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Das Tal. Die Entscheidung Season 2, Band 4 von Kuhn, Krystyna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.01.2014
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Das Tal. Die Entscheidung

Nur wenige Stunden bleiben und nur zu acht können sie verhindern, dass sich das Böse in der Welt ausbreitet. Katie, Robert, David und die anderen müssen ins Herz des Tals gelangen, um es zu stoppen und das Geheimnis zu entschlüsseln. Während die Studenten das Undenkbare auf sich nehmen, stürzen immer dramatischere Katastrophen die Kontinente ins Chaos. Und als sie Hilfe von unerwarteter Seite bekommen, stehen die Freunde am Ende vor der entscheidenden Frage: Kann nur Vertrauen alles retten? Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Würzburg und Göttingen sowie zeitweise in Moskau und Krakau. Sie arbeitete als Redakteurin und Herausgeberin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin und schreibt mit Vorliebe Thriller und Krimis. 'Schneewittchenfalle' war Krystyna Kuhns erster Jugendroman. Für ihr literarisches Werk wurde Krystyna Kuhn bereits zweifach für den Frauenkrimipreis nominiert. Foto © Hartmut Schröder

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 07.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401801407
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 1019 kBytes
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Das Tal. Die Entscheidung

Fünftes Kapitel

K atie stürmte die Treppen zu den Apartments nach oben. Sie nahm drei Stufen auf einmal und hatte das zweite Stockwerk erreicht, als sie schwer atmend innehielt, um Luft zu holen.

Jetzt, nachdem das Gebäude evakuiert worden war und die Gänge verlassen vor ihr lagen, spürte sie den Verfall mit jeder Faser ihres Körpers. Sie konnte ihn mit jedem Atemzug einatmen.

Ihr Blick schweifte über den bröckelnden Putz an den Wänden, die düsteren Holzdecken, den abgetretenen Teppichboden, vor dem sie sich am Anfang geekelt und an dessen muffigen Geruch sie sich schließlich gewöhnt hatte. Im Licht der Notbeleuchtung, die ansprang, sobald sie an den Bewegungsmeldern vorbeirannte, schimmerten die Wände grün, als setzten sie Moos an.

Katie vermisste den Lärm der Studenten, das ständige Sirren des Aufzuges, das Geklapper aus den benachbarten Apartments. Nur der Regen war zu hören und in dieser Stille verströmten die Mauern etwas Unheimliches, Gefährliches.

"Wo hab ich nur diesen verdammten Brustbeutel? Ich hätte nie gedacht, dass er noch wichtig werden könnte", murmelte sie laut vor sich hin, um die trostlose Stille zu übertönen, die sie umgab. Es war eine Stille, in der man bei jedem Knacken zusammenzuckte, als läge man auf der Lauer. Als ob das alte Gemäuer innehielt, um sie zu beobachten. Natürlich hatten Wände keine Augen, aber ... so ihre Erfahrung ... das Tal schien alles zu wissen, alles zu planen, alle Fäden zu ziehen.

Sie passierte den Fahrstuhl. Der Flur war komplett leer, alle Türen waren geschlossen. Die Security hatte ganze Arbeit bei der Evakuierung des Gebäudes geleistet. Oder nein, nicht alle Türen waren geschlossen. Die Tür, die in das Apartment führte, das Katie mit Rose, Debbie und Julia bewohnte, stand weit offen.

Bewohnte?

Bewohnt hatte, korrigierte sie sich selbst.

Ein fremder Geruch stieg ihr in die Nase. Er schwebte über dem muffigen Dunst, den die Teppichfasern verströmten.

Katie wurde langsamer.

Vielleicht waren sie doch nicht die Einzigen im Gebäude? Vielleicht war noch jemand im Tal geblieben.

Zögernd trat sie über die Schwelle. Im Apartment herrschte keine vollkommene Dunkelheit, sondern eine trübe Düsternis, in der die Konturen der vertrauten Möbel verschwammen. Wie schnell ein Gebäude einen vergaß. Noch vor wenigen Tagen hatte sie sich in diesen Räumen zu Hause gefühlt, sicher, geborgen. Jetzt senkte sich bleierne Einsamkeit auf sie. Katie, die nichts lieber hatte, als wenn sie alleine war, wollte umdrehen und davonlaufen.

Nein.

Du suchst den verdammten Brustbeutel und dann nichts wie weg hier. Raus zu den anderen. Selbst mit der Gefahr der Überflutung würde sie freier atmen können als hier. Die Natur - sie war für Katie ein fairer Gegner. Dieses Gebäude aber ... es war kalt wie eine Leiche.

Entschlossen durchquerte sie den Vorraum und riss die Tür zu ihrem Zimmer auf. Und jetzt überfiel Katie doch ein Moment der Vertrautheit, ein kurzes Aufatmen. Jeder Gegenstand, jedes Möbelstück ... der Sessel, die Wolldecke ... all das hatte ihr die letzten Jahre ein Gefühl von Heimat gegeben.

Sie schaltete das Licht an, das kurz flackerte, und wich im gleichen Augenblick erschrocken zurück. Der ganze Boden war mit weißen Blättern übersät, die bedruckt waren mit ihren Notizen zu Dantes "Göttlicher Komödie".

Sie würde ihren Essay darüber nicht zu Ende schreiben. Sie würde nie wieder hierher zurückkehren. Ihre Großmutter hätte den Raum ausgeräuchert, um die bösen Geister zu vertreiben.

Ihr Blick fiel auf die Fotos an der Wand links. Sebastien, der ihr vom Rollstuhl aus zuwinkte. Tim auf dem Gipfel des Mount Robson, den Blick in die Ferne gerichtet. Katie fühlte, wie sich ihr Herz zusammenzog. Es war noch nicht lange her, da hatte sie Tims Nachricht entdeckt.

Liebe Katie, wenn dich dieser Brief erreicht, werde ich nicht mehr leben.

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