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David Copperfield Walbreckers Klassiker von Dickens, Charles (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.09.2016
  • Verlag: Kuebler Verlag
eBook (ePUB)
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David Copperfield

Wie schwer und dramatisch kann das Leben als Kind, als Jugendlicher sein? Ein prügelnder Stiefvater, ein ungerechter Direktor im Internat, der frühe Tod der geliebten Mutter - David muss all dem entfliehen in die Großstadt London, in alle möglichen Jobs, ins Verliebtsein. Welchen Freunden kann man vertrauen? Ab wann wird das Leben kriminell? Gibt es ein Happy End? Einer der spannendsten Romane der Weltliteratur, von einem der berühmtesten Autoren: Charles Dickens! Dirk Walbrecker, geboren in Wuppertal, seit 1965 in München und jetzt in Landsberg am Lech lebend, Vater von 3 leiblichen Töchtern und inzwischen auch von zahlreichen literarischen Kindern. Nach diversen Studien (u.a. Germanistik und Pädagogik) viele Jahre beim Film und einige Jahre in der Schule gearbeitet. Seit 1986 freiberuflicher Autor: Drehbücher, Hörspiele, Hörbücher sowie Bilderbücher, Kinder- und Jugendromane. Zahlreiche Auszeichnungen und in 15 Sprachen übersetzt. In den letzten Jahren häufig auf Lesereisen, um jungen Menschen live und lebendig Freude an Literatur und allem Musischen zu vermitteln. Zudem Schreibwerkstätten verschiedenster Art und Thematik für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Nähere Informationen, Unterrichts-Materialien etc. unter: www.dirkwalbrecker.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 26.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863462772
    Verlag: Kuebler Verlag
    Größe: 1030 kBytes
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David Copperfield

Kapitel 1
Verwirrende Ereignisse

Ich kann es vorwegschicken: Mein Leben war schon aufregend, bevor es überhaupt richtig begonnen hatte. Ich war noch im Bauch meiner lieben Mutter, als ein unerwarteter Besuch im Krähennest - so nannte man mein Geburtshaus - für Schrecken sorgte. Es war ein Freitag im März, an dem es - wie meistens im Westen von England - kräftig windete: Da erschien ein seltsames Gesicht am Fenster des Wohnraums.

"Ich glaube", flüsterte meine Mutter, "das ist Miss Trotwood." Dabei legte sie beschützend ihre Hände auf die Stelle, an der ich nur noch wenige Stunden verbringen sollte.

"Sie meinen diese Miss Betsy, die Tante Ihres verstorbenen Gatten?", fragte Peggotty, die gute Seele des Hauses.

"Ja", hauchte meine Mutter.

Wenig später stand eine ziemlich mürrisch wirkende Person im Zimmer. Mit argwöhnischem Blick beäugte sie zuerst die Einrichtung, dann Miss Peggotty und zuletzt meine verschüchterte Mama.

"Mrs. Copperfield!", sagte sie in herrischem Tonfall, "ich hoffe, Sie wissen, wen Sie vor sich haben! Ich würde gern erfahren, welchen Namen Ihr Mädchen tragen soll."

"Ich weiß doch gar nicht, ob es ein Mädchen wird", antwortete meine Mutter zitternd und einer Ohnmacht nahe.

"Es ist ein Mädchen!", erwiderte Miss Betsy und befahl der verwirrten Miss Peggotty, meiner Mutter umgehend eine Tasse Tee zur Erfrischung zu servieren. "Im Übrigen möchte ich Sie bitten, mir nicht zu widersprechen! Ich habe mich entschieden, die Patenschaft für das Mädchen zu übernehmen. Es soll Betsy Trotwood Copperfield heißen und wird bestens erzogen und behütet. Dafür werde ich Sorge tragen."

Nach diesen Sätzen schien ich erst einmal genug zu haben von meiner zukünftigen Großtante. Ich gab zu verstehen, dass ich endgültig ans Licht dieser seltsamen Welt wollte und verursachte meiner Mutter dabei wohl einige sehr schmerzhafte Wehen. Jedenfalls schickte man schleunigst nach Doktor Chillip, der mir schon bald darauf ins Freie half.

"Ist das Mädchen wohlauf?", erkundigte sich Miss Betsy sogleich nach meinem Befinden.

"Es ist ein Junge", belehrte sie Doktor Chillip mit Nachdruck.

Meine Tante nahm schweigend ihren Hut und machte Anstalten, dem guten Doktor Chillip für seine unverfrorene Auskunft damit eins überzuziehen. Im letzten Moment zog sie es aber vor ihn aufzusetzen und entschlossenen Schrittes das Krähennest zu verlassen.

Für lange Zeit sollte dies der letzte Auftritt meiner Tante sein. Zu ihrer Ehrenrettung muss man allerdings erwähnen, welch bittere Erfahrungen sie schon damals hinter sich hatte: Ihr Ehemann hatte nicht nur eine beachtliche Summe ihres Besitzes verprasst, sondern sie des Öfteren verprügelt und sie, bevor er sich nach Indien absetzte, bei einem Streit um Geld fast aus dem Fenster geworfen. Diese Erlebnisse schienen nicht spurlos an meiner Tante vorübergegangen zu sein. Schließlich galt sie früher als die ehrenhafteste Person in der Familie meines Vaters.

Doch zurück zu den Personen, die mir in den nächsten Jahren helfen wollten, ein anständiger Junge zu werden: Da ist natürlich zuerst einmal meine Mutter, die bei meiner Geburt gerade zwanzig Jahre alt war und die wohl sehr darunter litt, ihren Mann und meinen Vater verloren zu haben, noch bevor wir eine richtige Familie waren.

Ich habe sie als eine ungewöhnlich hübsche, meist blasse und ungemein sanfte Person vor Augen, die - wenn sie sich überhaupt um mich kümmern durfte - sehr lieb zu mir war.

Ganz anders das zweite weibliche Wesen in unserem Haus, Miss Peggotty oder ganz einfach Peggotty, wie ich sie nenne. Meine erste Erinnerung an sie ist die

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