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Death von Burgess, Melvin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.02.2014
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH
eBook (ePUB)
10,99 €
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Death

Death ist Kult. Jeder spricht über die neue Droge. Wer sie nimmt, hat die beste Zeit seines Lebens. Den ultimativen Höhenflug. Den absoluten Kick. Es gibt keine Grenzen, alles ist möglich - eine Woche lang. Den achten Tag erlebt man nicht. Denn Death ist tödlich. Soll Adam die kleine Pille schlucken? Sein Bruder ist tot, bei dem Mädchen, in das er verliebt ist, hat er keine Chance und seine Zukunftsaussichten sind alles andere als rosig. Adam glaubt, dass er nichts zu verlieren hat. Und die beste Woche seines Lebens ist greifbar nah. Hart, schonungslos, spannend! Death. Er hatte Death geschluckt. Als er es aussprach, lachte sie. Nicht aus Freude; sondern aus Angst. Sie konnte es nicht begreifen. Dinge wie diese passierten anderen Leuten. "Ich glaube dir nicht", sagte sie. Doch sie sah seinen wachen Blick, die Leidenschaft, die er ausstrahlte. Er durchwühlte den kleinen Rucksack auf seiner Schulter und zog das Pillentütchen hervor. "Ich hab meine Woche, Lizzie. Es wird die beste Woche aller Zeiten sein. Und ich will sie mit dir verbringen." Melvin Burgess wurde in London geboren und ist in Surrey und Sussex aufgewachsen. Er hat als Journalist gearbeitet, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Seine Jugendbücher wurden unter anderem mit dem Guardian Fiction Award und mit der Carnegie Medal ausgezeichnet. Burgess lebt in Hebden Bridge, in der Nähe von Manchester.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 21.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646926002
    Verlag: Carlsen Verlag GmbH
    Originaltitel: The Hit
    Größe: 2344 kBytes
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Death

KAPTEL EINS

Der sehr öffentliche Tod des Jimmy Earle

Bei Jimmy drehte sich immer alles um die Fans. Man sagt ja oft, Livekünstler würden sich völlig verausgaben, aber noch nie hatte einer seinen Fans so viel versprochen wie Jimmy für diesen Abend.

Adam glaubte nicht so recht dran, trotzdem fühlte er sich als Teil von etwas Besonderem. Jimmy Earle war schon seit Jahren die große Nummer, seine Shows waren legendär, aber so was wie heute hatte es noch nie gegeben. Die Leute kamen dafür aus Los Angeles oder Peking angeflogen. Das hier würde das Konzert der Konzerte werden, das ultimative Erlebnis, niemals und unter keinen Umständen zu toppen.

"So 'ne Art Menschenopfer", sagte Adam. "Die sollten ihm sein Herz rausschneiden, wie bei den Azteken. Das wär mal richtig cool."

"Du wirst bestimmt keine Witze mehr reißen, wenn er das echt durchzieht", antwortete Lizzie.

Adam schüttelte den Kopf. Dazu würde es niemals kommen. Jimmy hatte alles - er war reich, er war jung, sah gut aus, hatte Talent. Dass die Loser und schrägen Typen aus den Ghettos diese Droge namens Death einwarfen, konnte man irgendwie nachvollziehen. Sie hatten nichts, weder jetzt noch in Zukunft. Wieso sich also nicht diese eine Woche lang ins gleißende Licht stürzen? Aber Jimmy Earle? Niemals.

"Er will in den Klub 27", sagte Lizzie aufgeregt. "Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain, Amy Winehouse - und Jimmy Earle. Alle siebenundzwanzig Jahre alt. Deswegen haben hier alle so dermaßen Schiss. Guck sie dir an!"

Tatsache, dachte Adam, während sie in Reih und Glied in die Arena marschierten. Sicherheitspersonal, wo man hinsah, riesenhafte Typen überall in den Gängen. Sie wirkten allesamt reichlich nervös.

"Wenn er heute Abend stirbt, wird sich jeder bis in alle Ewigkeit an ihn erinnern", sagte Lizzie.

Adam grinste. "Japp. Und wir zwei erinnern uns dann bis in alle Ewigkeit an dieses Konzert."

"Aaah, Tickets kaufen - schon wieder was, worin du super bist!", spöttelte Lizzie. Sie ließ ihm seine Angebereien nie durchgehen, aber er konnte nicht anders, so war er nun mal. Und Jimmy Earles Ruhm war auch Adams Ruhm, wenigstens diesen einen Abend lang.

"Wo warst du in der Nacht, als Jimmy Earle starb?", fragte er theatralisch. "Ich war dabei. Ich hab's gesehen ." Er griff nach ihrer Hand. Sie drückte sie und erwiderte sein Lächeln. Adam fühlte, wie ihm der Kopf schwirrte. Dieses Mädchen gefiel ihm so verdammt gut.

Lizzie war eigentlich alles andere als seine Liga. Sie hatten sich in der Grundschule kennengelernt und waren viele Jahre lang gute Freunde gewesen - hatten zusammen rumgehangen, dieselben Partys besucht. Dann verlor sein Dad den Job und Adam musste die Schule wechseln, und so brach der Kontakt irgendwann ab, bis sie sich vor ein paar Monaten zufällig in der Stadt über den Weg liefen. Es war wie ein Zauber - sie machten einfach da weiter, wo sie damals aufgehört hatten, als hätte es all die Jahre der Trennung gar nicht gegeben.

Er war ebenso froh wie überrascht, als er sie schon eine Woche später küssen durfte. In einer Welt mit so vielen Menschen und so wenigen Jobs war es eine heikle Angelegenheit, wenn Reich mit Arm ausging. Familien, die Geld hatten, wachten wie Drachen über ihren Wohlstand. Und jetzt das! Mit Lizzie an seiner Seite fühlte er sich wie der König der Welt. Seinen Hintern würde er darauf verwetten, dass keiner von ihren reichen Freunden ihr ein Ticket für Jimmy Earle hätte besorgen können, so wie er es geschafft hatte.

Genau genommen hatte sein Bruder Jess ihm die Tickets besorgt. Weiß der Himmel, wie der Kerl das angestellt hatte - Jess ging nie aus oder unternahm sonst irgendwas. Das brauchte Lizzie allerdings nicht zu wissen ...

Sie machten sich auf den Weg zu ihren Sitzplätzen. Der Lärm war schon jetzt ohrenbetäubend.

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