchen, genieß deine Teenagerjahre. Nie wieder wirst du so viel Zeit zum Schlafen haben."

Mom wusste, wovon sie redete. Schlaf schien ein Fremdwort für sie zu sein. Wenn ich morgens gähnend aus meinem Zimmer wankte, saß sie schon bei einem Glas Orangensaft, einem Croissant und der Zeitung in der Küche. Und stand ich nachts mal auf, hockte sie mit ihrem Tablet auf der Couch oder telefonierte. Sogar um zwei Uhr morgens!

Nicht, dass ich mich darüber beschwert hätte. "Sie könnte ruhig öfter für dich da sein", hatte meine Freundin Federica, deren Mom nach ihrer Geburt zu Hause geblieben war, erst neulich angemerkt. "Ohne dabei mit einem Ohr am Handy zu hängen."

Aber das Bild von Mom als Nur-Hausfrau passte irgendwie nicht in meinen Kopf. Warum sollte sie für Mason und mich ihre Karriere aufgeben, wenn Dad das nicht tat? Ich stellte es mir sogar eher nervig vor, ständig bemuttert und gefragt zu werden, ob ich auch fleißig für die Schule lernte. Solange sich Mom fürs Daumendrücken bei Masons und meinen Karatewettkämpfen freinahm, war alles okay.

Sie hauchte mir ein Küsschen auf jede Wange und trippelte davon. Ihre Perlenohrgehänge klimperten leise. Wenig später fiel die Haustür ins Schloss. Durchs Panoramafenster beobachtete ich, wie Mom über die Platten im Vorgarten glitt. Dad stan

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