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Das Vermächtnis der Eistatzen, Band 1: Zeitenwende von Lasky, Kathryn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2018
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
eBook (ePUB)
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Das Vermächtnis der Eistatzen, Band 1: Zeitenwende

Seit Bärengedenken herrscht das stolze Volk der Eistatzen über die ewigen Eisfelder in den Nordlanden. Doch nun droht eine Gruppe machthungriger Eisbären die Gemeinschaft zu zerstören. Von all dem ahnen die Eisbärenkinder Stellan und Jytte nichts - bis ihre Mutter eines Tages verschleppt wird. Mutig brechen die beiden Kleinen auf, um sie zu retten. Doch in Eis und Schnee lauern Orcas, Walrösser und andere Gefahren ...

Die neue Tierfantasy-Trilogie von New York Times-Bestsellerautorin Kathryn Lasky!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 19.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473479221
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Originaltitel: Bears of the Ice Book 1: The Quest of the Cubs
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Das Vermächtnis der Eistatzen, Band 1: Zeitenwende

"Wir warten auf den Eisbruchmond,

der bald die Flut ans Ufer treibt,

und auf den Winterwind, der um die Ecke pfeift

und nach und nach das Eis auftürmt.

Wir warten auf das Knarzen und das Knirschen,

wenn das Eis zu bersten beginnt

und Robben im speckigen Pelz

unter den Eiskämmen fischen.

Lass meine Kleinen alles lernen,

ehe die Mitternachtssonne am Himmel steht ..."

Svenna sang dieses Lied, während sie ihre Jungen zum Rand von Nunqua führte, zu der Stelle, wo das Meer auf gefrorenes Land traf und sich bald das geborstene Eis auftürmen würde. Der Eisbruch war das Zeichen, dass die wahre Jagd beginnen konnte.

Denn die Zeit lief ihnen davon. Dieses grässliche Etwas namens Dienstag rückte näher. Svenna schaute zu ihren beiden Jungen zurück, die hinter ihr über die Eisbrocken stolperten. Alle paar Sekunden hielten sie inne und spähten nach der perfekten Eisrutsche aus, auf der sie hinabsausen konnten - ein Spiel, das alle Bärenjungen liebten. Aber dafür blieb leider keine Zeit. Eins und Zwei mussten so viel wie möglich von ihrer Mutter lernen, bevor die Meuchler zurückkamen, um sie zu holen.

Svenna hatte Taaka, eine entfernte Verwandte, dazu überredet, ihre beiden Jungen bei sich aufzunehmen. Taaka würde dafür Svennas kostbaren Feilstein aus dem fernen Ga'Hoole bekommen. Der Stein war sehr nützlich, weil er die Klauen scharf genug für das Aufschlitzen von Robbenspeck hielt, und Taakas Augen hatten begehrlich geleuchtet, als Svenna ihr dieses Geschenk versprochen hatte. Aber natürlich war das keine Garantie, dass Taaka sich um Svennas Junge kümmern würde wie um ihr eigen Fleisch und Blut. Und deshalb mussten die Kleinen jagen lernen, damit sie fähig waren, sich notfalls selbst durchzubringen.

Wären Svennas Junge im Süden der Nordlande von Ga'Hoole zur Welt gekommen, dann hätten sie drei Monate nach ihrer Geburt einen Namen erhalten. Aber hier in Nunquivik herrschten andere Sitten. Das Land war rauer, sodass viele Junge nicht überlebten. Und so erhielten sie erst in ihrem zweiten Jahr auf dem Eis einen Namen. Svennas Junge würden weiterhin Eins und Zwei sein, nach der Reihenfolge ihrer Geburt.

Die beiden Kleinen quietschten vor Freude über eine Eisrutsche, die sie gerade entdeckt hatten.

"Die da ist toll! Schau mal, wie die sich hochwölbt!", rief Eins seiner Schwester zu.

"Ja, aber warte nur, ich kann sie noch besser machen", prahlte Zwei. Sie sprang hinüber und hackte im Eis herum. "Noch viel steiler und schneller!"

Svenna zweifelte nicht daran. Ihre Zweitgeborene besaß eine fast unheimliche Gabe, mit Eis und Schnee zu bauen. Als verstünde sie genau die Struktur der Kristalle und wie sie zusammengefügt waren. Zwei war eine Eisseherin, so nannten es manche, obwohl Svenna dieses Wort schon lange nicht mehr gehört hatte.

"Du musst dich mit den Hinterklauen festkrallen, Zwei. Sonst brichst du ein", warnte Eins seine Schwester ängstlich.

"Ach, Unsinn! Ich kenne mich aus mit Eis."

"Ja, das ist wahr, aber aufpassen musst du trotzdem", warf Svenna ein. "Du darfst nie leichtsinnig werden, Zwei."

Zwei verzog beleidigt den Mund. Sie war doch nicht leichtsinnig. Nur tapfer. So wie ihr Vater, der ein großer Jäger war. Pa würde sie nicht schimpfen, wenn sie Mut bewies. Er würde ihr vertrauen!

Auch Eins war mit einer besonderen Gabe zur Welt gekommen. Svenna spürte manchmal, wie ihr Erstgeborener die Gedanken anderer Geschöpfe förmlich riechen konnte. Er war ein Geistleser. So wurden Bären mit dieser Gabe genannt, weil sie fähig waren, in den Geist anderer Geschöpfe einzudringen und ihre Gedanken zu lesen.

Gestern Abend zum Beispiel, als Sve

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