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Der kleine Lord Mit Bildern aus dem Film von Burnett, Frances Hodgson (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Null Papier Verlag
eBook (ePUB)
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Der kleine Lord

Überarbeitete und korrigierte FassungDer siebenjährige Cedric Errol lebt mit seiner Mutter in armen Verhältnissen in Amerika. Sein liebenswertes Wesen bezaubert alle Menschen in seinem Umkreis. Eines Tages ändert sich Cedrics Leben jedoch plötzlich: Sein griesgrämiger Großvater, Graf Dorincourt, möchte ihn zu sich nach England holen und einen kleinen Lord aus ihm machen...Null Papier Verlag Frances Hodgson Burnett (geb. 24. November 1849 in Manchester, England; gest. 29. Oktober 1924 in Plandome, New York; gebürtig Frances Eliza Hodgson) war eine britische Schriftstellerin. ekannt und geliebt ist Burnett wegen ihrer drei Kinderbücher Der kleine Lord (Little Lord Fauntleroy), Eine kleine Prinzessin (A Little Princess) sowie Der geheime Garten (The Secret Garden). Alle drei Bücher wurden teilweise mehrfach verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 295
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954181117
    Verlag: Null Papier Verlag
    Größe: 695 kBytes
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Der kleine Lord

Erstes Kapitel

Eine große Überraschung

C edrik selbst wusste kein Sterbenswörtchen davon, nie war etwas Derartiges in seiner Gegenwart auch nur erwähnt worden. Dass sein Papa ein Engländer gewesen, wusste er, weil seine Mama ihm das gesagt hatte, aber dann war dieser Papa gestorben, als er noch ein ganz kleiner Junge gewesen, und ihm war von demselben nicht viel mehr in Erinnerung geblieben, als dass er eine hohe Gestalt und blaue Augen und einen langen, schönen Schnurrbart gehabt und dass es herrlich gewesen, auf seinen Schultern in der Stube herumzureiten. Nach des Vaters Tode hatte Cedrik dann die Entdeckung gemacht, dass es am allerbesten sei, mit der Mama gar nicht von ihm zu sprechen. Als der Papa erkrankte, war Cedrik fortgebracht worden, und als er wieder nach Hause kam, war alles vorüber gewesen, und sein Mütterchen, das auch eine schwere Krankheit durchgemacht, fing eben wieder an, in ihrem Lehnstuhle am Fenster zu sitzen; allein sie war bleich und mager und all die lustigen Grübchen waren aus ihrem hübschen Gesichte verschwunden; die Augen sahen so groß aus und so traurig, und ihr Kleid war ganz schwarz.

"Herzlieb", sagte Cedrik - so hatte sein Papa sie immer genannt, und der kleine Junge machte es ihm nach - "Herzlieb, geht's Papa besser?"

Er fühlte, wie ihr Arm zitterte, wandte plötzlich sein lockiges Köpfchen und sah ihr ins Gesicht, und als er sie so ansah, war's ihm, als ob er selbst bald zu weinen anfangen müsse.

"Herzlieb", fragte er noch einmal, "ist Papa wohl?"

Dann gab ihm sein kleines zärtliches Herz plötzlich ein, beide Ärmchen um den Hals der Mutter zu schlingen und sie wieder und wieder zu küssen und seine weiche, warme Wange fest an die ihrige zu schmiegen, und sie drückte ihr Gesicht an seine Schulter und hielt ihn umschlungen, als ob sie ihn nie mehr von sich lassen wollte, und weinte bitterlich.

"Ja, ihm ist wohl", schluchzte sie; "ihm ist ganz, ganz wohl, aber wir - wir haben nichts mehr auf der Welt als einander. Keine Menschenseele sonst."

So klein er war, hatte er doch begriffen, dass sein großer, schöner, junger Papa nicht mehr wiederkommen werde, dass er tot sei, wie er es von anderen Leuten auch schon hatte sagen hören, obwohl er nicht recht wusste, was das für ein seltsames Ding war, das so viel Herzeleid in seinem Gefolge hatte, und weil sein Mütterchen immer weinte, wenn er von dem Papa sprach, kam er ganz in aller Stille auf den Gedanken, dass es besser sei, nicht von ihm zu sprechen, und allmählich fand er auch, dass es besser sei, sie nicht ganz ruhig dasitzen und zum Fenster hinaus oder ins Feuer starren zu lassen. Bekannte hatten er und seine Mama nicht viele, und man konnte ihr Leben sehr einsam nennen, obgleich Cedrik davon keine Ahnung hatte, bis er älter wurde und man ihm dann sagte, weshalb sie keine Besuche erhielten. Er erfuhr dann, dass seine Mama eine Waise war und ganz allein in der Welt gestanden hatte, ehe sie Papas Frau geworden. Sie war sehr hübsch und hatte als Gesellschafterin bei einer reichen alten Frau gelebt, die nicht gütig gegen sie gewesen war. Eines Tages hatte Kapitän Cedrik Errol, der Besuch bei der Dame machte, sie die Treppe hinaufeilen sehen mit schweren dicken Tränentropfen an den langen Wimpern, und dabei hatte sie so unschuldig und traurig und wunderlieblich ausgesehen, dass der Kapitän es nicht mehr hatte vergessen können. Dann waren mancherlei merkwürdige Dinge geschehen, sie hatten einander kennen gelernt und hatten sich sehr lieb und wurden schließlich Mann und Frau, obwohl diese Heirat ihnen die Missbilligung verschiedener Personen zuzog. Am meisten erzürnt darüber war der Vater des Kapitäns, der in England lebte und ein sehr reicher und vornehmer Herr von leidenschaftlicher Gemütsart und einer heftigen Voreingenommenheit gegen Amerika und die Amerikaner war. Kapitän Cedrik war der dritte Sohn und hatte also für sein Teil wenig Aussichten auf die äußerst bedeu

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