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Der Bote von Edelfeldt, Inger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2014
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Der Bote

Die 17-jährige Arri liebt Fantasy, Musik und schwarzen Samt. Seit langem schon fühlt sie sich als Außenseiterin; nichts und niemand kann ihren romantischen Sehnsüchten und ihrem Lebenshunger genügen. Niemand - bis auf Oscar, den sensiblen, fantasievollen Jungen, der Arri jedoch unerreichbar scheint. Ihre - wie sie glaubt - hoffnungslose Leidenschaft zieht Arri in einen dunklen Sog. Schatten scheinen aus dem Spiegel in ihrem Zimmer nach ihr zu greifen und eines Tages tritt ein Bote aus einer anderen Welt durch das Spiegel-Tor. Leonidas, ein faszinierender, höfisch kultivierter Vampir, nimmt Arri mit ins Schattenreich Eidolon. Der neue Jugendroman der preisgekrönten Autorin Inger Edelfeldt führt den Leser an die schmale Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum. Fesselnd, verführerisch - und brillant erzählt! DIE AUTORIN - Inger Edelfeldt kommt aus Schweden und hat schon zahlreiche Jugendbücher, Romane, Novellen und Gedichtbände veröffentlicht. Für das Buch 'Briefe an die Königin der Nacht' bekam sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. LESERREZENSIONEN 'Einfach der Hammer - Ich habe das Buch schon so oft gelesen, das es fast auseinander fällt.' - S. Starck, Amazon.de 'Spannend, Packend, Sinnlich und ein Hauch von Gothik Humor also genau die richtige Michung für ein perfektes Buch.' - S.M., Amazon.de 'Düster, romantisch und gleichzeitig auch irgendwie humorvoll. Bei Arwens Schilderungen über ihre Familie und ihr Umfeldt musste ich manchmal wirklich lachen. Meiner Meinung nach ein wirklich gutes Buch.' - Fern, Lovelybooks.de 'Ich finde dieses Buch einfach nur unglaublich! Es ist fantastisch geschrieben ... Ich empfehle dieses Buch wirklich jedem weiter der sich noch nie so richtig in der wirklichen Welt zurecht fanden und sich eher als außenseiter füheln! Beste empfehlung!' - E.K, Amazon.de 'Ein traurig romantisches und doch komisches Buch, mit einfachen Worten, die schweren Dinge des Lebens beschrieben. Als ich es las, fabehlhaft!' - Eltair, Lovelybooks.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 01.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711336373
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1404kBytes
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Der Bote

2. Kapitel

Was sich in Visby, der Stadt der Verdammnis, zutrug

Mairas Eltern verbrachten jeden Sommer ein paar Wochen in einem Haus in Visby auf der Insel Gotland. Sie teilten das Haus mit anderen Verwandten und dieses Jahr hatten sie endlich das Glück, während der Mittelalterwoche dort sein zu können. Und weil sie glaubten, Maira und ich seien immer noch "die beiden Kletten", durfte ich mitkommen.

Vor ungefähr sieben Jahren war ich zum letzten Mal auf der Mittelalterwoche gewesen, seither hatten meine Eltern andere Dinge bevorzugt. Allerdings hatte ich schon als Zehnjährige ein sauertöpfisches, verschlossenes Naturell, daher erinnere ich mich vor allem daran, dass es mir in Visby viel zu voll gewesen war und ich die Erwachsenen albern fand. Gewiss muss es auch damals ein paar Lichtblicke gegeben haben, aber ehrlich gesagt, ist mir mein ganzes zehntes Lebensjahr als eine Art Nebel in Erinnerung geblieben, der durchlitten werden musste. Zu jener Zeit hatte ich noch keine speziellen Interessen. Spice Girls oder andere Popgruppen lagen mir nicht. Ich weiß noch, dass ich eine wachsende Anzahl scheußlicher kleiner Hunde und Hamster häkelte, vermutlich, weil ich mich nach echten Haustieren sehnte. Die konnte ich aber nicht haben, weil vor kurzem festgestellt worden war, dass sich zu den vielen lästigen Eigenschaften, die ich bereits besaß, auch noch eine Pelztierallergie gesellt hatte.

In kürzester Zeit häkelte ich eine ungeheure Menge wolliger Tiere in grellen Farben, die ich taufte und miteinander paarte. Ich führte über ihre Stammbäume und Nachfahren Buch, kleine pingelige Heftchen, die der Mutterkuchen immer noch in einer Schachtel aufbewahrt (als Monument nostalgischer Gefühle, die aus einer Zeit herrühren, als die Mutter-Tochter-Beziehung noch einfacher funktionierte, weil meine Wenigkeit noch keine spürbare Persönlichkeit entwickelt hatte).

Wie dem auch sei - da waren wir nun in Visby und endlich begriff ich, was eigentlich der Witz des ganzen mittelalterlichen Spektakels war! Es lief auf genau das Gleiche hinaus wie das Dasein meiner gehäkelten Tierchen, nämlich auf die Paarung. D. h. alle paarten sich, nur ich nicht. Ja, und dann gab es da noch etwas Wesentliches, das im Leben meiner gehäkelten Tierchen gar nicht vorkam, und das war, sich möglichst bis zum Exzess zu betrinken. Eine Tätigkeit, der ich mich ebenfalls nicht zu widmen pflegte (auch mit Drogen hatte ich nichts im Sinn, obwohl der Mutterkuchen sich manchmal einbildete, mein eigenartiges Verhalten müsse von irgendeiner Droge herrühren, die es zu ihrer Zeit noch nicht gab).

Maira und ich hatten uns zwei unglaublich mittelalterliche Kleider genäht, in die gewandet wir nun durch die Gassen zogen. Wir hatten den ganzen Sommer daran genäht und gestickt. Mairas Kleid war mitternachtsblau und meins schwarz, mit dazugehörigen Umhängen aus Synthetiksamt.

Maira hatte schon mehrmals damit gedroht, in den Tolkienverein einzutreten, obwohl sie wusste, dass mich nichts auf der Welt dazu bringen würde, dort Mitglied zu werden - denn wer will schon den Spuren seiner Väter folgen? Im Tolkienverein hatten sich meine Eltern nämlich anno 1982 unter den Namen Glorfindel und Goldberry kennen gelernt - ein schicksalhaftes Ereignis für mich und meine Schwester.

Bei mir steht Folgendes fest: 1. Keine Vereine. 2. Keine Rollenspiele. 3. Auch keine Life-Rollenspiele. 4. Kein Chorgesang. 5. Bitte, keine Schulaufführungen mehr! (Ich habe in der Achten in Ein Mittsommernachtstraum die Mauer gespielt und außerdem im Märchentunnel den Kleinen Bären mit so überzeugendem Gebrüll dargestellt, dass einer der Väter, die durch den Tunnel krochen, noch wochenlang danach einen Herzkasper hatte. Doch das ist eine andere Geschichte).

Im Übrigen neige ich nicht dazu, anthroposophische Wachskerzen zu ziehen und zu dekorieren, Federmäppchen aus Filz herzustellen, Papierlaternen zu basteln oder in Eurythmieaufführungen

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