text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Cat & Cole 1: Die letzte Generation von Suvada, Emily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.06.2018
  • Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Cat & Cole 1: Die letzte Generation

1 Milliarde Leben am Abgrund. 2 Menschen, die sie retten können. 1 Geheimnis, versteckt in ihrer DNA. Krankheiten, Schönheitsmakel, körperliche Einschränkungen: von der Erde gelöscht! Mensch und Technik sind verschmolzen, jeder trägt ein Panel in sich, das den eigenen Körper perfektioniert. Fast! Eine mörderische Seuche ist ausgebrochen, und nur eine einzige Person auf der Welt ist fähig, den Impfstoff zu entschlüsseln - Catarina Agatta. Gemeinsam mit Cole, dessen Körper gentechnisch verändert wurde, kommt die geniale Hackerin Cat einer Wahrheit näher, die grausamer ist als jedes tödliche Virus! Emily Suvada wurde in Australien geboren, wo sie einen Abschluss in Mathematik gemacht hat. Wenn sie nicht gerade Algorithmen entwickelt oder sich dem Schreiben widmet, findet man sie beim Wandern, Fahrradfahren oder bei chemischen Experimenten in ihrer Küche. Im Moment lebt sie zusammen mit ihrem Ehemann in Portland, Oregon.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 19.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783522653879
    Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
    Serie: Cat & Cole 1
    Originaltitel: This Mortal Coil
    Größe: 1418 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Cat & Cole 1: Die letzte Generation

1

Die Sonne geht unter, und der Himmel steht in Flammen, aber nicht wegen Wolken oder Staub, sondern durch die schillernden Federn einer Million gengehackter Wandertauben. Sie segeln in wirbelnden Bögen aus Orangerot und Gold über den Himmel wie ein lebendes impressionistisches Gemälde. Ihre seltsamen Rufe klingen wie der Aufprall von Kieselsteinen an einem Fenster, und sie bewegen sich in perfektem Einklang, bis sie die Sonne verdunkeln.

Amateurprogrammierer in Nevada haben die DNA der lange ausgestorbenen Taube geklont, die Gene dann gespleißt und so etwas Neues, Gewagtes geschaffen. Schnäbel mit rasiermesserscharfer Spitze. Erhöhter Stoffwechsel. Federn, die mit der Anspannung eines einzigen Muskels ihre Farbe ändern und den ganzen Schwarm vor Gefahr warnen können.

Durch jahrelange Arbeit haben sie die Tauben in etwas verwandelt, was stärker ist als ihre Vorfahren. Sie sind schlanker, klüger, wilder.

Und ihre Schöpfer haben dafür gesorgt, dass die Vögel aussehen wie lebende Flammen .

Ich lehne mich über das Geländer der Veranda, meine Hüften gegen das Holz gedrückt, und spähe durch das Zielfernrohr des Gewehrs meines Vaters. Ohne Vergrößerung besteht der Schwarm nur aus einem Chaos getüpfelter Farbflecken, doch durch das Zielfernrohr, mit dem Sichttek, das meinen Blick schärft, kann ich in dem Strudel aus Farben die Flügel und Brüste einzelner Vögel erkennen.

"Komm schon, kleines Vögelchen", hauche ich, als ich den Abzug drücke. Der Schuss hallt durch die Berge, und der Geruch von Schießpulver erfüllt die Luft. Es ist selbst gemachtes Schießpulver. Schwefelarm, fein, nanogedruckt im Keller und so beschaffen, um einen Beruhigungspfeil abzuschießen und mir einen Vogel vom Himmel zu holen, ohne ihn zu töten.

Der Pfeil saust durch die Luft, sogar mit meinem Tek kaum mehr als ein verschwommener Fleck. Meine Audiofilter ordnen ihn bei Mach 2 ein, was viel zu schnell ist. Meine Berechnungen waren wieder einmal falsch. Ich wende den Blick zu spät ab und sehe, wie der Pfeil eine Taube trifft und in eine Wolke aus bunten Federn verwandelt.

"Verdammt", blaffe ich und lasse das Gewehr fallen, ohne es zu sichern. Es ist nur noch ein Briefbeschwerer von fünfzehn Kilo Gewicht, jetzt da ich ganz offiziell keine Munition mehr dafür habe. Na ja, wenn man die Kugel nicht mitzählt, die an der Kette um meinen Hals hängt. Aber das ist meine Notfallkugel, und die werde ich nur verwenden, wenn es keinen Ausweg mehr gibt.

Der tote Vogel fällt wie ein Stein, trudelt nach unten, bis er am felsigen Ufer des winzigen Sees vor der Hütte aufprallt. Der Taubenschwarm wechselt sofort die Richtung und stößt einen ohrenbetäubenden Warnschrei aus, der von den steilen Berghängen widerhallt wie eine Maschinengewehrsalve.

"Ich weiß, ich weiß", murmele ich. Der Schwarm zerstreut sich wütend. Die Federn der Vögel wechseln zu Scharlachrot, um den Angriff anzuzeigen. Ich wollte die Taube nicht verletzen. Sie sollte ein Geschenk sein. Ein kleines gengehacktes Haustier für meine Nachbarin Agnes, um ihr Gesellschaft zu leisten. Jetzt werde ich den Vogel beerdigen müssen, weil ich ihn auf keinen Fall essen werde. Seit dem Ausbruch isst so gut wie niemand mehr Fleisch.

Die letzten zwei Jahren haben uns etwas beigebracht, was wir einfach nicht vergessen können: dass Fleisch von Tieren und Menschen sehr ähnlich schmeckt.

Das Verandageländer knirscht, als ich darüberspringe und durch den Vorgarten zu dem Federhaufen in der Nähe des Sees jogge. Eine Brise bewegt das kniehohe Gras und fegt über das Wasser, erfüllt von den Rufen der Tauben, der Kühle des Abends und dem reichhaltigen, vielschichtigen Duft des Waldes.

Ich befinde mich hier draußen in der Wildnis. Dieses abgelegene Tal tief in den Black Hills ist seit drei Jahren mein Zuhause, seit zwei Jahren meine Zuflucht vor der Seuche. Steile, baumbewachsene Berge erheben sich rechts und links des Sees. Meine her

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen