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Animal Heroes, Band 1: Falkenflügel von Thilo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.09.2017
  • Verlag: Ravensburger Verlag
eBook (ePUB)
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Animal Heroes, Band 1: Falkenflügel

ANIMAL HEROES - IHRE MAGISCHEN TIERE MACHEN SIE ZU SUPERHELDEN! Pepe kann fliegen, wenn er mit seinem Falken Horus zusammen ist. Aber wird es ihm gelingen, Mojo und seinen Geparden Dante aus der Gewalt der fiesen Beast Boys zu befreien? Hoch in den Anden kommt es zu einem gefährlichen Showdown ... Thilo P. Lassak verbrachte den Großteil seiner Kindheit in der elterlichen Buchhandlung zwischen Pippi Langstrumpf und Räuber Hotzenplotz - die optimale Vorbereitung auf seine spätere Laufbahn als Kinderbuchautor. Nach dem Studium der Publizistik machte er zunächst mit seiner Kabarettgruppe 'Die Motzbrocken' von sich reden. Daneben arbeitete er für Funk und Fernsehen und schrieb unter anderem Drehbücher für 'Sesamstraße' und 'Bibi Blocksberg'. Seine Bücher schreibt er fast alle unter seinem Vornamen Thilo. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Mainz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 20.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473478545
    Verlag: Ravensburger Verlag
    Serie: Animal Heroes 1
    Größe: 8081 kBytes
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Animal Heroes, Band 1: Falkenflügel

1.
Augen wie
ein Falke

Am Stadtrand von Barcelona hockte Pepe auf seinem Lieblingsfelsen und blickte in die Ferne. So wie beinahe jeden Tag. Stundenlang konnte er hier sitzen und die Bewegung der Wellen studieren. Sie beruhigten ihn, denn tief im Inneren war Pepe so aufgewühlt wie das Meer an stürmischen Tagen.

Pepe war elf Jahre alt, hatte keine Geschwister und auch in der Schule keine richtigen Freunde. Manchmal machten sich seine Mitschüler über ihn lustig, weil er so schweigsam war, aber meistens ließen sie ihn in Ruhe, und das war ihm nur recht. Insbesondere, seit seine Eltern sich getrennt hatten.

Pepe schlang die Arme um seine Beine und beobachtete ein Kreuzfahrtschiff, das gerade auslief. Er schluckte. Er träumte schon lange von einer weiten Reise, aber so einen Trip würde er sich wohl niemals leisten können.

Pepe drehte den Kopf und ließ seinen Blick die Küste entlangwandern. In einiger Entfernung befand sich eine kleine Landzunge, die weit ins Meer hineinreichte. An ihrem Ende stand ein kleiner, halbverfallener Turm.

"Den wollte ich mir ja schon lange mal ansehen ...", murmelte Pepe. Er stand auf. Für den Weg würde er sicher eine gute Stunde brauchen, aber zu Hause warteten eh nur eine stille Wohnung und ein voller Kühlschrank.

Am späten Nachmittag erreichte Pepe die Landzunge. Der Zugang zum Turm war allerdings durch einen Maschendrahtzaun versperrt. Pepe blickte sich um. Weit und breit war niemand, der ihn anschwärzen konnte. Also hob er den Draht an und schob sich darunter hindurch.

Der Turm war aus grob behauenen Steinen erbaut worden und mit Moos und Flechten bedeckt. Er war verschlossen, doch die alte hölzerne Tür ließ sich leicht eintreten.

Sekunden später stieg Pepe die steinerne Wendeltreppe nach oben. Merkwürdig!, dachte er. Je höher er kletterte, je weiter er sich vom sicheren Erdboden entfernte, desto wohler fühlte er sich.

Der Turm war bestimmt mehrere Hundert Jahre alt. Am Zaun hatte ein Schild gehangen, auf dem stand, dass die Stadt ihn bald abreißen und an seiner Stelle Luxuswohnungen bauen wollte. "Immer nur Luxus!", knurrte Pepe. "Und für die Armen interessiert sich niemand!"

Nach etwa zweihundert Stufen endete die Treppe in einem kreisrunden Raum. Er war völlig leer. Auf der einen Seite konnte man aufs Meer sehen, auf der anderen über die Dächer der Großstadt. Pepe hatte sofort das Gefühl, hier ein geheimes Versteck gefunden zu haben, einen Platz, der nur ihm allein gehörte. Er kletterte auf die Fensterbank auf der Meerseite und ließ ein Bein nach draußen baumeln. Höhenangst hatte er noch nie gehabt. Weit entfernt fuhr das Kreuzfahrtschiff; Pepe erkannte es nur noch an den vier dicken Schornsteinen. Doch plötzlich war in seinem Kopf kein Platz mehr für irgendeinen Gedanken über reiche Urlauber oder Luxuswohnungen. Stattdessen spürte er im ganzen Körper eine unbekannte Kraft, die Nähe eines anderen Lebewesens.

Pepe fuhr herum. Neben ihm, nur einen Meter von seinem Gesicht entfernt, saß ein Turmfalke auf einem überstehenden Balken.

Turmfalken waren eher scheu, das wusste Pepe. Biologie war eines der wenigen Schulfächer, die ihn interessierten. Doch dieser hier war sogar ziemlich zutraulich. Er trippelte noch ein wenig näher an Pepe heran und Pepe hatte das Gefühl, dass die Vogelaugen direkt in seine Seele blicken konnten. Kraft ging von dem Falken aus, Ruhe und Weisheit.

"Du spinnst!", ermahnte Pepe sich selbst. "Das ist ein ganz normaler Falke, du hast nur noch nie einen aus dieser Nähe gesehen."

Pepe hob vorsichtig den Arm und berührte den Falken ganz sanft. Mit seinem Zeigefinger strich er dem Vogel durch das Gefieder.

In diesem Moment durchzuckte ein Blitz Pepes Körper. Es war wie ein kleiner Stromschlag, tat aber nicht weh. Trotzdem schlug Pepes Herz schneller. Nein, das hier war kein gewöhnlicher Vogel, das war ihm jetzt klar. Aber was war es dann?

Pepe

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