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Bis du mir gehörst von Marr, Melissa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.01.2016
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
eBook (ePUB)
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Bis du mir gehörst

'Ich werde es machen, aber es tut weh.
Gott, es tut weh, den Menschen zu opfern, von dem ich glaubte, er wäre für mich bestimmt. Doch ich habe keine andere Wahl. Ich muss sie töten.'

Als Eva nach einem Unfall im Krankenhaus aufwacht, ist sie nicht nur schwer verletzt, sie hat auch eine merkwürdige neue Gabe: Sie kann den Tod anderer Menschen vorhersehen, wenn diese sie berühren.
Kurz darauf wird eine ihrer Mitschülerinnen brutal ermordet und plötzlich schwebt Eva in höchster Lebensgefahr. Denn der Killer hat am Tatort eine Nachricht hinterlassen: Für Eva.

Ein atemloser Thriller von der New-York-Times-Bestseller-Autorin Melissa Marr

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 28.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473477104
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Originaltitel: Made for you
    Größe: 2824 kBytes
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Bis du mir gehörst

"Hast du die gesehen?", flüstert Piper mir hinter vorgehaltenem Plastikbecher zu. Sie klammert sich bereits seit zwei Stunden an diesen Plastikbecher mit Wein. Er dient ihr lediglich als Requisite. Piper ist nüchtern. Sie ist immer nüchtern. Und sie hat ein Faible für Dramen.

Ich nicke mit unbewegter Miene. Natürlich habe ich sie gesehen.

Es gibt keine Party, auf der ich nicht bin und auf der Nate nicht von irgendeinem Mädchen angequatscht wird - wenn er sich denn mal blicken lässt. Ich könnte gut darauf verzichten, doch das ist eine der Schattenseiten meines Daseins: Man erwartet von mir, dass ich zu jeder Party komme. Genau wie Piper und der Rest von uns. Es ist unsere Bestimmung und unsere Pflicht, hier zu sein.

Nate gehört nicht zu uns, schon seit Jahren nicht mehr, deshalb taucht er auch nur auf, wenn er Lust dazu hat. Dann dauert es nie lange, bis er mit irgendeinem Mädchen im Schlafzimmer oder in einem dunklen Flur verschwindet. Ich tue so, als würde mir das nichts ausmachen, und alle außer Piper und Grace, mit denen ich mir gerade das Sofa teile, kaufen mir mein Schauspiel ab.

"Die ist nicht mal hübsch", sagt Piper.

Eine glatte Lüge.

Grace sagt nichts.

Nate als hübsch oder gut aussehend zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. Er ist groß und schlank, aber nicht schlaksig, hat kurz geschorene dunkle Haare und Oberarmmuskeln, die den nahezu unwiderstehlichen Drang in mir auslösen, ihn zu berühren. Obwohl er weder reiche noch einflussreiche Eltern hat und somit alles andere als eine gute Partie ist, braucht er quasi nur mit dem Finger zu schnippen, und die Mädchen folgen ihm scharenweise in finstere Ecken.

Wir waren mal Freunde. Er war sogar mein bester Freund. Doch dann ließen sich seine Eltern scheiden und er war wie ausgewechselt. Seitdem beobachte ich ihn nur noch heimlich, ohne dass wir ein Wort miteinander wechseln.

Jedes Mal, wenn er mit irgendeinem Mädchen im Schlepptau an mir vorbeiläuft und unsere Blicke sich treffen, muss ich an meinen letzten Versuch denken, mit ihm zu reden.

Es war die erste Party auf der Highschool, meine Eltern waren mal wieder verreist. Ich saß neben Grace, die gerade aus Philadelphia nach North Carolina in unser kleines, beschauliches Jessup gezogen war.

"Wer ist der Typ dort drüben?", fragte sie.

"Das ist Nathaniel Bouchet."

Nate stand im Türrahmen und scannte den Raum wie ein Jäger. Er war schon immer gut gebaut gewesen, doch im Gegensatz zu früher schien er inzwischen dafür zu trainieren. Er sah überhaupt nicht mehr aus wie mein Nate.

Ich erschrak, als mir bewusst wurde, dass ich ihn die ganze Zeit angestarrt hatte und dass ihm das nicht entgangen war.

"Bin gleich wieder da", sagte ich.

Robert und Reid saßen bei uns, aber das war mir egal. Ich wollte zu Nate und nach ein paar Gläsern Wein hielt mich nicht einmal sein abweisender Blick davon ab, ihn anzusprechen.

Es war eine Ewigkeit her, dass wir uns das letzte Mal unterhalten hatten. Er hatte sich seit Wochen nicht gemeldet und in der Schule erwischte ich ihn auch nie. Er fehlte mir. Und nur, weil er irgendwann nichts mehr mit unseren Freunden zu tun haben wollte, war er doch immer noch mein Freund. Ich dachte, daran würde sich nie etwas ändern. Aber da hatte ich mich wohl getäuscht.

"Hi", begrüßte ich ihn. Ich wollte, dass es zwischen uns wieder so war wie früher, doch er musterte mich nur abschätzig - meine Sandalen, meine Jeans, meine Bluse und schließlich mein Gesicht.

"Kein Interesse." Mit diesen Worten ließ er mich stehen. Er lief einfach an mir vorbei, als wäre ich unsichtbar. Als wüsste er nicht, wer ich bin. Als würden wir uns nicht schon seit dem Kindergarten kennen.

Ich hatte das Gefühl, dass alle uns anstarrten, aber selbst wenn es so war, wagte später niemand, die Szene zu kommentiere

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