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Das Tal. Das Erbe Season 2, Band 2 von Kuhn, Krystyna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2012
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
5,99 €
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Das Tal. Das Erbe

Es ist Prüfungszeit am Grace College und Rose, Chris, Katie und die anderen haben beschlossen, die Geheimnisse des Tals für ein paar Tage ruhen zu lassen. Aber während die Studenten gerade über der Englischklausur brüten, passiert das Unfassbare. Einer ihrer Kommilitonen dreht völlig durch. Er droht, sie alle zu töten. Während der Sicherheitsdienst das Collegegebäude räumt, um die anderen Studenten in Sicherheit zu bringen, versuchen Rose, Katie, Debbie und Chris vergeblich, den Amokläufer zu beruhigen. Doch der will nur mit einem sprechen. Mit David. Und der ist spurlos verschwunden ... Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Würzburg und Göttingen sowie zeitweise in Moskau und Krakau. Sie arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin und schreibt mit Vorliebe Thriller und Krimis. 'Schneewittchenfalle' war Krystyna Kuhns erster Jugendroman. Für ihr literarisches Werk wurde Krystyna Kuhn bereits zweifach für den Frauenkrimipreis nominiert. Foto © Hartmut Schröder

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 01.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401801384
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1143 kBytes
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Das Tal. Das Erbe

1. Im Zeichen des Pfeils

Isabel Hill hatte ihren Hintern halb auf das Pult geschoben. Ihr T-Shirt war so kurz, dass das Piercing im Bauchnabel sichtbar wurde. Sie beobachtete die Studenten aus zusammengekniffenen Augen. Immer wenn Rose sie anschaute, sah sie eine imaginäre Peitsche in der Hand der Studienbetreuerin, die im Sommer ihren Abschluss hier am College machen würde. Hoffentlich würde sie selbst niemals so unsympathisch auf andere Studenten wirken.

Aus den Augenwinkeln beobachtete Rose, wie Chris sein Smartphone aus der Hosentasche zog und etwas ablas. Auf Handys bei Prüfungen stand die Todesstrafe. Damit konnte Chris seine ganze Prüfung gefährden. Noch schlimmer, es drohte ihm der Ausschluss aus dem College.

Nicht mal eigenes Papier war erlaubt. Die Taschen hatten sie vor der Tür abgegeben, ebenso wie die Jacken. Am liebsten wäre es der Collegeleitung wahrscheinlich, wenn sie nackt gekommen wären. Es hätte nur noch gefehlt, dass die Sicherheitsleute sie an der Eingangstür wie am Flughafen gescannt hätten, um noch das geringste Hilfsmittel zu entdecken.

Was Julia betraf, trug sie die Kette mit den Eheringen ihrer Eltern um den Hals. Natürlich der reinste Aberglaube.

Rose seufzte. Irgendwie schien der ganze Raum in eine Art Trance gefallen zu sein.

Sie blickte von Katie zu Julia, von Julia zu Chris. Die Spannung im Raum war schwer zu ertragen. Nur das Kratzen der Füllfederhalter, die über die weißen Blätter schabten, war zu hören. Bei einer Prüfung war es den Studenten nicht erlaubt, sich einen freien Platz zu suchen. Jedem war durch ein Namensschild einer der Tische zugewiesen worden, die sich in einer Art Zickzackmuster durch den Prüfungsraum zogen.

Roses Tisch war in der Mitte des Raums. Immer, wenn sie den Kopf hob, schaute sie aus dem Fenster direkt auf die dicke graue Nebelwand, die wie ein Vorhang den Himmel verbarg. Nur konnte man ihn nicht zur Seite ziehen. Wie Rose auch nicht den Vorhang in ihrem Kopf zur Seite ziehen konnte, der ihr Denken blockierte.

Sie beneidete Benjamin, der aufgrund seiner langen Abwesenheit vom College von den Prüfungen befreit worden war. Vermutlich chillte der jetzt mit seinem Lover Tom aus dem Abschlussjahrgang. Debbie dagegen hatte sich sogar in die Klinik den Unterrichtsstoff schicken lassen. Rose fragte sich, warum sie sich diese Mühe gemacht hatte. Andererseits war sie noch nie schlau geworden aus dem, was Debbie trieb.

Wie auf Stichwort hob Debbie vorn in der ersten Reihe ihren Finger.

Professor Hill, die zusammen mit ihrer Tochter Isabel die Aufsicht führte, reagierte genervt: "Miss Wilder?"

"Kann ich zur Toilette?"

Es war bereits das dritte Mal, dass Debbie ihre Blase nicht im Griff hatte. Rose dagegen war seit über drei Stunden jedes menschliche Bedürfnis fremd. Sie hatte keinen Durst, dachte nicht an Essen und die Vorstellung, sie würde auf der Toilette auch nur fünf Minuten verschwenden, war absurd.

"Schon wieder?", fragt Mrs Hill.

"In der Prüfungsordnung steht, dass ich das Recht habe ..."

Wieder sah Mrs Hill auf ihre Uhr und traf eine Entscheidung. "Sie haben nur noch zwanzig Minuten. So lange werden Sie es noch aushalten."

"Ich werde mich beim Dean beschweren."

"Ja, in Ordnung, tun Sie das. Aber stören Sie jetzt die anderen nicht, die zum Ende kommen müssen. Noch zwanzig Minuten."

Rose hatte sich für die Gedichtanalyse entschieden. Warum auch immer. Gedichte lagen ihr nicht besonders. Lyrik war etwas für Träumer. Klar dachte jeder, sie müsse besonders begabt dafür sein. Die sensible, feinfühlige Rose, die selbst aussah, als hätten Shakespeare oder Lord Byron persönlich sie in Versen verewigt.

Aber sie hatte dieses Image satt. Es stand ihr bis zum Hals. Ihre Hand fuhr durch ihre kurzen Haare, die sich noch immer anfühlten wie weicher Flaum. Vielleicht war es zu früh gewesen, auf die Glatze zu verzichten.

Jedenfall

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