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Das Herz der Wüstenblume von Bargmann, Carina (eBook)

  • Verlag: digi:tales
eBook (ePUB)
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Das Herz der Wüstenblume

Eine uralte Prophezeiung. Ein dunkles Geheimnis am Kaiserhof. Und eine Liebe, die alle Schranken überwinden muss. Das Leben im äußeren Ring der Kaiserstadt ist hart geworden, seit der Wasserspiegel des Flusses Shanu sinkt, der die Wüstenstadt am Leben hält. Die magische Quelle droht zu versiegen, und schuld daran sollen die 16-Jährigen der Stadt sein! Marje und ihre stillschweigende Freundin Sayuri sind gezwungen, in die Wüste zu fliehen. Als sie dort auf Kiyoshi, den Neffen des Kaisers treffen, verändert sich alles. Denn er weiß um die wahren Hintergründe der Prophezeiung und sucht nach der Auserwählten, die als einzige das tödliche Schicksal der Stadtbewohner abwenden kann. Allerdings wird den dreien bald klar, dass der Preis für die Rettung höher ist, als sie sich je hätten vorstellen können. 'Neuausgabe des Titels 'Sayuri', 2010 im Arena Verlag erschienen. Carina Bargmann, Jahrgang 1991, hat schon als Zehnjährige mit dem Schreiben angefangen. Mit fünfzehn hatte sie bereits zwei große Fantasyromane verfasst und wurde wenig später von einer der renommiertesten deutschen Literaturagenturen als Nachwuchstalent entdeckt. Neben dem Schreiben hat sie noch zahlreiche andere Hobbys, unter anderem ist sie fasziniert von der asiatischen Kultur und lernte Japanisch. Carina Bargmann lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Braunschweig. Foto © Thomas Erdl

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 500
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401840024
    Verlag: digi:tales
    Größe: 1141 kBytes
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Das Herz der Wüstenblume

1. Kapitel

D ie Angst kroch ihr in den Nacken, als der Soldat vor ihr in der Bewegung innehielt. Zitternd drückte sich Marje tiefer in die Nische, zog die Füße eng an und hielt die Hände fest um Shio geschlossen.

Sie konnte den Zinadenwächter nicht sehen, nur seine Schritte hören, die schwer durch die Gänge hallten, die vom Fackelschein erhellt wurden. Jeden Moment konnte er an der Treppe stehen bleiben und sie in der Fensternische entdecken.

Marje spürte in ihrem Rücken die scharfkantigen Scherben, die noch im Rahmen steckten. Die Öffnung im Mauerwerk war von außen nur notdürftig mit Brettern vernagelt worden. Ein Stein hatte vor einigen Tagen die Scheibe zerstört, Marje selbst hatte ihn geworfen. Zwischen den Ritzen flutete das Mondlicht ungehindert in den Gang.

Die Schritte kamen noch näher. Jetzt tauchte der Schatten des Soldaten im Gang auf. Ein Klirren ertönte, die Fackel wurde aus ihrem Ständer neben der Treppe gehoben.

Marje schloss die Augen und sandte ein Gebet an Turu.

"Sithar?" Eilige Schritte näherten sich vom anderen Ende des Ganges. Marje blinzelte. Das Licht der Fackel flackerte.

"Schichtwechsel, alter Junge", verkündete eine helle Stimme.

Marje hielt den Atem an.

"Endlich", murrte der Soldat, der nicht mal eine Mannslänge vor Marjes Versteck stehen geblieben war, und steckte die Fackel zurück in die Halterung. "Ihr seid spät dran!"

Endlich, dachte auch Marje und unterdrückte einen Stoßseufzer. Einen Herzschlag später zogen sich die Schatten der beiden Männer zurück.

Marje streckte vorsichtig ihre Glieder. Das war mehr als knapp gewesen. Sie öffnete die Hände, um Shio wieder freizulassen. Das winzige Irrlicht glomm nur noch so schwach, dass es gerade nicht verlosch, aber immer noch hell genug, um die Aufmerksamkeit der Wachen in einem dunklen Treppenhaus auf sich zu ziehen, falls sie sich doch noch einmal umsahen. So verharrte es zwischen ihren Fingern, bis die schweren Schritte der Wachen in der Ferne verklungen waren.

"Weiter", flüsterte Marje schließlich leise. Sie wusste, dass der Schichtwechsel ihnen eine Viertelstunde gab, nicht mehr und nicht weniger.

Shio erhob sich aus ihrer Hand in die Luft. Einmal kreiste das Irrlicht um den Kopf des Mädchens, dann flog es zum Treppenabsatz hinüber und spähte den Gang entlang.

Vorsichtig rutschte Marje aus der Nische und blickte sich um. Ihre Lederschuhe verursachten keinen Laut auf dem Faliostein, aus dem die Zinade erbaut war.

Die Luft war rein. Nur die Schatten kleiner Steinvorsprünge tanzten an den Wänden im unruhigen Licht der Fackeln. Die Lichter flankierten die Treppe, die dem gewundenen Lauf des Ganges folgte, zu beiden Seiten.

Wie ein Ring umschloss das Gangsystem, in dem Marje unterwegs war, den Wasserspeicher in der Mitte der Zinade. Der Speicher selbst war ein offener, kreisrunder Raum, der mehr als zweiunddreißig Schritt Durchmesser maß. Zwei voneinander unabhängige Aufgänge schraubten sich spiralförmig vier Stockwerke in die Höhe und mündeten beide ins Herz der Zinade, den Kontrollraum, von dem aus die gespeicherten Wassermassen in die Stadtviertel geleitet wurden.

Marje lauschte noch einen kurzen Augenblick angestrengt in die Stille. Dann nickte sie Shio zu und sie huschten den Gang entlang, zur nächsten Treppe, die sie weiter zum Treffpunkt führen würde, wenn die Karten stimmten. Niemand stellte sich ihnen in den Weg, als Marje den dritten Stock passierte und schließlich im vierten anlangte.

Das Irrlicht schwebte vorsichtig voran und erhellte den Gang mit seinem warmen Licht. Marje duckte sich am Treppenabsatz und spähte einmal mehr zurück, in der Hoffnung, mögliche Verfolger oder Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Als Shios Licht die Umrisse einer Tür erhellte, die ins Innere des Speichers zu führen schien, wagte sie es, sich aufzurichten und ihrem Freund zu folgen.

Einen Moment später k

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