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Dann lieber Luftschloss von Langen, Annette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2018
  • Verlag: Coppenrath Verlag
eBook (ePUB)
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Dann lieber Luftschloss

Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Skye im Internat, während ihr Vater beruflich in der ganzen Welt unterwegs ist. Nach einem Riesenstreit mit ihrer Zimmernachbarin Yolanda fasst sie einen Plan: Sie will abhauen und bei ihrem Vater leben. Es reicht ihr nicht, ihn regelmäßig über Facetime zu sehen, sie braucht jemanden, der sie in den Arm nimmt. Ein richtiges Zuhause eben. Ob ihr Vater, der in einem Privatjet lebt, das jedoch bieten kann? Und wo soll sie zur Schule gehen, wenn sie ständig durch die Welt jettet? Was zuerst nach einem Traumleben klingt, entpuppt sich bald als Plan mit vielen Hindernissen. Aber Skye gibt nicht auf, für das bisschen Familie, das sie noch hat, zu kämpfen. Annette Langen ( 1967) gestaltete als Lektorin viele Jahre das Programm eines Kinderbuchverlages. Ihre ersten Kinderbücher schrieb sie bereits neben der Arbeit im Lektorat. Ihr erstes Buch erschien 1989, bis heute sind über 80 weitere Titel erschienen. Teile ihres Werkes wurden in 30 Sprachen übersetzt und verfilmt. Seit 2000 ist sie ausschließlich freiberufliche Autorin. Ehrenamtlich setzt sie sich aktiv für die Leseförderung von Kindern ein: Annette Langen ist seit 2001 Patin einer Solinger Grundschule, seit 2011 LeseBotschafterin der Stiftung Lesen und übernahm 2012 die Schirmherrschaft für Mentoring Coesfeld. Mit ihren beiden Kindern lebt sie im Bergischen Land.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 500
    Erscheinungsdatum: 31.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783649668671
    Verlag: Coppenrath Verlag
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Dann lieber Luftschloss

"Liang", keuchte ich und drehte mich zu meinem besten Freund um. Wie immer trug er ein weißes Hemd und eine dunkle Hose, die er mindestens im 365er-Pack gekauft haben musste. Anders gekleidet hatte ich ihn noch nie gesehen, egal ob draußen Eiseskälte oder brüllende Hitze herrschte.

"Geht's noch?", zischte ich. "Wieso pirschst du dich so an? Willst du mich umbringen, oder was? Mir ist vor Schreck fast das Herz stehen geblieben. Ich dachte, Tarantel hätte mich erwischt!" Wie immer, wenn ich richtig nervös war, plapperte ich ohne Pause.

Liang schüttelte den Kopf. "Tarantel musste plötzlich in den Keller, weil ...", mein Freund unterdrückte ein Grinsen, "auf einmal Seifenblasen aus der Klimaanlage kamen."

"S E I F E N B L A S E N?" Es gab nicht viel, was mich mehr überrascht hätte. Gummibärchen vielleicht.

Liang nickte kurz und warf einen raschen Blick auf seine Armbanduhr, deren Ziffernblatt die Ortszeiten von New York, Sankt Peter-Ording und Hongkong zeigte. Sankt Peter-Ording fiel etwas aus dem Rahmen, aber dort lag unser Internat. "Tarantel sollte damit mindestens zehn Minuten zu tun haben."

Liang überließ nichts dem Zufall. Da war er völlig anders als ich. Er durchdachte jede Situation zuerst ganz genau, plante jeden einzelnen Schritt und alles klappte perfekt - meistens mithilfe irgendwelcher Technik.

"Was hast du getan?", flüsterte ich.

"Die Klimaanlage umprogrammiert auf Schaumparty", gestand er, so als sei es das Einfachste der Welt. Das Gesicht meines besten Freundes verriet keine Gefühle, aber seine Stimme klang traurig, als er leise hinzufügte: "Das sollte ausreichen, damit du genug Zeit hast, um unbemerkt über den Schulhof zu verschwinden."

Ich schnappte nach Luft: "Woher weißt du, dass ich ... dass ich ..." Ich brachte das Wort 'abhauen' nicht über die Lippen, denn es bedeutete auch, dass ich den einzigen Freund, den ich hier hatte, verlassen musste.

"Euer Streit nach dem Mittagessen war wirklich nicht zu überhören. Dass du danach nicht mehr hierbleibst, war mir klar." Liang blickte mich mit dunklen Augen durch seine Brillengläser an. "Rein zufällig habe ich auch gesehen, wie Yolandas Herzteppich aus eurem Fenster geflogen ist, gefolgt von ..."

Ich fiel ihm ins Wort, denn jetzt musste ich unbedingt etwas klarstellen: "Dieser bescheuerte Teppich lag mindestens fünf Zentimeter weit in meiner Zimmerhälfte", erklärte ich zu meiner Verteidigung, während mir meine Tat von heute Nachmittag inzwischen ziemlich unangenehm war.

"Das habe ich mir schon gedacht", stimmte Liang mir zu. "Der Teppich lag in deiner Hälfte, genauso wie der rosa Pantoffel und die - ähm ... und der Bmmm ... von Yolanda." Liangs Wangen röteten sich leicht. Mädchenunterhosen und BHs waren ihm so peinlich, dass er sie lieber nicht aussprach. Ihre ach-so-süße Unterwäsche konnte Yolanda sich jetzt aus dem Kirschbaum vor unserem Zimmer pflücken, dachte ich mit einer gewissen Zufriedenheit.

"Aber das ist doch nicht alles, oder?" Liang blickte mich scheinbar unbeteiligt an. "Du haust doch nicht aus dem Internat ab, weil ein Teppich in Herzform und der Du-weißtschon von Yolanda auf deiner Zimmerseite lagen?"

Ich schnappte nach Luft. "Soll ich dir sagen, was die blöde Zicke behauptet hat?" Sofort kochte die Wut wieder hoch wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. "Sie meinte, dass ich Paps ganz egal bin, deshalb würde er auch nicht zu unserem Theaterstück kommen." Wie von selbst wurde meine Stimme schrill, so sehr regte mich diese gemeine Unterstellung noch im Nachhinein auf. "Dabei hat mein Paps einfach furchtbar viel zu tun."

"Ssssshhh", machte Liang und legte seinen Finger auf die Lippen. Er warf einen Blick in das verlassene Treppenhaus, wo nun einige glitzernde Seifenbla

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