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Die Fabelmacht-Chroniken (2). Brennende Worte von Lange, Kathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2018
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Die Fabelmacht-Chroniken (2). Brennende Worte

Liebe auf den ersten Blick - Mila hat sie erlebt, als sie nach Paris gereist und dort Nicholas begegnet ist. Doch die Fabelmacht hat ihn ihr genommen. Für Schmerz bleibt keine Zeit, denn ein fabelmächtiger Gegenspieler taucht hinter den Kulissen auf. Wie Mila hat auch er seine große Liebe verloren und ihm ist jedes Mittel recht, um diese zurückzubekommen. Als Mila sich tiefer und tiefer in seine Intrigen verstrickt, wird ihr klar: Dies ist nicht länger ein Kampf der Geschichten. Sie kann ihn nur aufhalten, wenn ihre eigene Liebe stärker ist als die Fabelmacht. Um zu bestehen, muss sie erneut gewaltige Opfer in Kauf nehmen - und am Ende sogar stärker sein als der Tod ...
Kathrin Lange wurde 1969 in Goslar am Harz geboren. Obwohl sie sich beruflich der Hundestaffel der Polizei anschließen wollte, siegte am Ende ihre Liebe zu Büchern, und sie wurde zuerst Buchhändlerin und dann Schriftstellerin. Heute ist sie Mitglied bei den International Thriller Writers und schreibt sehr erfolgreich Romane für Erwachsene und Jugendliche. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in einem kleinen Dorf bei Hildesheim in Niedersachsen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 24.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401807942
    Verlag: Arena Verlag
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Die Fabelmacht-Chroniken (2). Brennende Worte

2

Mila las, was sie in der letzten Viertelstunde zu Papier gebracht hatte. Es war eine ziemlich genaue Beschreibung von ihr selbst - wie sie in der Fensterbank saß und nach draußen starrte, wie sich langsam die Nacht über Paris senkte, wie sich ihr blasses, schmal gewordenes Gesicht und die wirren blonden Locken in der Scheibe spiegelten.

Es war das erste Mal seit Nicholas' Tod, dass sie mehr als einzelne Worte aufs Papier gebracht hatte und zu ihrer Überraschung war es ihr mit der Zeit sogar erstaunlich leichtgefallen. Inzwischen wusste sie auch, wie das, was sie hier aufschrieb, enden sollte. Sie fragte sich, warum ihr das nicht schon viel eher eingefallen war. Es war die Lösung für all ihren Kummer, nachdem es unmöglich war, Nicholas von den Toten zurückzuholen.

Aber betrog sie Nicholas nicht damit, so etwas zu schreiben? Sie tippte mit dem Stift auf das Papier. Du kannst ihn nicht mehr betrügen, wisperte es in ihr. Er ist tot! Kapier das endlich. Tot!

Sie blickte auf das Papier, auf ihre geschwungene Handschrift, dann schaute sie hinüber zum Fenster. Entweder sie tat das hier - oder sie wählte früher oder später den anderen Weg, den aus dem Fenster, der wieder so viel Leid nach sich ziehen würde. Für sie wäre es dann vorbei. Aber andere Menschen würden um sie trauern. Helena, ihre Mutter. Eric. Isabelle, ihre beste Freundin.

Nein. So weit war sie noch nicht, ihnen das anzutun. Das hier war der bessere Weg.

Sie straffte die Schultern, griff den Stift fester und fügte den letzten Satz hinzu: In diesem Augenblick vergaß sie Nicholas und alles, was mit der Fabelmacht zusammenhing.

Die Spitze ihres Stiftes begann, blau zu flimmern. Das Licht ergoss sich auf das Papier, füllte die Linien und Bögen ihrer Schrift wie Wasser, das trockene Gräben füllte. Gleich darauf leuchtete der gesamte Abschnitt in diesem überirdischen Blau, das anzeigte, dass die Fabelmacht ihre Wirkung entfaltete. Gleichzeitig fühlte es sich an, als würde etwas aus Mila herausfließen, so ähnlich wie das blaue Leuchten aus dem Stift floss.

Ihre Augen brannten noch immer. Sie wusste, dass sie blinzeln musste, damit geschehen würde, was sie geschrieben hatte, aber plötzlich überwältigte sie die Panik. Es war falsch, was sie hier tat, furchtbar falsch! Oder?

Aber für ein Zurück war es zu spät. Das Fabelmachtleuchten erlosch. Langsam schloss Mila die Augen. Das Notizbuch entglitt ihren Fingern und fiel zu Boden. Ihr Herz flatterte in ihrem Brustkorb. Als sie die Lider wieder hob, brannten sie noch immer. Sie wandte den Kopf und sah sich im Raum um. Wo war sie? Wie war sie hierhergekommen? Hatte sie nicht eben noch im TGV gesessen?

Mehrere Minuten lang versuchte sie zu begreifen, was passiert war, dann flog die Tür auf. Jemand stürzte herein und blieb wie angewurzelt in der Tür stehen. Ein Junge. Er war schlaksig, hatte braunes, wirres Haar. Seine Augen waren von der Farbe von Milchkaffee und weit aufgerissen. Kurz streifte sein Blick den Stift, den sie noch immer in der Hand hielt.

"Was hast du gemacht?", fragte er mit einem Zittern in der Stimme. "Ich habe das Fabelmachtleuchten gesehen, vom Dach gegenüber aus, und da bin ich her, so schnell ich konnte. Was hast du getan, Mila?"

Helena stand hinter ihm, das registrierte Mila nur ganz am Rande. Das Gesicht ihrer Mutter war ein fahles Oval im Halbdämmer. Schreckensweit aufgerissene Augen.

Bedächtig legte sie den Stift weg. Ihr Kopf schien wie leer gefegt. Mit zitterigen Beinen stand sie auf. Ihre rechte Seite fühlte sich kalt an von der Scheibe, gegen die sie sich gelehnt hatte. Sie sah, wie der Junge einen Schritt auf sie zumachte, und sie wusste, dass sie ihn schon einmal gesehen hatte. Bei ihrer Ankunft in Paris. Als sie aus dem TGV gestiegen war, hatte er sie angequatscht. Wann war das gewesen? Vor wenigen Augenblicken, oder? In ihrer Erinnerung klaffte ein tiefes, gähnendes Loch

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