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Detektiv Pinky von Prokop, Gert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: Beltz
eBook (ePUB)
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Detektiv Pinky

Pinky, der pfiffige, liebenswerte Junge, der in einem Waisenhaus in Kittsburgh lebt, kämpft um Gerechtigkeit mehr für andere als für sich selbst. Sein Traum ist es, der berühmteste Detektiv der USA zu sein, und als Detektiv muss er sich bewähren. Gert Prokop (1932-1994) wuchs in Richtenberg auf und zog 1950 nach Berlin. Er studierte an der Kunsthochschule Weißensee, bevor er dann als Journalist bei der Neuen Berliner Zeitung tätig wurde. Seit 1971 widmete er sich der Schriftstellerei, daneben wirkte er als Filmdokumentarist bei verschiedenen Filmen mit. Prokops Jugenddetektivroman 'Detektiv Pinky' wurde ein Klassiker der DDR-Jugendbuchliteratur. Das Buch wurde 2001 von Stefan Lukschy verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407748300
    Verlag: Beltz
    Größe: 17896 kBytes
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Detektiv Pinky

Die Vorgeschichte

oder: Wie Kittsburgh zu einem Affen kam

Pinky saß auf seiner Mülltonne und träumte.

Die Mülltonne war kakelbunt angemalt und stand auf dem Dach des Hauses. Pinky hatte sie gefunden. Nun ja, nicht richtig gefunden, aber auch nicht richtig gestohlen. Sie lag eines Morgens mitten auf der Straße. Pinky stellte sie erst einmal auf den Bürgersteig. Nicht dass er besonders ordentlich war, aber er liebte Autos, und der Gedanke, dass eines zu schnell um die Ecke biegen und mit der Mülltonne zusammenstoßen könnte, gefiel ihm gar nicht. Als die Mülltonne am späten Nachmittag immer noch auf dem Bürgersteig herumstand, rollte er sie auf den Hof und stellte sie zwischen das Gerümpel, das dort überall herumlag. Er wartete zwei Tage, dann schleppte er sie auf das Dach, schrubbte sie aus, bemalte sie und erklärte sie zu seinem Thron.

Da hockte er nun, sechs Stockwerke über der Stadt, an einen Schornstein gelehnt, ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen und träumte seinen Lieblingstraum: Ganz Kittsburgh war im Centralpark zusammengelaufen, die Kapelle spielte einen Tusch, der Bürgermeister hob die Hand, ein Raunen lief durch die Menge, das Tuch fiel und gab das neue Denkmal frei. Und da stand er, Pinky, in Marmor auf einem Sockel, an dem geschrieben stand: "Die Stadt Kittsburgh ihrem großen Sohn".

An dieser Stelle wechselte Pinkys Traum von Mal zu Mal. Einmal wurde ihm ein Denkmal gesetzt, weil er ein berühmter Jazztrompeter geworden war, dann ein Astronaut, dann wieder ein Erfinder ... am liebsten aber träumte Pinky, er wäre der berühmteste Detektiv der USA; daher auch sein Spitzname: nach dem großen Pinkerton, der im vorigen Jahrhundert die weltberühmte Detektivagentur gegründet hatte.

Von der Straße gellte Monsters Pfiff. Pinky schob den Kopf über die Dachbrüstung. Monster fuchtelte aufgeregt mit den Armen und gab das Zeichen: Supersuper! Pinky sprang, so schnell er konnte, die rostigen Stufen der Feuerleiter an der Außenwand des alten Backsteinhauses hinunter.

"Ein Zirkus, ein Zirkus!" Monster gestikulierte aufgeregt mit den Armen. Sie liefen durch den Centralpark, dann den Washington-Boulevard hinunter, hätten beinahe einen Polizisten umgerannt, der mit weit aufgerissenem Mund gähnte, als gäbe es nichts Langweiligeres, als am Washington-Boulevard mit seinen vielen Geschäften Streife zu gehen. Dann liefen sie durch die 53. Straße und noch nie war sie ihnen so lang vorgekommen wie heute. Endlich erreichten sie die Festwiese. Die Zirkuswagen standen im Halbkreis, wie eine Wagenburg in einem Indianerfilm, und in ihrer Mitte lagen bereits die Bahnen des Zeltes; gerade wurden die Zeltmasten abgeladen.

Ein kleiner Wanderzirkus! Für Pinky und Monster aber war es wie ein Wunder aus einer anderen Welt: kein Fernsehen, kein Kintopp, wo man nie wusste, war es nun Schein oder Wirklichkeit, hier gab es richtige Löwen, Pferde, zwei Elefanten und - Affen.

Pinky und Monster liebten Tiere. Die beiden trieben sich oft in dem kleinen Gehege herum, das sich hochtrabend "Kittsburgh-Zoo" nannte, aber nur ein paar Käfige mit Vögeln, ein halbes Dutzend Pfauen, Präriehunde, zwei Elche und einen alten Bisonbullen beherbergte. Zugegeben, nicht gerade prächtig, aber für zwei zwölfjährige Jungen, die in den dunklen Zimmern von "Potters Kinderheim" lebten, war es ein Paradies. Und kostenlos!

Im Zirkus hingegen wollte man schon für den billigsten Stehplatz fünfzig Cent. Woher nehmen? Ihnen fiel nicht einmal ein, wo sie es hätten stehlen können. Und verdienen? Seit es so viele Arbeitslose in Kittsburgh gab, nahmen die Erwachsenen den Jungen sogar die kleinen Gelegenheitsarbeiten als Autowäscher oder Zeitungsausträger weg. Auch auf der Festwiese standen ein paar Dutzend Männer und hofften, dass sie vielleicht einen Dollar verdienen könnten. Doch die Leute vom Zirkus schienen keine Hilfe zu brauchen.

Sie sahen ein Mädchen, das

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