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Die Legende der Wächter 13: Das Nebelschloss von Lasky, Kathryn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2014
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
eBook (ePUB)
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Die Legende der Wächter 13: Das Nebelschloss

Im Ga'Hoole-Baum herrscht helle Aufregung: Jenseits des Namenlosen Meeres soll es ein bislang verborgenes, sechstes Eulenkönigreich geben! König Coryn und seine Wächter machen sich sofort auf, um das sagenumwobene Land zu suchen. Leider hat sich auch die grausame Schleiereule Nyra mit ihrem Gefolge auf den Weg dorthin gemacht. Das lässt den Wächtern die Federn zu Berge stehn. Band 13 der mitreißenden Erfolgsserie 'Legende der Wächter' von Kathryn Lasky.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473475353
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Originaltitel: Guardians of Ga'Hoole: The River of Wind
    Größe: 3631 kBytes
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Die Legende der Wächter 13: Das Nebelschloss

Es bedurfte keiner Worte.

Schlangen haben den Ruf, beschränkte, unterentwickelte Geschöpfe zu sein. Aber das galt nicht für die Nesthälterinnen im Großen Ga'Hoole-Baum und auch nicht für andere blinde Schlangen, die sich um die Höhlen anderer Eulen kümmerten. Nesthälterinnen waren überaus empfindsam. Ihnen entging nichts. Es war, als hätte der Verlust der Sehkraft ihre übrigen Sinne geschärft wie eine Schwertklinge. Mrs Plithiver, die schon für Sorens Eltern gearbeitet hatte, bildete da keine Ausnahme. Von allen Nesthälterinnen im Großen Baum war sie womöglich die empfindsamste.

Mattes Lavendellicht erfüllte den Speisesaal. Die Nesthälterinnen kamen nacheinander hereingeglitten. Sie trugen das Nachtmahl auf den Rücken: Nussbecher mit Milchbeerentee und entbeinte, geschmorte Wintermäuse, die mit getrockneten Raupen gefüllt waren.

Die Brigade der Besten versammelte sich um Mrs Plithiver. Die alte Nesthälterin spürte sofort, dass etwas in der Luft lag. Sie stellte ihre Sinne auf Empfang und spannte die Muskeln hinter ihren mit Haut überzogenen Augenmulden an. In diesen Muskeln hatte laut Otulissa das außergewöhnliche Empfindungsvermögen der Blindschlangen seinen Sitz. Die Fleckenkäuzin hatte sich eingehend mit der Anatomie der Blindschlangen beschäftigt. Sie hatte sogar einen Aufsatz darüber verfasst. Darin hieß es, man könne Blindschlangen nicht mit anderen, "primitiven" Reptilien vergleichen, weil sie diesen weit überlegen seien.

Noch bevor sich die Eulen zu Tisch begeben hatten, hatte Mrs Plithiver gespürt, dass sie wieder einmal eine Nachricht von Dort bekommen hatten. So nannte sie jenen Ort, an dem sie selbst nie gewesen war, den sie aber wittern konnte.

Als die Bande zum ersten Mal von Dort zurückgekehrt war, hatten die jungen Eulen nach feuchtem Moos und Stein gerochen. Nach Stein, der nie ganz trocken wurde und den nie die Sonne beschien. Im Lauf der folgenden Jahre waren die vier immer wieder zu heimlichen Ausflügen aufgebrochen. Jedes Mal, wenn sie zurückgekommen waren, hatte ihnen dieser Geruch angehaftet. Und als Mrs Plithiver gestern mit einer Tasse Milchbeerentee in Otulissas Höhle gewesen war, war der Geruch aus der Grube im Boden gedrungen, obwohl darin ein Feuer loderte. Hatten die Eulen vielleicht einen Brief von Dort bekommen? Oder sogar Besuch? Der Geruch war jedenfalls unverkennbar.

Nun gab es in den Fünf Königreichen viele sonderbare Orte - angefangen mit den vulkanischen Hinterlanden bis hin zu den eisbedeckten Nordlanden. Dort jedoch gab es weder Eis noch Feuer. Aber es war nicht der Geruch allein, den Mrs Plithiver wahrnahm. Sie spürte etwas, das sich anfühlte wie der ferne Nachhall eines dumpfen Donnerns. Mrs Plithiver konnte es nicht recht einordnen. Hatte es etwas mit den Anderen zu tun? Auch von Krämer-Ellies Waren ging diese Kraft manchmal aus ...

Die alte Nesthälterin war so in ihre Gedanken versunken, dass sie kaum mitbekam, was an ihrem Tisch gesprochen wurde. Aber es war ohnehin nur müßiges Geschwätz, das von dem ablenken sollte, was die Eulen in Wirklichkeit beschäftigte und worüber sie sich nur zu gern unterhalten hätten.

"Mrs Cook übertreibt es, finde ich", sagte Morgengrau gerade. "Gefüllte Maus? Wozu muss man eine Maus füllen? Und wozu muss man die Knochen auslösen und mit Honigtunke als Beilage servieren?"

"Ganz deiner Meinung", pflichtete Digger ihm bei. "Was Ezylryb wohl dazu gesagt hätte?"

"Er hätte solch ein Mahl niemals geduldet", sagte Otulissa. "Zu seiner Zeit mussten wir vor einem Wetterkunde- oder Glutsammlerflug unser Fleisch immer roh fressen."

"Was heißt hier 'zu seiner Zeit'?", warf Soren ein. "Das ist heute noch so!" Inzwischen leitete er die Glutsammlerbrigade und die Wetterflieger.

"Ich bin auch dafür, dass wir uns mit rohem Fleisch stärken, bevor wir ..." Morgengrau unterbrach sich jäh.

Otuli

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