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Das Kaninchenrennen Roman von Koch, Boris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Kaninchenrennen

Zwei Freunde, ein Kaninchen und das Rennen ihres Lebens
Seit ein kleines Kaninchen vor vierhundert Jahren das Städtchen Niederrhode gerettet hat, findet zum Andenken jährlich das Große Kaninchenrennen statt. Auch Tim darf wie alle Zehnjährigen daran teilnehmen. Doch plötzlich steckt er im Schlamassel seines Lebens - denn er kommt wieder einmal zu spät und zieht so ausgerechnet das dreibeinige Kaninchen aus dem Lostopf! Als Tim sich dann auch noch mit seinem besten Freund Carsten zerstreitet, Ärger mit dem schlimmsten Rüpel der Schule kriegt und mit seinem lahmen Kaninchen zum Gespött der ganzen Stadt wird, scheint alles verloren. Aber Tim gibt nicht auf. In dem zugezogenen Pascal und der kämpferischen Lissy findet er neue Freunde, und gemeinsam beschließen die drei Außenseiter, allen Vorurteilen und Widrigkeiten die Stirn zu bieten. Ein unerhört genialer Plan nimmt Gestalt an ... Versprochen: Dieses Kaninchenrennen wird niemand je wieder vergessen!

Boris Koch, Jahrgang 1973, wuchs auf dem Land südlich von Augsburg auf und studierte Alte Geschichte und Neuere Deutsche Literatur in München. Nach 15 Jahren in Berlin lebt er heute als freier Autor in Leipzig. Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören Die Drachenflüsterer-Saga, die humorvolle Abenteuergeschichte Das Kaninchenrennen und der mit dem Hansjörg-Martin-Preis ausgezeichnete Jugendkrimi Feuer im Blut. Sein Roman Vier Beutel Asche wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur als Jugendbuch des Monats April 2013 ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 06.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641142902
    Verlag: Heyne
    Größe: 2584 kBytes
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Das Kaninchenrennen

Morgenstund hat Gold im Mund

Sieben Tage nach seinem zehnten Geburtstag träumte Tim Köhler vom Ende des Regenbogens. Von schillernden Farben umgeben stand er über einer Schatztruhe, wie sie Piraten in Filmen vergruben. Die Truhe war aus dunklem Holz gezimmert, mit Eisenbeschlägen verstärkt und hatte zwei massive Schlösser. Schwarze Erde klebte auf dem Deckel und an den Tragegriffen. Tim wusste, dass darin mehr war als nur ein Haufen Gold - darin befand sich pures Glück! Und er hielt einen tellergroßen rostigen Ring mit neunundneunzig Schlüsseln in der Hand, zwei davon würden passen. Doch bevor er die Truhe öffnen und nachsehen konnte, wie pures Glück aussah, wurde er grob aus dem Schlaf gerissen. Irgendwer rüttelte an seiner Schulter.

"Tim!", knurrte die tiefe Stimme seines Opas.

"Was?"

"Aufwachen!" Opa klang so ernst, als würde das Haus brennen oder die Welt untergehen. Draußen war es noch immer dunkel, nur das gedämpfte Licht der Straßenlaterne drang durch die dünnen Vorhänge.

"Was ist los?", fragte Tim. Er konnte kein Feuer riechen und keine Sirenen hören. Trotzdem wartete er darauf, dass Opa Waldbrand sagte. Oder Vulkanausbruch . Oder Überschwemmung .

Aber Opa antwortete nur: "Training!"

Einen verschlafenen Moment lang wusste Tim damit nichts anzufangen. Eben noch hatte er beinahe pures Glück fassen können, und jetzt blinzelte er ins Dunkel. Die Erinnerung an die Truhe verblasste schon. Wegen Training .

Müde fragte er: "Wie spät ist es?" Von draußen konnte er kein Geräusch hören, nicht einmal die ersten Vögel hatten zu singen begonnen.

"Vier Uhr."

"Vier?"

"Kurz davor. Also raus aus den Federn." Ohne Gnade zog Opa ihm die Decke weg.

"Hey!"

"Pst! Weck Oma nicht. Es ist Samstag, da kann sie ausschlafen."

"Und ich? Warum darf ich nicht ausschlafen?"

"Morgenstund hat Gold im Mund."

"Morgenstund ist erst in zwei Stunden", brummte Tim, stand jedoch auf. Er wusste, dass es keinen Zweck hatte zu protestieren. Müde rieb er sich den Schlaf aus den Augen und schlüpfte in die Sporthose und das T-Shirt, das Opa ihm in die Hand drückte. Erst zog er das Shirt linksherum an, dann verwechselte er vorn und hinten. Als er auch das gedreht hatte, schlichen sie die Treppe hinunter.

"Sportlerfrühstück", sagte Opa in der Küche, nachdem er die Tür geschlossen hatte, und machte Licht. Im Schein der Lampe stellte Tim fest, dass er auch die Hose linksherum angezogen hatte. Er wendete sie und setzte sich auf die Bank hinter dem Esstisch. An der Wand über ihm hing eine Kaninchenuhr, die Opa selbst gebaut hatte, als er noch Uhrmacher gewesen war. Sie zeigte vier Uhr, und ein weißes Kaninchen schnellte aus der Doppeltür unter dem Zifferblatt, schlug vier Haken und verschwand wieder im Gehäuse. Anders als bei einer Kuckucksuhr war eine Kaninchenuhr nicht zu hören, aber Kaninchen riefen nun einmal nicht ständig ihren Namen in die Welt hinaus.

Opa war ein großer, schlanker Mann mit dünnem silbergrauem Haar und sehnigen Armen. Seine Nase war krumm wie ein Papageienschnabel, die Augen groß und sommermeerblau. Mit seiner Stimme konnte er alle Märchenfiguren der Welt nachahmen, aber das tat er nur noch selten. Seit er Tim trainierte, klang er wie der rote Korsar, wenn der den Befehl zum Entern gab. Heute trug er seinen blauen Trainingsanzug, und eine glänzend schwarze Trillerpfeife baumelte um seinen Hals. Mit einer Hand schlug er lässig drei rohe Eier in einen Bierkrug und stellte ihn vor Tim auf den Tisch. Auch sich selbst machte er einen.

Zweifelnd sah Tim in den Krug, das Eigelb schwappte hin und her.

"Magst du Salz und Pfeffer dazu?", fragte Opa. "Oder scharfen Tabasco? Senf?"

"Wäh, nein!"

"Dann runter damit. In einem Zug." Opa stieß mit dem

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