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Belle - Der Fluch von Balmoral Castle Roman von Amreich, Conny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.11.2015
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Belle - Der Fluch von Balmoral Castle

Ein Roman, der wie ein Film vor den Augen abläuft

Schottland, 1877: In den nebelverhangenen Highlands stürzen die 16-jährige Belle Mc Bean und ihr Vater mit der Kutsche in den Abgrund und finden sich in den Fängen einer mysteriösen Kreatur im verfallenen Kinord Castle wieder.

Auf Belles Drängen hin lässt der Schlossherr ihren kranken Vater frei, sie selbst jedoch muss seine Gefangene bleiben...

Conny Amreich, 1986 in Wien geboren, studierte Bühnen- und Kostümbild an der Universität für angewandte Kunst in Wien und hospitierte an verschiedenen Wiener Theatern. Eine Liebesbeziehung entführte sie 2008 nach London, wo sie am Theater und beim Film als Kostümassistentin arbeitet. Ein Arbeitsaufenthalt am Film-Set während der Dreharbeiten zur Kult-Serie 'Downton Abbey' inspirierte Conny Amreich zu ihrem ersten Roman 'Weil es nicht sein darf'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 20.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423428057
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv junior
    Größe: 782kBytes
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Belle - Der Fluch von Balmoral Castle

2

Aberdeen, Schottland, 1877

"Die Königin!"

"Was?", ruft Belle aus ihrem Turm.

"Die Königin, unsere über alles geliebte Queen, braucht meine Hilfe."

Belle steckt den Kopf aus der Tür. "Hilfe von dir, Daddy?"

"Ich weiß auch nichts Genaues." Doktor Charles McBean, seines Zeichens Tierarzt von Aberdeen, läuft in dem ebenerdigen Raum umher, den er seine Praxis nennt. Spritzen mit dicken Hohlnadeln, Hufmesser, Schlundsonden und Kastrationszangen, alles liegt unaufgeräumt herum. In den Käfigen kläffen die Hunde, Papageien schreien, es grunzt ein frisch operiertes Schwein. Doch statt sich um das Durcheinander zu kümmern, läuft McBean vom Bücherregal zum Behandlungstisch, vom Instrumentenschrank zum Bunsenbrenner und sucht eine einzige Sache: seine Flasche. Heute braucht er seinen Seelentröster und Nervenberuhiger besonders dringend - McBean sucht nach dem Gin.

Wer den Doktor mag, behauptet, dass er sich mitunter einen Schnaps genehmigt, wer ihn verachtet, sagt: Unser Doktor säuft. Jetzt ist McBean so aufgeregt, dass sein Herz klopft und seine Hände zittern, wenn er an den Auftrag denkt, der ihn ereilt hat. Er, der unbedeutende Wald-und-Wiesen-Tierarzt, soll nach Schloss Balmoral kommen, auf den Landsitz ihrer allerhöchsten Majestät, Queen Victoria, jener unvergleichlichen Monarchin, die das Britische Empire seit fast vierzig Jahren regiert und von der sich alle wünschen, sie würde ihren Job bis in alle Ewigkeit weitermachen.

Nie ist es Großbritannien besser gegangen als unter Victorias Regentschaft, nie hat das britische Weltreich eine größere Ausdehnung besessen. Es umfasst Kanada und den ganzen Norden des amerikanischen Kontinents, Australien und Neuseeland gehören dazu, Indien und Burma, Afghanistan, Ägypten, der Sudan, Südafrika, ein Großteil der Antarktis und viele kleinere Länder. Über Kontinente und Provinzen, über Fürsten und Millionen von Untertanen regiert die alte weise Frau, die alle mit ihrer Güte und unverbrüchlichen Liebe beschenkt. Daran denkt McBean, während er seinen Schnaps sucht. Und ausgerechnet er soll auf das Schloss dieser einzigartigen Frau fahren und ihrem Lieblingspferd das Leben retten?

"Dummerweise ist der königliche Tierarzt nach London gereist", ruft der Doc nach oben. "Kein Veterinär ist sonst in der Nähe, keiner außer mir."

Belle klappt ihre Bücher zu, schlüpft in die Schuhe und läuft aus dem Zimmer. Während sie lernt, verlässt sie ihren Turm nur ungern. Die Leute in Aberdeen machen sich schon lustig darüber, dass ein sechzehnjähriges Mädchen sich in Büchern vergräbt, weil sie das Handwerk des Tierarztes erlernen will. Belle McBean ist eben anders, sie war schon immer anders. Vielleicht weil ihre Mutter so früh gestorben ist, vielleicht weil sich ihr Vater aus Trauer über den Tod seiner Frau in einen kränkelnden, launenhaften Mann verwandelt hat, vielleicht auch, weil Belle sich in einer Handelsstadt wie Aberdeen nicht wirklich wohlfühlt. Alles ist hier auf Profit ausgerichtet, alles wird nur nach seinem Geldwert bemessen, Güter, Ländereien und sogar Menschen. Die Hafenstadt im Nordosten Schottlands ist Umschlagplatz für Zucker aus Kuba, Gewürze aus dem Orient und feine Stoffe aus Südostasien. Schafe aus Australien werden hier ebenso ausgeladen wie Rinder aus Spanien und Federvieh aus Deutschland. Mit dem Vieh kommen auch Krankheiten und Seuchen. Belle will lernen, wie man sie behandelt und heilt. Die Medizin macht heutzutage ungeheure Fortschritte. Es ist eine moderne Zeit, immerhin schreiben sie schon das Jahr 1877 .

Das Haus der McBeans hat eine Besonderheit: Ein Türmchen thront auf dem Dach. Seit Belle denken kann, war der alte Turm ihr Zimmer. Hier hat ihre Mutter sie zu Bett gebracht und Schlaflieder für sie gesungen, von hier oben hört sie die Tiere schnauben und knurren, von hier kann Belle weit über Aberdeen schauen, bis zum Meer.

"Ich komme.

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