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Angel Hunter von Farrell, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.11.2016
  • Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
eBook (ePUB)
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Angel Hunter

Gerade frisch nach New York gezogen, trauert die 16-jährige Jenna noch um ihren Vater, der vor wenigen Wochen von Unbekannten ermordet wurde. Da wird sie plötzlich selbst von fünf Männern in langen schwarzen Mänteln auf dem Friedhof angegriffen. Nur knapp kann sie mit Hilfe eines gut aussehenden Unbekannten entkommen. Doch dieser scheint nicht ganz bei Verstand zu sein, erzählt er ihr doch hanebüchene Geschichten: Die Angreifer seien angeblich sogenannte 'Angel Hunter', Auftragskiller des Himmels, die im Namen der Erzengel Jagd auf Halbengel machen. Bei ihrem Vater waren sie bereits erfolgreich, nun sei Jenna ihr nächstes Ziel. Jenna glaubt dem geheimnisvollen Garret kein Wort, dennoch lässt sie sich darauf ein, gemeinsam mit ihm vor den 'Angel Huntern' zu flüchten. Doch welches verhängnisvolle Geheimnis verbirgt Garrett eigentlich vor ihr? Anne Farrell liebt das Geschichtenerfinden schon von Kindesbeinen an. Auf langen Spaziergängen durch die städtischen Parks holt sie sich die nötigen Inspirationen. Nach Ausflügen in andere Genres und unter anderen Namen veröffentlicht sie nun ihre erste Romantasy-Geschichte für Jugendliche. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 17.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783764190934
    Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
    Größe: 1261kBytes
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Angel Hunter

1

Polizeisirenen. Noch immer überläuft es mich kalt, wenn ich sie höre. Und in einer Stadt wie New York hört man sie oft. Besonders am Abend und in der Nacht. Manchmal verfolgen sie mich in meine Träume. Dann sehe ich wieder, wie die Wagen neben meiner Schule stehen. Ich hatte die Zeit vergessen, wollte pünktlich zurück sein - und dann war es zu spät gewesen.

Aus solchen Träumen erwache ich schweißgebadet und kann dann nicht mehr einschlafen. Ich fürchte mich vor den Bildern, fürchte mich vor der Zukunft, vor dem neuen Morgen. Ich geistere dann durch die Wohnung, setze mich vor das Fenster und schaue der Stadt beim Erwachen zu. Einer Stadt, die den Himmel hinter Wolkenkratzern verbirgt.

Ich habe keine Ahnung, warum meine Mutter unbedingt hierherziehen wollte. In einer Großstadt gibt es wesentlich mehr Verbrechen als auf dem Land. Die Sirenen tönen gespenstisch durch die Häuserschluchten und die Luft ist schlecht. Die Wohnung ist klein, es ist unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen. Momentan ist das jedoch das, was wir beide am dringendsten wollen - uns aus dem Weg gehen.

Seit dem Vorfall vor drei Monaten hasst mich meine Mutter. Nicht öffentlich, denn sie ist ja meine Mutter und da ich erst sechzehn bin, muss sie noch zwei Jahre so tun, als würde sie sich gern um mich kümmern. Doch im Grunde ihres Herzens ist sie froh, wenn diese zwei Jahre rum sind und sie mich endlich rausschmeißen kann. Dass sie mich endlich aus ihrem Leben streichen kann.

Ich muss ehrlich zugeben, dass es mir ähnlich geht. Wem nützt eine Mutter, wenn sie nicht wirklich da ist? Wenn sie nur eine leere Hülle ist, die man sieht, die einen aber nicht unterstützt oder hilft?

Mich hat der Vorfall damals genauso schwer getroffen wie sie. Vielleicht noch schwerer, denn er war ja mein Vater. Sein Blut fließt in meinen Adern. Warum glaubt sie also, dass mich das kalt lässt?

Der Polizeiwagen rast an mir vorbei, die Sirene entfernt sich. Der dumpfe Nachhall in meiner Seele bleibt zurück. Ich kneife die Augen zusammen und schüttle den Kopf. Jemand rempelt mich an, nimmt aber keine weitere Notiz von mir. Ich schaue mich nicht nach ihm um.

Auf einmal wird mir klar, warum meine Mutter unbedingt hierher wollte. Nicht nur wegen des Jobs. Den hätte sie auch in einer kleinen Stadt bekommen können. Sie ist hierher gekommen, weil New York anonym ist. Weil niemand Fragen stellt. Weil jeder den anderen so sein lässt, wie er will. Nicht, weil die Stadt besonders tolerant wäre. Sie ist ignorant. Die Menschen sind ihr egal. Ob "Wall Street"-Bankier oder Penner - sie macht keinen Unterschied.

Ich schiebe den Gurt meiner Schultasche höher, denn er schnürt mir die Schulter ab. Meine Highschool erwartet, dass wir alle über Nacht zu Genies werden. Um das zu erreichen, müssen wir einen Haufen Bücher mit uns herumschleppen - wahrscheinlich, damit wir zu schwach sind, um im Unterricht aufzumucken.

Aber das ist eh nicht mein Ding.

Da mich die Ereignisse von damals immer noch im Schlaf verfolgen und ich oftmals furchtbare Albträume habe, bin ich dazu übergegangen, den Großteil meiner Nächte wach zu verbringen. Ich höre Musik, starre durch die Jalousie meines Fensters und beobachte die Leute im Haus gegenüber. Einige von ihnen denken, dass es ab einer gewissen Höhe nicht mehr nötig ist, Vorhänge aufzuhängen. Diese Leute beobachte ich dann dabei, wie sie sich küssen oder streiten, essen oder fernsehen. Bis mir unvermeidlich selbst die Augen zufallen. Meist passiert das so spät, dass gar nicht genug Zeit bleibt, um ins Reich der Träume abzurutschen. Mein Wecker klingelt, ich wälze mich aus dem Bett und sitze dann mit Augenringen und vollkommen verschlafen im Unterricht. Deshalb ist Rebellion nicht mein Ding.

An unserem Wohnhaus angekommen mache ich erst mal Halt. Der Imbiss an der Ecke duftet verlockend, doch leider habe ich kein Geld, um mir Falafel zu holen. Außerdem hasst es meine Ma, wenn ich bei

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