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Der Giftschmecker von Moss, Fletcher (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.07.2014
  • Verlag: Carlsen
eBook (ePUB)
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Der Giftschmecker

Dalton Fly hat schon eine Menge Gift geschluckt. Der Waisenjunge kostet das Essen der Schönen und Reichen von Highlions vor und merkt sofort, wenn irgendetwas damit nicht stimmt. Doch nach dem letzten Auftrag ist sein Freund Bennie tot und Dalton kommt nur mit viel Glück davon. Wer steckt hinter dem Mord? Und warum wird Dalton seitdem verfolgt? Gemeinsam mit der schönen Scarlet Dropmore, die Dalton ihr Leben verdankt, sucht er nach Antworten. Die Spur führt zu den mächtigsten Männern der Stadt - und damit auch zu den gefährlichsten.

Fletcher Moss arbeitete bereits als Regalauffüller und LKW-Fahrer in Frankreich und Spanien, bis er schließlich stellvertretender Schulleiter wurde. Mit seinem Debüt "Der Giftschmecker" hat er den Times-Chicken-House-Schreibwettbewerb 2012 gewonnen. Er lebt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in Manchester.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 22.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783646926170
    Verlag: Carlsen
    Größe: 2503kBytes
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Der Giftschmecker

Die Tür flog mit einem Knall auf. Dalton Fly drängte sich in einer dunklen Ecke mit dem Rücken gegen eine breite, kalte Marmorsäule, hielt den Atem an und sah verzweifelt zu einer Spielkarte hinüber. Irgendwie hatte ihm dieser Glücksbube, an dem Bennies Blut klebte, das Leben gerettet. Er durfte ihn nicht zurücklassen. Von seinem Versteck aus konnte Dalton das rot verschmierte Gesicht des Buben erkennen. Die Karte lag auf dem Teppich vor dem Kamin, vielleicht ein Dutzend Schritte entfernt. Dalton blinzelte und konnte für einen Moment nicht mehr richtig sehen; alles war verschwommen und Flecken tanzten durch sein Blickfeld. Er rieb sich die Augen. An seinen Händen und unter den Fingernägeln war Blut.

Zwei Männer waren ins Zimmer getreten und sie hatten Pistolen. Dalton hörte das Klicken eines Hahns, der zum Feuern gespannt wurde.

"Großer Gott!", rief einer der Männer. Er hatte wohl den toten Bennie Jinks entdeckt.

Bennie lag mit dem Gesicht nach unten, ein Häuflein Haut und Knochen in einer Blutlache. Er hatte sich die Seele aus dem Leib gehustet und noch immer lief Blut aus seinem Mund. Er war erst zwölf. Was er auch gegessen hatte, es hatte ihm die Eingeweide zerfetzt.

Für einige lange Sekunden herrschte Stille. Dalton konnte wieder besser sehen, ihm klopfte das Herz und sein Magen schmerzte vom Gift. Er kniete sich langsam hin und kroch auf allen vieren weiter, damit er in dem ganzen Dreck nicht ausrutschte. Das war viel Blut für einen so kleinen Kerl, auch Dalton war klatschnass davon. Er hatte es im Gesicht und in der Nase, auf den Zähnen und unter der Zunge. Es schmeckte bitter und glänzte dunkel; seine Haare waren schwarz verklebt. Er kämpfte gegen die Übelkeit an.

Die Lederstiefel der Männer knarzten, als diese mit vorgereckten Pistolen weitergingen. Der eine beugte sich zu Bennie hinunter und berührte ihn an der Schulter.

"Ist noch warm."

Dalton sah zu den Kostproben, die samt Schalen und Tellern auf dem dicken Teppich verstreut lagen. Zwei Kissen mit Goldbesatz waren heruntergefallen; ein Stuhl lag auf der Rückenlehne. Die rußende Flamme einer Kerze zitterte und in den grauen Torbögen tanzten tiefe Schatten. Vielleicht hatte Bennie diese Verwüstung angerichtet, als er schreiend und gurgelnd erstickt war. Das Scheppern und Klirren musste weit über die Flure und Galerien gehallt haben.

"Mist!", fluchte der eine Mann und kickte etwas beiseite. "Was für eine Sauerei. Das sollte sich die Meisterin mal ansehen."

Wieder Bewegungen. Dalton fragte sich, ob sie ihre Pistolen inzwischen heruntergenommen hatten. Seine Hände zitterten wie verrückt. Bennies Blut auf seinen Kleidern und seiner Haut kühlte ab, die Klumpen fingen an zu kleben. Jetzt, überlegte er, bestand eine Chance. Wenn die Männer an dem wuchtigen Tisch vorbeigingen und das andere Ende des Raums durchsuchten, drüben bei den Fenstern, dann konnte er es zu seinem Glücksbuben schaffen und abhauen.

Er krabbelte los und hatte wieder Probleme damit, scharf zu sehen. Ein silberner Kelch war mitten in die dunkelrote Pfütze gerollt, mit verschmierten blutigen Fingerabdrücken darauf. Irgendwo draußen läuteten unablässig Kirchenglocken.

Der Bube zwinkerte ihm noch immer gelassen zu. Dalton setzte langsam eine Hand vor die andere und versuchte nicht zu atmen. Er brauchte diese Karte.

"Was war es? Der Wein?", fragte der eine Mann.

Dalton hörte, wie ein Pfropfen aus einer Flasche gezogen wurde. Er kroch weiter und konnte die Männer jetzt sehen. Sie standen wenige Schritte hinter dem Tisch, zwei verschwommene Umrisse im Schatten. Sie brauchten sich nur umzudrehen und er war geliefert. Angst durchri

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