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Das geheime Wissen der Alchimisten von Schröder, Rainer M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2014
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Das geheime Wissen der Alchimisten

Köln im Oktober des Jahres 1705: In einer dunklen Gasse rettet die junge Johanna den schwer verwundeten Kopernikus Quint vor seinen zwielichtigen Verfolgern. Quint führt sie nach und nach in das geheime Wissen der Alchimie ein. Dadurch gerät Johanna in den mörderischen Wettlauf um das magische Elixier, das gewöhnliches Metall in Gold verwandeln soll.

Rainer M. Schröder, 1951 in Rostock geboren, in Ostberlin aufgewachsen und mit seiner Familie kurz vor dem Bau der Mauer in den Westen geflohen, absolvierte parallel zum Abitur eine dreijährige Operngesangsausbildung in Düsseldorf. Nach zwei Jahren bei der Luftwaffe und Tätigkeit als Lokalreporter bei einer Düsseldorfer Tageszeitung studierte Rainer M. Schröder Jura sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln. Kurze Gastspiele als Autor für das Stadttheater in Nürnberg und als Verlagslektor folgten. Seit 1977 arbeitet er als freischaffender Schriftsteller. Nach ersten Bucherfolgen ließ sich Rainer M. Schröder 1980 mit seiner Frau Helga in den USA nieder und verbrachte die nächsten Jahre auf seiner Farm in der Halbwildnis von Süd-Virginia am Smith Mountain Lake als Autor und Hobbyfarmer. Von dort führten ihn zahlreiche Abenteuerreisen in viele Teile der Welt. Heute zählt Rainer M. Schröder zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet - unter anderem im Oktober 2005 mit dem 'Buxtehuder Bullen'. Das Ehepaar Schröder lebt in Woodstock, Georgia, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 15.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401803555
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1488kBytes
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Das geheime Wissen der Alchimisten

Erstes Kapitel

S eit die räudige schwarze Katze mit der toten Krähe in den Fängen ihren Weg gekreuzt hatte, ließ das beklemmende Gefühl heraufziehenden Unheils Johanna nicht mehr los.

Es war am berüchtigten "schwarzen Wasser" des Schaafentors geschehen, wo sich aus dem offenen ausgemauerten Kanal das stinkende Abwasser eines ganzen Viertels in den Festungsgraben ergoss. Sogar Hannibal, dem alten störrischen Gaul, den sonst nichts aus der Ruhe bringen konnte, war der Schreck gehörig in die Glieder gefahren. Die ausgemergelte Katze war im Zwielicht der abendlichen Dämmerung plötzlich wie aus dem Nichts vor ihnen aufgetaucht. Und als sie da mit ihrer gefiederten Beute mitten auf dem Weg stand und sie beide fast herausfordernd, ja geradezu drohend anfunkelte, bevor sie hinter dem stinkenden Misthaufen eines Kappesbauern verschwand, da hatte Hannibal doch tatsächlich gescheut, den Kopf unter nervösem Schnauben zurückgeworfen und dabei sein lückenhaftes, braunfleckiges Gebiss gebleckt.

"Nun geh schon, Hannibal! Schlaf nicht wieder ein!", rief Johanna dem müden alten Schecken verdrossen zu, als dieser wieder einmal stehen bleiben wollte. Sie trieb ihn mit einem Schlag der Zügel an und das Fuhrwerk, das über die Seitenborde hinweg mit Säcken voll Stroh und Sägemehl beladen war, rollte weiter durch die verwinkelten Straßen und Gassen der Reichsstadt Köln. Die hohen Giebelhäuser mit ihren schmalen Fenstern und dem ausgemauerten Fachwerk drängten sich so dicht aneinander wie die Nester der Mauerschwalben in den Lücken und Spalten der bröckelnden Stadtmauer. An vielen Stellen standen die Häuser, deren Obergeschosse zumeist noch ein gutes Stück vorragten, beidseitig der Straße einander so nahe, dass sich die Nachbarn oben über die Straße hinweg die Hände reichen konnten. Schon bei Tag fiel wenig Licht in diese engen Gassen und bei Sonnenuntergang kehrte hier die Nacht noch um einiges rascher ein als anderswo in der Stadt.

Johanna war froh, dass sie die verruchte Wolfsgasse und den nicht weniger übel beleumundeten Bereich, wo sich viel lichtscheues Gesindel herumtrieb, schon hinter sich gelassen hatte. Denn die Dunkelheit würde an diesem nasskalten Oktobertag nicht mehr lange auf sich warten und Köln in einem Meer von Finsternis versinken lassen. Das schnell schwindende Tageslicht machte es ihr schon schwer genug, das klobige Fuhrwerk durch die düsteren, schmalen Straßen zu lenken, und jetzt wurde auch noch der Nebel mit jedem Moment dichter!

Der Nebel drang vom Fluss und von den Senken her in die Stadt ein und vermischte sich mit den Rauchschwaden, die aus tausenden von Rauchluken und Kaminen quollen. Und je dichter dieser milchig rauchige Schleier wurde, der durch das Labyrinth der Straßen trieb, desto stärker wurde in ihr die Ahnung, dass ihr noch irgendetwas Übles widerfahren würde. Sie spürte den Nebel auf ihrem Gesicht und ihr war, als träfe sie der feuchte Atem eines unsichtbaren Geistes, der sie umlauerte und auf den rechten Augenblick zum Zuschlagen wartete.

Obwohl sie alles andere als von ängstlicher Natur war, erschauerte Johanna doch unwillkürlich und schlug hastig das Kreuz, als sie an einem Klostereingang vorbeirumpelte, wo in einer Nische eine kleine Öllampe vor der Statue der Muttergottes brannte und mit flackernder Flamme tapfer gegen die hereinbrechende Dunkelheit ankämpfte.

Dass sie zu dieser späten Stunde noch unterwegs war, daran war nur dieser elende Geizhals Heinrich Hackenbroich schuld, den das ungnädige Schicksal - der Allmächtige möge ihr diese bittere Klage verzeihen! - zu ihrem Stiefvater gemacht hatte! Hannibal hatte längst das Gnadenbrot verdient und das Fuhrwerk stand dem müden Schecken in nichts nach, was Altersschwäche und mangelhafte Pflege betraf. Bei jedem schweren Stoß, der auf den schlechten Straßen und Gassen den Wagen erschütterte, musste man fürchten, dass irgendwo etwas splitterte und in Stücke barst. Und die Straß

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