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Als die schwarzen Feen kamen von Beer, Anika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2012
  • Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Als die schwarzen Feen kamen

Eine Geschichte, die einen Lesesog entfaltet, dem man sich nicht entziehen kann
Völlig unerwartet wird die fünfzehnjährige Marie von Gabriel, dem Schwarm ihrer Mitschülerinnen, angesprochen. Gabriel vermag die Wesen zu sehen, die sich im Schatten der Menschen verbergen, und in Maries Schatten bemerkt er etwas Beunruhigendes: einen Schwarm gefährlich anmutender schwarzer Feen. Gabriels Angebot, ihr zu helfen, lehnt Marie zunächst ab, doch als es den Feen gelingt, in die Realität einzubrechen, geht sie erneut auf ihn zu. Gemeinsam versuchen sie, das Wesen der schwarzen Feen zu ergründen. Dabei stoßen sie auf eine düstere Stadt aus Obsidian, die Marie einst in ihrer Phantasie erschuf, die jetzt aber von den schwarzen Feen beherrscht wird. Mit Gabriels Hilfe will Marie es wagen, die Obsidianstadt zu betreten, um sich den Feen zu stellen ...

Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. Inzwischen hat sie mehrere Bücher für Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht und lebt mit ihrer Familie in Bielefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 12.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641068370
    Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
    Größe: 941 kBytes
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Als die schwarzen Feen kamen

Prolog: Jenseits

Dick und undurchsichtig türmten sich die Nebelschwaden am rotvioletten Himmel. Sie waren so dicht, dass nicht einmal das Licht der weißen Sonne hindurchdrang. Von einem Schritt zum nächsten war die Straße abgeschnitten, als ob sie nur einen Meter weiter einfach aufhörte, doch das tat sie nicht. Das wahre Ende musste dort in den grauen Schlieren verborgen sein. Irgendwo.

Vorsichtig schob Lea einen Fuß nach vorn, bis er vom Nebel verschluckt wurde. Kälte sickerte in ihren Schuh. Lea fröstelte und zog den Fuß wieder zurück. Zögernd hob sie die Laterne ein wenig höher. Das ölige Licht, das zuvor im Schein der Sonne verblasst war, drängte nun die dicken Schwaden zur Seite – allerdings nicht weit genug, als dass Lea weiter als eine Armlänge hätte sehen können. Nebelfetzen verfingen sich in ihren Haaren, und am liebsten wäre sie zurückgewichen. Sie wollte nicht berührt werden von diesem leichenblassen, feuchten Dunst, wollte ihn nicht einatmen und spüren, wie er ihr von innen das Leben aussaugte. Seit mehr als einem Jahr stand sie nun jeden Tag vor dieser Nebelwand, die ihre ganze Welt umschloss. Anfangs hatte sie noch geglaubt, mit der Zeit würde es ihr leichter fallen, die Schwelle zu überschreiten. Doch stattdessen wurde es mit jedem Mal schwerer, ihren Widerwillen zu bekämpfen und den Nebel zu betreten. Denn dort drin konnte es kein Leben geben. Das bleiche Grau umhüllte alles, was lebte, und verwandelte es in feuchte Kälte. Hielt man sich zu lange darin auf, fraß es das Gesicht, den Namen und die Persönlichkeit eines Menschen und zehrte ihn langsam aus, bis er nicht mehr war als ein geisterhafter Schatten seines ursprünglichen Wesens – und schließlich selbst zu Nebel wurde.

Eine kleine Ewigkeit, wie ihr schien, stand Lea nur da und lauschte, wartete auf ein Zeichen, irgendeins nur, das ihr sagte, dass sie diesmal vielleicht doch etwas finden würde ... oder jemanden. Doch jenseits der trüben Schwaden war nichts zu hören. Nicht einmal ein leises Atmen.

Schließlich gab sie es auf und wandte sich zu ihrem Begleiter um. Der Maskierte sah aus seinen leeren Augenhöhlen auf sie herunter. Doch Lea spürte das Mitgefühl in seinem Blick.

" Das hat keinen Sinn, oder?" In der drückenden Stille klang es, als hätte jemand ihre Stimme in einen Blechkasten gesperrt. Lea schluckte. Ihr Hals war trocken. Sehnsüchtig sah sie zum Turm zurück, der sich in der Ferne über den schwarzen Häusern der Obsidianstadt erhob. Die bleiche Sonne brannte auf ihrer Haut. Sie konnte nicht ewig hier stehen bleiben.

Wir sollten endlich aufgeben, dachte sie mutlos. Dem Nebel den Rücken zukehren, nach Hause gehen und einfach auf das Ende warten. Bis er auch uns verschluckt ...

Aber wie lange, fragte eine boshafte Stimme in ihrem Kopf, wirst du auf dich allein gestellt sein, bevor es wirklich vorbei ist? Und was wirst du tun, wenn auch der Maskierte dir nicht mehr helfen kann? Bei dem Gedanken verengte sich ihre Kehle schmerzhaft. Natürlich. Sie würden nicht gemeinsam im Nebel vergehen. Der Nebel würde sie einzeln nehmen. Einen nach dem anderen. Bis keiner mehr übrig war.

Eine Hand legte sich auf ihre Schulter und sie sah auf. Der Maskierte nickte ihr zu und deutete wortlos auf das dichte Grau vor ihnen. Noch war er hier, sagte seine Geste. Lea verstand es auch ohne Worte. Er würde bei ihr sein, so lange er konnte. Freiwillig würde er sie niemals allein lassen. Und noch war es nicht zu spät, vielleicht doch einen Ausweg zu finden. In diesem Moment hätte Lea nichts lieber getan, als die Arme um ihn zu schlingen, ihn an sich zu drücken und hilflos zu weine

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