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Die blauen Wölfe von Ambjørnsen, Ingvar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2014
  • Verlag: hey! publishing
eBook (ePUB)
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Die blauen Wölfe

Dass die Tierquälerei der Pelzindustrie eine große Sauerei ist, steht für Peter und den Prof fest. Aus diesem Grund haben sie Verständnis für so manche illegale Aktion von Tierschützern. Als jedoch die radikalen "Blauen Wölfe" mit Mitgliedern ihrer Familien aneinandergeraten, machen sich die beiden Jungdetektive auf die Jagd nach dem Rudel. "Was ist los?", fragte Tante Edith ängstlich. "Stimmt etwas nicht?" Ich riss dem Prof die Karte weg. Es war eine kurze, maschinengeschriebene Nachricht. Ich las laut vor: "DAS MIT DEM SALTO TUT UNS LEID!" Die Karte war unterschrieben: "DIE BLAUEN WÖLFE". "Die Blauen Wölfe?" Tante Edith schien nur noch Bahnhof zu verstehen. "Das begreife ich nicht, da muss jemand sich einen Witz mit mir erlauben. Aber so schöne Rosen!" Während sich die Tierschützer bei Profs pelztragender Tante Edith für das bei einem unsanften Zusammenstoß verpasste Veilchen mit einem Strauß Rosen entschuldigen, sucht Peter nach einer Erklärung für das merkwürdige Verhalten seines Vaters. Ist Rolf Pettersen etwa sein später und unverhoffter Künstlerruhm zu Kopf gestiegen? Wer ist die junge Frau, die immer öfter an seiner Seite zu sehen ist? Und wo besteht der Zusammenhang zu den "Wölfen"? In größter Sorge um die Ehe seiner Eltern scheut Peter keine Mühen, eine Antwort auf all diese Fragen zu finden. "Die Blauen Wölfe" ist der fünfte Band der Jugendkrimi-Reihe Peter und der Prof - weg mit dem Schafspelz! Aus dem Norwegischen übersetzt von Gabriele Haefs.

Ingvar Ambjørnsen wurde 1956 in Norwegen geboren. Nach einer kurzen Schulkarriere begannen lange, unruhige Jahre in den Randgruppen der Gesellschaft, seiner informellen Ausbildung zum Schriftsteller. Inzwischen gilt er nicht nur in Norwegen als erfolgreicher Autor. Seit 1985 lebt er in Hamburg und erhielt u. a. nach dem Hamburger Literaturstipendium 1986 das Literaturstipendium 1988 der Stadt Lübeck mit Stadtschreiberwohnung im Buddenbrook-Haus, darüber hinaus wurden seine "Elling"-Romane verfilmt. Zuletzt erschien von ihm der Roman "Die Nacht träumt vom Tag" im Hamburger Nautilus Verlag. (C) Autorenfoto: Christine Poppe

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 129
    Erscheinungsdatum: 31.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942822824
    Verlag: hey! publishing
    Originaltitel: De bla ulvene
    Größe: 878kBytes
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Die blauen Wölfe

Totempfahl in Sherrysoße

Vernissage. Wärnissasch. Ich ließ mir dieses neue Wort wirklich auf der Zunge zergehen. Dabei fühlte es sich jedenfalls gut an. Wenn ich es aussprach, strömte es heraus, mit einem kleinen Zischlaut zwischen den Zähnen. Französisch, hatte der Prof gesagt. Vernissage ist Französisch und bedeutet 'Eröffnung' oder so was. Na gut, hatte ich gedacht. Eröffnung ist gut. Loch in der Mauer. Denn endlich konnte mein Vater seinen Kopf hervorstecken und dem Rest der Welt "Guten Tag" sagen. Und ich, Peter Pettersen, würde in Zukunft nicht mehr vor Verlegenheit rot anlaufen müssen, wenn mich irgendwer fragte, was mein Vater so machte. Beim nächsten Mal, wenn jemand diese Frage stellte (die sie sicher für ziemlich harmlos hielten), würde ich antworten können: Er ist Künstler. Und dann würde ich 'Vernissage' denken. Von jetzt an, dachte ich, spielt es auch keine Rolle mehr, dass er aussieht wie ein Idiot. Denn dass Künstler anders aussehen als andere Leute, wissen ja wohl alle. Neulich hatte ich in der Zeitung etwas über einen Maler gelesen, der sich jeden Tag am ganzen Körper blaugrün anmalte, und im Vergleich zu dem musste mein Vater mit seiner Matte von einem halben Meter doch geradezu normal wirken.

Dass mein Vater mit seiner 'Kunst' einfach nicht vom Fleck gekommen war, hatte mir mehr zu schaffen gemacht, als ich zugeben mochte. Solange ich mich erinnern konnte, saß er schon im Keller und schnitzte an Figuren und Totempfählen herum, oder er malte oder modellierte in Ton. Wie oft er diese mehr oder weniger unbegreiflichen Produkte zu Ausstellungen und Wettbewerben eingereicht hatte, ahnte niemand - aber die ganze Familie wusste zumindest gut, dass alles mit einem "Wir bedauern, Pettersen" zurückgekommen war. Und dann hatte Pettersen sich bedauert. Bei mir, bei Mutter und bei Klein-My, die zum Glück zu klein war und nicht kapierte, warum der Alte so herumnervte. Manchmal machten diese ewigen Niederlagen ihn sauer und wütend, manchmal auch nur stumm und verschlossen. Mindestens hundertfünfzig Mal hatte ich versucht, ihn zu überreden, sich eine richtige Arbeit zu suchen, und ein paar Mal hatte er das auch getan - aber das hielt nie länger als ein paar Wochen vor. Dann wurde er aus irgendeinem Grund gefeuert, oder er kündigte selber. Und jedes Mal brachte er dann denselben Spruch: "Ich prostituiere mich nicht, Leute. Ich weiß, was ich kann, und ich lasse mich nicht wie den letzten Dreck behandeln."

Die ‚Leute' waren Mutter, My und ich. Und Mutter seufzte und war müde, und am nächsten Tag ging sie ins Theater, wo sie Eintrittskarten verkaufte, damit Vater und My und ich ein Dach über dem Kopf und Butter auf dem Brot haben konnten.

"Wartet nur", sagte Vater dann immer. "Eines Tages werdet ihr sehen. Eines schönen Tages!"

Und nun war dieser schöne Tag also gekommen. Ein dänischer Kunstmaler namens Preben Gundersen hatte sich nämlich aus irgendeinem Grund in unseren Keller verirrt. Dort hatte er Vater vorgefunden, der sich gerade über einen riesigen Holzklotz hergemacht hatte. Und Gundersen, der im Gegensatz zu meinem Vater ein echter Künstler war und gebeten wurde, seinen Kram in Dänemark und anderswo auszustellen, war einfach total ausgetickt, als er Vaters indianische Handschrift gesehen hatte. Er war nicht nur begeistert, nein, er war außer sich vor Freude. Später erzählte Vater, dass Gundersen losgestürzt war und eine Flasche Gammel Dansk gekauft hatte, das ist ein dänischer Schnaps, der wie Hustensaft schmeckt. Viele Stunden später konnten Mutter und ich Gundersen aus der Wohnung vertreiben, und als sei

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