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Cold Calls von Benoit, Charles (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.03.2016
  • Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
eBook (ePUB)
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Cold Calls

Eric, der Fußballer. Shelly, das Goth-Girl. Fatima, die pflichtbewusste Tochter. Drei Teens, drei unterschiedliche Leben, und doch verbindet sie etwas: Ein anonymer Anrufer, der ihre dunkle Vergangenheit kennt und droht, ihr Leben zu zerstören - außer, sie mobben ganz bestimmte Mitschüler ... In ihrer Verzweiflung tun sie, was er verlangt. Bis sie sich zum ersten Mal begegnen und beschließen, ihren mysteriösen Feind zur Strecke zu bringen.

Charles Benoit, ein ehemaliger Highschool-Lehrer, arbeitet heute als Werbetexter und Producer in einer Agentur, als Radiomoderator einer Jazz-Sendung, Lehrer für kreatives Schreiben - und als Autor. 'DU bist dran!' ist sein erstes Jugendbuch. Schier überwältigt haben den Autor die Leserzuschriften im Blog seines Verlages: Das Manuskript des Psychothrillers ist schon vor Erscheinen zum Lieblingsbuch viele Teens gekürt und von Schriftstellerkollegen und Presse hoch gelobt worden.

Charles Benoit lebt mit seiner Frau im Staat New York, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 08.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641107383
    Verlag: cbj Kinder- & Jugendbücher
    Originaltitel: Cold Calls
    Größe: 502 kBytes
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Cold Calls

ZWEI

Darauf zu warten, war das Schlimmste.

Jedenfalls anfangs.

Eric wusste, dass der nächste Anruf kommen würde.

Er musste kommen.

Solche Mühe machte man sich nicht für ein paar unverständliche Anrufe, die niemand sonst zu hören bekam. War es ein Witz, würden sie wieder anrufen, um kundzutun, dass sie ihn voll erwischt hatten, und was war er doch für ein Idiot. Darum ging es schließlich. Das Ergebnis, das die Mühe rechtfertigte.

Er hatte damit gerechnet, in der Schule darauf angesprochen zu werden, denn dort gab es das große Publikum - der Anrufer würde sich anschleichen, seinen Namen wie Darth Vader flüstern, er würde vor allen anderen ausrasten, und irgendjemand würde es ins Internet stellen. Aber das geschah nicht. Was gut war. Denn es bedeutete nur eines - was auch immer passieren würde, kam noch auf ihn zu.

Wären seine Freunde daran beteiligt gewesen, hätte er es gewusst. Sie waren lausige Schauspieler, sie hätten sich viel zu viel Mühe gegeben, sich normal zu verhalten. Er hätte sie genauso mühelos durchschaut wie Lehrer und Eltern oder andere Leute, die sie anlogen. Duane hätte dieses breite Grinsen gezeigt, das er immer aufsetzte, wenn er etwas wusste, das andere nicht wussten. Andrew hätte auf diese nervöse Weise gelacht, die immer verkündete, dass etwas im Busch war. Tabitha, Wendy und Dana hätten über die Blödheit des Ganzen nur die Augen verdreht und Tabitha hätte an diesem Tag zum hundertsten Mal "Was auch immer" gemurmelt. Aber Nick hätte es ihm sofort verraten. Nicht weil Nick sein bester Freund gewesen wäre, sondern weil er vergessen hätte, dass es sich um ein Geheimnis handelte.

Vor Schulschluss hatte Eric seine Gmail ein Dutzend Mal überprüft, dann noch ein paarmal nach dem Sportunterricht, aber dort war nichts Neues zu entdecken. Nur dieselbe Spam und die E-Mail mit dem Bildanhang.

In seinem Zimmer hob er das iPad und brachte das schwarze Rechteck mit der Posterecke und den braunen Balken mit dem Kopfteil in Übereinstimmung. Wer auch immer das Foto geschossen hatte, hatte irgendwo zwischen dem Fuß seines Betts und der Tür des Wandschranks gestanden. Nachdem aber nur dieser gezoomte, grobkörnige kleine Ausschnitt zu sehen war, konnte er die genaue Stelle nicht benennen.

Das Poster hing seit letztem Winter dort, seit Aprils Bruder Garrett es vom College geschickt hatte. In seinem Begleitbrief hatte gestanden, dass er Poster halb nackter Frauen respektlos und erniedrigend fand. Für Poster halb nackter Männer galt das offensichtlich nicht, wie die Wände von Garretts Zimmer im Wohnheim bewiesen. Seit Eric das Poster aufgehängt hatte, war so gut wie jeder seiner Bekannten irgendwann einmal in seinem Zimmer gewesen, selbst wenn es nur für eine Minute gewesen war. Um ein Foto zu schießen, brauchte man nicht einmal halb so lange.

Die Frage nach der Absicht war etwas völlig anderes. Seine Freunde waren für so schräge Sachen zu haben.

Und wenn es kein Freund gewesen war?

Niemand, den er kannte?

Ein Fremder.

Das Haus stand den halben Tag über leer. Man konnte einbrechen, sich umsehen, Fotos schießen und spurlos wieder hinausschleichen, ohne dass es jemandem auffiele. Sicher, als er und sein Vater sich im Sommer ausgesperrt hatten, hatten sie über eine Stunde lang versucht, einen Weg hineinzufinden, bevor sie es schließlich aufgegeben und auf die Rückkehr seiner Mutter gewartet hatten. Aber nur weil sie es nicht geschafft hatten, bedeutete das nicht automatisch, dass andere das gleiche Problem hatten. Also ja, möglich war es.

Vielleicht.

Je länger er darüber nachdachte - ein Einbrecher, der nur in ihr Haus einbrach, um in seinem Zimmer ein Foto zu schießen -, desto alberner klang es. Aber diese Vorstellung wollte einfach nicht verschwinden, und wenn sie sich in den Vordergrund drängte, richteten sich seine Nackenhaare auf.

An diesem Abend gab es keine weiteren Anrufe, am Morgen kein

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