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Darkmere Summer von Maslin, Helen (eBook)

  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Darkmere Summer

Der Plan war: Sommer, Sonne - und Leo. Schließlich hat Kate seine Einladung auf das alte Schloss nur angenommen, damit sie Zeit mit ihm verbringen kann. Doch seit sie und Leos Freunde in Darkmere sind, ist die Stimmung seltsam. Trotz der idyllischen Umgebung kommen die dunkelsten Seiten in ihnen zum Vorschein. Ist das Schloss wirklich verflucht? Kate fängt an zu recherchieren und stößt dabei auf das Tagebuch von Elinor. Ein Mädchen, das 1825 voller Hoffnung nach Darkmere kam. Und dort die Hölle auf Erden erlebte ...

Helen Maslin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Cheltenham. Sie hat Englisch, Geschichte und Kunstgeschichte studiert – was auch immer noch ihre größten Interessen sind. An der Grundschule ihrer Kinder leitet sie einen Kunstklub. Das macht zwar Spaß, ist aber immer sehr chaotisch. Am liebsten mag Helen knallbunt gefärbte Haare, Peter Lorres Stimme, den Duft eines neuen Buches, Roy Lichtensteins Kunst, Nettigkeit und Kuchen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646927917
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Größe: 3984kBytes
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Darkmere Summer

Als Leo mich fragte, ob ich im Sommer wegfahren würde, nickte ich sofort - obwohl es gelogen war.

"Wohin?" Er hob seinen Blick, fixierte mich.

Ich sah mich im Gemeinschaftsgarten unseres Wohnblocks in der Sonne liegen und abends in einem Pub Gläser spülen.

"Weiß noch nicht - Frankreich oder Spanien vielleicht."

"Schade." Er nahm einen Schluck von seinem Kaffee.

In der Pause, die darauf folgte, hörte ich das Klappern der dickwandigen weißen Tassen, das Klirren der Teelöffel und das Gurgeln und Zischen der Kaffeemaschine. Wir saßen in der Schulkantine, die allerdings in Denborough Park, einer der besten Privatschulen des Landes, ein prächtiger Raum mit Stuckdecke, Marmorsäulen und Kronleuchtern war. Kronleuchter! Und ich war die Einzige, der es überhaupt auffiel.

Die anderen Schüler hatten nur Augen für Leo und mich. Das war immer so, wenn ich bei ihm saß. Dank Leo erntete ich plötzlich neidische Blicke, statt wie sonst als eine Art Sozialfall behandelt zu werden.

Es war Monate her, seit ich mein Stipendium für die Denborough bekommen hatte, und trotzdem verging kaum ein Tag, an dem ich nicht meiner alten Schule nachtrauerte. In Denborough trug ich meine Herkunft wie einen Schandfleck mit mir herum, als hätte jemand ein Underdog-Wappen auf meine Blazertasche gestickt.

"Warum?", fragte ich und ging sofort in die Defensive. "Wo soll ich deiner Meinung nach den Sommer verbringen?"

"In meinem Schloss."

"In deinem - was?" Ich traute meinen Ohren nicht. Selbst für Leo klang das abgehoben. "Willst du damit sagen, dass ihr euch ein richtiges Schloss für die Ferien gemietet habt?"

"Nein." Leo grinste. "Meine Tante ist gestorben und hat es mir vererbt."

"Ein richtiges ... Schloss?"

"Du glaubst mir nicht, was?"

"Nein, ich glaube, du verschaukelst mich."

"Ich hab's schriftlich - einen Brief vom Anwalt mit 'nem riesigen alten Schlüsselbund. Außerdem bin ich viel zu faul, um mir so was auszudenken."

Ich starrte ihn an. Na klar. Wenn jemand in unserem Alter ein Schloss erbte, dann natürlich Leo. Wahrscheinlich hatte er einen Großonkel mit einem Château in Paris und eine Granny mit einem schwimmenden Palazzo in Venedig. Sein Vater war nicht nur Vorstand des Schulgremiums, sondern auch Besitzer einer ganzen Hotelkette - um die er während seiner Scheidung von Leos Stiefmutter verbissen gekämpft hatte. Die Erskines kannte jeder.

Und deshalb hatte es mich meinen ganzen Mut gekostet, nicht hinter ein Bücherregal zu flüchten, als Leo Erskine das erste Mal in der Bibliothek auf mich zugeschlendert kam. Er war riesig, der größte - und abgerissenste - Typ an der ganzen Schule. Kein anderer konnte es sich leisten, so schlampig herumzulaufen. Als ich seine Schulkrawatte aus der Nähe sah, war ich so geschockt, dass ich ihn allen Ernstes fragte - laut heraus -, ob er sie irgendwie in den Schredder gebracht hätte. Leo hatte gelacht und gesagt, dass er meine Haare gut fände.

Ich nahm es ihm nicht wirklich ab, weil alle anderen Mädchen in Denborough langes, goldenes, glänzendes Haar hatten. Teures Haar.

Meines war lila - ich hatte es passend zu meinen Dr. Martens gefärbt.

Danach war Leo fast jeden Tag zu mir gekommen und hatte mir gesagt, wie toll er meine Haare oder meine Boots oder meinen schwarzen Lippenstift fände. Und jetzt waren wir ... Freunde. Oder so was Ähnliches.

"Das ist es ja gerade", murmelte ich. "Du bist so was von faul und verlottert - für einen Schlossbesitzer siehst du einfach nicht edel genug aus."

"Ach, das ist kein herrschaftliches Schloss. Es muss total runtergekommen sein, weil seit Jahren niemand mehr drin wohnt. Aber jedenfalls ist es ein Schloss. Und das Beste ist, dass es dort spuken soll."

"Du meinst, dass einer deiner Vorfahren im Schloss rumgeistert?"

"Ich

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