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Das Geheimnis des Alchemisten Das Schicksal des Kristalls: Band 1 von Ward, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis des Alchemisten

Helen und Jake gehen dem Geheimnis eines alten Gemäldes nach und erleben dabei eine Abenteuerreise quer durch Europa. Ein packender Roman über Literatur, Magie, Freundschaft und Abenteuer. Was ist zu tun, wenn man vom untergetauchten Vater den Schlüssel zu einem rätselhaften Geheimnis aus alten Zeiten erhält? Die beiden Teenager Helen und Jake lernen sich auf einem Festival in Florenz kennen. Helens Vater, ein zwielichtiger Kunsthändler, hat das mysteriöse Gemälde 'Das Geheimnis des Alchemisten' nach Italien geschmuggelt und hält es dort versteckt. Das wertvolle Bild aus dem 16. Jahrhundert soll an einen schwarzen Magier verkauft werden. Doch plötzlich verschwindet das Bild. Auf der Suche nach ihm werden Helen und Jake in ein gefährliches Abenteuer gerissen, das sie von Italien über Großbritannien schließlich nach Südfrankreich führt. Wird es den beiden Freunden gelingen, das Bild wiederzufinden und das Geheimnis des Alchemisten zu entschlüsseln? 'Das Geheimnis des Alchemisten' ist der erste Band der Trilogie 'Das Schicksal des Kristalls' von John Ward.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 05.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732541546
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The fate of the Stone
    Größe: 2278 kBytes
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Das Geheimnis des Alchemisten

1
Eine Freundschaft, geschlossen in der Hölle

Ü ber dem steinernen Eingangstor stand

lasciate ogni speranza voi ch'entrate

Lasst alle Hoffnung fahren,
Die ihr mich durchschreitet,

dachte Jake Giacometti. Nicht gerade eine besonders ermutigende Botschaft. Der Junge, der jetzt auf der Bühne stand, hatte sie sich offenbar zu Herzen genommen. Er war ein großer, schlaksiger Kerl und sah aus, als bestünde er aus einem Material, das man gewaltsam in die Länge gezogen hatte, solange es noch heiß war; dieser Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, dass sein Anzug zu klein war und seine Hand- und Fußgelenke freiließ. Er hatte die unglückliche Angewohnheit, während des Sprechens die Hände zu ringen, und das mit einem Gesichtsausdruck, als müsste er jeden Augenblick in Tränen ausbrechen. Vielleicht tut er das ja gleich, dachte Jake. Sein Vortrag war ziemlich jämmerlich; er stammelte, wiederholte einzelne Wörter und machte lange Pausen. Sein Sprechtempo und die Lautstärke seiner Stimme schwankten stark.

Von seinem Standpunkt in den Kulissen aus konnte Jake die eine Hälfte der Jury sehen, die an einem langen Tisch unter einem riesigen Transparent saß. Das verkündete in kräftigen Buchstaben

Wettbewerb des XXV. Jährlichen Internationalen Dante-Alighieri-Festivals

und darunter in kleinerer Schrift und in mehreren Sprachen:

ermöglicht durch die Unterstützung des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung, Abteilung Kultur und Erziehung.

Über dem Transparent zeigte ein riesiges Plakat das eindrucksvolle Profil eines Mannes, der so etwas wie einen Helm trug oder vielleicht eine jener Kopfbedeckungen, die man sich im Winter aus einem Schal fabriziert. Er hatte ein strenges, hochmütiges Gesicht mit einem grimmigen Mund, einer langen aristokratischen Nase und einem kräftig vorspringenden Kinn, das - mit nur wenig Übertreibung - eine passable Imitation eines Nussknackers abgegeben hätte. Darunter stand

Dante Alighieri
geboren 1265 - gestorben 1321

Was mache ich hier bloß?, fragte sich Jake nicht zum ersten Mal. Zunächst hatte er das Ganze - wie so viele Dinge - für eine prima Idee gehalten: fünf Tage in Florenz, fern von elterlicher Aufsicht, als Vertreter Schottlands. Dieser letzte Gesichtspunkt hatte für ihn den Ausschlag gegeben, obwohl er von allen Menschen in Schottland - oder besser gesagt: von dem kleinen Teil der schottisch-italienischen Gemeinde, der überhaupt von diesem Wettbewerb gehört hatte - genau genommen als Einziger verrückt genug gewesen war, um tatsächlich mittelalterliche Dichtung in einer fremden Sprache vortragen zu wollen, und das vor einem großen Publikum aus ganz Europa.

Der schlaksige Junge hatte inzwischen jede Hoffnung fahren lassen - und ein Blick auf die Preisrichter zeigte, dass er dazu auch guten Grund hatte. Trotzdem ackerte er unbeirrt weiter. Ausgewählt hatte er die Passage aus der Göttlichen Komödie, in der Dante ganz am Anfang seines Rundgangs durch die Hölle beinahe nicht über die Ufer des Acheron hinauskommt; sobald er die Fähre besteigt, drückt sein Lebendgewicht sie tiefer ins Wasser, und Charon, der Fährmann in die Unterwelt, möchte ihn am liebsten wieder wegschicken, bis Vergil, Dantes Führer, mit seinem ganzen Gerede von Freunden in höchsten Positionen und Sondererlaubnissen eingreift.

Jake wünschte schon, dass Charon konsequent geblieben und auf seinem Recht bestanden hätte, nur tote Seelen überzusetzen - dann hätte es kein Gedicht gegeben und keinen Grund, dass er selbst sieben Jahrhunderte später nervös in den Kulissen stand und auf seinen Auftritt wartete. Er hatte schon oft genug auf der Bühne gestanden, um zu wissen, dass es ihm in solchen Augenblicken immer so ging; allerdings hätte er sich schon gewünscht, nach einer mitreißenderen Darbietung an der Reihe zu sein. Misserfolg konnte ansteckend wir

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