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Das Haus hinter dem Spiegel Roman von Schuster, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2014
  • Verlag: mainbook Verlag
eBook (ePUB)
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Das Haus hinter dem Spiegel

Eliza ist zurzeit ziemlich verdreht. Sie verwechselt links und rechts und schreibt plötzlich nur noch in Spiegelschrift - selbst ihre Klassenarbeiten. Ihre Schwester Lorina macht sich Sorgen und schiebt alles auf ein seltsames altes Buch, das Eliza aus der Schulbibliothek geliehen und gelesen hat. Gemeinsam versuchen sie, Elizas Verwandlung auf die Spur zu kommen ... Das Haus hinter dem Spiegel ist ein fantastischer Roman für Jung und Alt. Gespickt mit literarischen Anspielungen auf Lewis Carrolls Alice-Bücher erzählt er auf detektivische Weise die Geschichte einer Zehnjährigen, die aufbegehrt. Die Handlung kehrt sich jedoch um: Nicht das Mädchen gerät in ein Wunderland, sondern der Nonsens bricht in die scheinbar logische Alltagswelt ein. Frank Schuster (geb. 1969) lebt in Darmstadt, ist ehemaliger Redakteur der Frankfurter Rundschau und zurzeit Fraktionsreferent. Bisherige literarische Veröffentlichungen: If 6 Was 9 (Roman, Oldenburg 2003) sowie Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Anthologien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 180
    Erscheinungsdatum: 14.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944124476
    Verlag: mainbook Verlag
    Größe: 1202 kBytes
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Das Haus hinter dem Spiegel

~ 3 ~

Vor und hinter dem Spiegel

Lorina leckte sich mit der Zunge über ihre Zähne. Sie war sich nie sicher, ob sie den Geschmack von Zahnpasta lecker oder eklig finden sollte. Heute empfand sie ihn als eklig. Sie trat aus dem Badezimmer, wo sich ihre Schwester schon vor ihr gewaschen und ihre Zähne geputzt hatte. Sie ging über den Flur und klopfte an Elizas Zimmertür.

"Wer ist da?", hörte sie ihre Schwester von drinnen fragen.

"Ich bin's, Lorina."

"Kannst reinkommen."

Als Lorina ins Zimmer trat, saß Eliza auf ihrem Bett. Sie wirkte nachdenklich und sah irgendwie verloren aus.

"Du, Eliza", begann Lorina zaghaft.

"Was denn?", fragte ihre Schwester.

"Irgendwas stimmt heute nicht mit dir."

"Was soll denn sein?"

"Du wirkst so nachdenklich. Ja ... und auch ein wenig verwirrt. Du hast heute gleich mehrmals komische Sachen erzählt – von einem Haus hinter dem Spiegel und so. Was soll das?"

"Glaubst du denn nicht daran, dass es eine Welt hinter den Spiegeln gibt?"

Lorina überlegte kurz. Dann sagte sie entschieden: "Nein", und fuhr fort: "In der Schule, in Physik, haben wir gelernt: Es handelt sich bei Spiegelbildern einfach nur um Reflexionen, um Abbilder. Die Dinge vor dem Spiegel werden von dem Spiegelglas lediglich zurückgeworfen. Hinter dem Glas ist nichts, auch wenn es manchmal so aussieht, als ob die Bilder ganz weit drinnen im Spiegel sind. Der einzige Unterschied ..."

"Ja?" Elizas Augenbrauen rutschten nach oben.

"Der einzige Unterschied ist", fuhr Lorina unbeirrt fort, "die Bilder sind spiegelverkehrt."

"... spiegelverkehrt" , wiederholte Eliza nachdenklich flüsternd.

"Ja", sagte Lorina und redete sich regelrecht in Schwung: "Das, was hier links ist, ist dort rechts ... und umgekehrt."

"Und umgekehrt? Du meinst also, das, was dort links ist, ist hier rechts?"

Lorina überlegte kurz. "Äh ... nein. Von hier und dort kann man eigentlich gar nicht sprechen. Denn die Bilder im Spiegel sind ja, wie gesagt, nur Reflexionen, Abbilder von den Dingen davor. Sie haben kein Eigenleben, sie sind nur eine Reaktion auf das, was vor dem Spiegel passiert."

"Nein, Lorina, das stimmt nicht."

"Wie meinst du das?"

"Ich habe das auch immer gedacht. Bis vor kurzem. Da bemerkte ich, dass das Mädchen, das ich immer im Spiegel sehe, wenn ich vor ihn trete, sich manchmal anders bewegt oder verhält als ich. Ich meine damit nicht nur, dass bei ihm links ist, was bei mir rechts ist, und rechts, was bei mir links ist."

"Was willst du damit sagen?"

"Es fing alles damit an, dass mir das Mädchen vor ein paar Tagen plötzlich zugezwinkert hat. Das war, als ich einmal ganz nahe vor den großen Spiegel in unserem Wohnzimmer trat und immer näher mit dem Gesicht heranrückte. Ich wollte sehen, ob wirklich alles in dem Spiegel drin ist, was auch in dem Raum davor so an Möbeln und anderem Zeug herumsteht und an den Wänden hängt. Also auch die Dinge daneben."

"Daneben?"

"Ja! Es ist doch so, dass in einem Spiegel manche Dinge

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