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Aschenputtelfluch Die Arena Thriller von Kuhn, Krystyna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2012
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Aschenputtelfluch

Idyllisch liegt das Internat Ravenhorst in einem Seitental. Doch als sich eine der Schülerinnen vom Glockenturm stürzt, wandelt sich die Idylle in einen Albtraum. Warum hat sich Kira in den Tod gestürzt? Jule, eine der Neuen im Internat, macht sich auf die Suche. Aber sie stößt bei ihren Mitschülern auf eine Mauer des Schweigens. Bis sich die Ereignisse zu wiederholen scheinen. Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Würzburg und Göttingen sowie zeitweise in Moskau und Krakau. Sie arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin und schreibt mit Vorliebe Thriller und Krimis. 'Schneewittchenfalle' war Krystyna Kuhns erster Jugendroman. Für ihr literarisches Werk wurde Krystyna Kuhn bereits zweifach für den Frauenkrimipreis nominiert. Foto © Hartmut Schröder

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 01.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401800707
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 409 kBytes
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Aschenputtelfluch

KAPITEL 1

D er Bus gab Vollgas, legte sich in die Kurve und bog nach rechts in eine schmale Straße, nicht mehr als ein asphal tierter Waldweg. Die hohen dunkelgrünen Tannen stan den so dicht beieinander, dass nur ein schmaler Streifen blauer Himmel über uns zu sehen war.

Willkommen in Ravenhorst!

Das Schild war nicht zu übersehen.

Oh mein Gott, war ich nervös. Nur noch drei Kilometer trennten mich von meiner neuen Heimat.

Ich schloss die Augen und sagte zu mir: Calm down, Jule, du bist auf dem direkten Weg in die Freiheit.

Mein Nachbar schlief immer noch.

"Ich bin Nikolaj, zehnte Klasse", hatte er gesagt, als wir am Hauptbahnhof Leipzig in den Bus stiegen. "Ist der Platz neben dir frei? Hinten wird mir immer schlecht."

Ich nickte und räumte bereitwillig meinen Rucksack zur Seite.

Er setzte sich, schloss die Augen und weg war er.

Wie ich heiße, hatte er nicht gefragt.

Ich bin Jule.

Na ja, eigentlich Juliane, aber niemand nennt mich so außer meinen Eltern. Ich bin nicht nur Einzelkind, sondern auch das Produkt einer späten Liebe. Zu spät - wenn man mich fragt. Ich bin auf die Welt gekommen, als meine Mut ter anfing, sich vor dem Leben zu fürchten: vor Arbeitslosigkeit, Krankheit, Tod, Wirtschaftskrise, Klimaerwärmung, Terrorismus, Vogelgrippe. Vielleicht liegt es auch daran, dass mein Vater Polizist ist. Sie weiß einfach zu viel darüber Bescheid, was alles passieren kann.

Meine Eltern sind alt. Älter als die Beatles, viel älter als das Farbfernsehen - an Computer oder Handys war noch gar nicht zu denken. Mein Daddy - er hasst es, wenn ich ihn so nenne - ist ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geboren. Ist das nicht krass? Und meine Mut ter sieben Jahre später. Kurz - eine Tochter in meinem Al ter bedeutet für sie der totale Kulturschock.

Und deshalb bin ich jetzt unterwegs in das Internat Ra venhorst, das ehemals ein Kloster war. Ich könnte also sa gen, ich gehe freiwillig ins Kloster, um der absolut peinli chen Fürsorge meiner Eltern zu entkommen und - weil ich nach der Sache mit Jasper vermutlich sowieso nie mehr eine Beziehung haben will.

Ganz davon abgesehen - es gibt Spiegel, die mir un missverständlich zu verstehen geben: Ich, Jule Sanden, in der Blüte meiner Jugend, sprich sechzehn Jahre alt, bin flach, total platt. Exakt ausgedrückt - und ich oute mich gleich als Mathefreak - komme ich gerade mal auf Körb chengröße 70 A mit Tendenz zu 65 A, wenn ein Busen überhaupt noch kleiner sein kann. Irgendwann einmal werde ich Spiegel mit digitaler Bildbearbeitung erfinden, die so eingestellt sind, dass man sich selbst perfekt er scheint.

"Aber du bist doch so intelligent, Juliane", jammert mei ne Mutter im Gegenzug, wenn ich über mein Aussehen jammere.

"Klar, Mammi, und die Kerle stehen total auf Mädchen, die klug sind. Sie mögen es, wenn man widerspricht, Ma theformeln zitiert und ihnen die Theorie des Weltalls er klärt. Genau das, was sie brauchen."

Aber das ist ein Humor, den meine Mutter nicht ver steht, weshalb sie versucht, mich zu trösten: "Aber was ist mit Jasper? Der liebt dich doch!"

In solchen Momenten möchte ich sie am liebsten an schreien, aber - Mammi ist so naiv und lieb zugl

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