text.skipToContent text.skipToNavigation

Boy 7 Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst: von Mous, Mirjam (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2012
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Boy 7

Boy 7 kommt auf einer glühendheißen, kahlen Grasebene zu sich und weißt weder, wohin er unterwegs ist, noch woher er kommt. Er weiß nicht einmal mehr, wie er heißt. Die einzige Nachricht auf seiner Mailbox stammt von ihm selbst: "Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei." Wer ist er? Wie ist er hierher geraten? Und wem kann er vertrauen?

Mirjam Mous, geboren 1963 in Made in den Niederlanden, arbeitete als Sonderschullehrerin, bevor sie hauptberuflich Schriftstellerin wurde. Sie schreibt Bücher für Kinder und Jugendliche und ist besonders bekannt für ihre mitreißenden Thriller.

Foto: © by Wilco van Dijen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 10.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401801438
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1043kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Boy 7

Teil 2: Das Notizbuch

Das Gedächtnis eines jeden Menschen
ist seine persönliche Literatur.
(frei nach Aldous Huxley)

1

Lara zeigte keinerlei Interesse an dem USB-Stick. Vielleicht war sie noch gekränkt oder sie fand es nicht verlockend, mit einem halluzinierenden Idioten im selben Zimmer zu sitzen - ich konnte es ihr nicht übel nehmen -, jedenfalls lieh sie mir ihren Laptop und verschwand nach unten. Mir kam das durchaus gelegen. Man konnte schließlich nicht wissen, welche Geheimnisse der Stick enthüllen würde. Wenn ich nun doch ein Verbrecher oder Irrer war, würde ich das lieber allein entdecken.

Ich stellte den Laptop auf das Bett und nahm den Rucksack ab. Dann zog ich das Notizbuch aus meinem Hosenbund und holte den Stick aus meiner Tasche. Ich musste an Geburtstage denken, oder besser gesagt, an Geschenke, die man noch nicht ausgepackt hatte. Jetzt also nur noch hoffen, dass mich der Inhalt nicht enttäuschen würde.

Ich lehnte mich gegen die Kissen am Kopfende. Notizbuch oder Stick? Ich entschied mich für Ersteres.

Wenn du ich bist und diese Worte liest, ist mein Plan aufgegangen. Dann hast du das Schließfach mit diesem Notizbuch gefunden. Alles, was darin steht, ist wirklich passiert. Es könnte sein, dass du ... also ich, mich nicht mehr daran erinnern kann. Deswegen habe ich alles aufgeschrieben.
Wenn du jemand anderes bist, ist es schiefgegangen. Ich kann gefangen worden sein oder sogar ermordet. Bringe dieses Notizbuch und den USB-Stick bitte zur Redaktion der Time oder einer anderen großen Zeitung. Nur so kann man sie stoppen!

Das stand auf dem Deckblatt. In meiner Handschrift! Mein Plan - wie auch immer er aussehen mochte - war also aufgegangen. Ich hatte sogar gewusst, dass ich mein Gedächtnis verlieren könnte. Aber wie? Und wer waren diese 'sie'?

Mit zitternden Fingern blätterte ich um.

Sie haben mir mein Leben weggenommen. Erst meine Kleidung und dann meinen Namen.

Ich sitze hier mit fünf anderen Jungs. Boys, so sprechen die Weißkittel uns an, wenn sie sich an die ganze Gruppe wenden. Und die Gruppe ist hier wichtig. Sie wollen nicht, dass wir Individuen mit eigenen Gedanken, Meinungen und Gefühlen sind. Uniformität ist der Zement unserer Organisation, behaupten sie. Darum müssen wir alle die gleiche Kleidung tragen und wurden zu Nummern degradiert. Buchstäblich. Mich nennen sie Boy Seven oder kurz Seven.

Louis - ein kluger, dunkelhäutiger Junge mit Kraushaar, dem die Weißkittel den Namen Boy Six gegeben haben - und ich teilen uns ein Zimmer. Er hat mir einen Stift besorgt, damit ich alles aufschreiben kann.

Schade, dass ich nicht auch eine Taschenlampe habe; der Streifen Mondschein, der durch das vergitterte Fenster über mir hereinfällt, spendet kaum genügend Licht. Weil es keinen Stuhl gibt, sitze ich auf meinem Kopfkissen auf dem kalten Boden. Alles hier ist kühl und kahl - das einzige Mobiliar besteht aus einem Etagenbett und einem Schrank - beides muss ich mir mit Louis teilen. In der Ecke befindet sich ein gekacheltes Mäuerchen, hinter dem ein Eimer steht, falls wir nachts pinkeln müssen. Tagsüber kann man das WC auf dem Flur benutzen, aber nach dem Abendsummer sind alle Türen verschlossen. Hoffentlich bekommen wir nie Durchfall.

Die erste Nacht in diesem Zimmer war die schrecklichste meines Lebens. Ich lag in diesem fremden, harten Bett und hatte mich noch nie so ängstlich und allein gefühlt. Louis schien zu schlafen, denn über mir war es still. Ich wäre auch gern eingedöst und hätte alles für einen Moment vergessen, aber mein Kopf war wie ein aufgezogener Wecker, der nicht aufhörte zu klingeln.

Ich dachte an mein eigenes vertrautes Zimmer zu Hause. An Kathys quengelige Stimme, wenn wieder einmal ein Monster unter ihrem Bett lauerte und ich sie begleiten sollte, um es zu verjagen. An meine Mutter, die von ihrem Abenddienst zurückkam, ihre Pflegerinnenschuhe mit den dicken Gummiso

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.