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Die Legende der Wächter 16: Der Held von Lasky, Kathryn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2015
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
eBook (ePUB)
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Die Legende der Wächter 16: Der Held

DIE GESCHICHTE EINES HELDEN! Der Kreischeulerich Ezylryb wird in den Wirren des Krieges der Eiszehen geboren. Genau wie seine Eltern soll er ein tapferer Kämpfer werden. Dabei interessiert er sich eigentlich viel mehr fu?r Wetterkunde. Außerdem verlaufen die Fronten des Krieges fernab seiner Heimat, einem kleinen Kiefernwäldchen. Doch dann dringt eine Horde Eiszehen-Krieger, mit Feuerkrallen bewaffnet, in den Wald ein und brennt alles nieder. Ezylryb weiß: Seine Zeit als Krieger ist gekommen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473476572
    Verlag: Ravensburger Buchverlag
    Originaltitel: Guardians of Ga'Hoole: The Rise of a Legend
    Größe: 4567 kBytes
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Die Legende der Wächter 16: Der Held

Die ersten Lebensjahre eines Eulenkindes lassen sich in drei Phasen einteilen. Die erste wird als "Flaumkugelphase" bezeichnet, die beiden folgenden heißen "Flügglings-" und "Flugphase". Alle drei zusammen nennt man auch kurz "die drei Fs". Die Bezeichnung "Flaumkugelphase" bezieht sich darauf, dass wir ganz jungen Eulenkinder noch keine richtigen Federn haben. Stattdessen sprießen uns schüttere Dunenbüschel, was eigentlich ziemlich hässlich aussieht. Trotzdem finden uns die Erwachsenen unglaublich süß. Wie schnell sie vergessen! Wenn man noch klein ist, ist es einem entsetzlich peinlich, dass man halb nackt ist, und weil man halb nackt ist, friert man dauernd. Man ist auf Erwachsene angewiesen, an die man sich kuscheln kann und die einen wärmen. Aber das Schlimmste ist, dass man noch nicht fliegen kann! Alle fünf Sekunden betrachtet man sich von oben bis unten und hofft, vielleicht doch irgendwo schon einen ersten Federkiel zu entdecken, der die Haut durchstößt.

In der Flügglingsphase lernt ein Küken das sogenannte "Ästeln". Es hüpft von Ast zu Ast, als Vorstufe zum Fliegenlernen. In den Nordlanden gibt es allerdings kaum Bäume, was das Ästeln sehr erschwert. Unsereiner hüpft stattdessen von einem (oftmals eisbedeckten) Felsvorsprung zum nächsten. Ich hatte Glück, denn das Nest meiner Familie lag in einer der wenigen Baumgruppen auf der Sturminsel. Ich bin in der Höhle einer hohen Kiefer geschlüpft.

Doch ich schweife ab. Ich beherrschte das Ästeln noch lange nicht, als meine Erstes-Fleisch -Feier stattfand.

"Sie kommen! Sie kommen!", jubelte Gundesfyrr.

"Wer denn?", piepste ich.

"Deine Mama und dein Papa! Sie kommen aus der letzten Schlacht mit den Eiszehen-Eulen und gerade rechtzeitig zu deiner Erstes-Fleisch -Feier."

"Ich darf endlich Fleisch fressen!" Ich hüpfte vor Freude auf und ab. Diese Aussicht fand ich entschieden spannender als meine Eltern. Schließlich kannte ich so etwas wie eine "Mama" oder einen "Papa" nicht - was Fleisch war, wusste ich dagegen sehr gut! Gundesfyrr und ihre Freunde ernährten sich von Lemmingen, Wühlmäusen und Felshörnchen. Letzteres war eine Eichhörnchenart, die in den Felsklippen der Insel lebte. Manchmal fraßen sie sogar Fisch. Den brachten ihnen die Fischuhus, die ihr Revier an der Küste der Insel hatten. Ich dagegen bekam während meiner Flaumkugelphase, abgesehen von dem Glibber in meiner Eierschale, ausschließlich Insekten zu fressen. Insekten haben kein Fleisch, und vor allem haben sie kein Blut. Der Geruch, der von Gundesfyrrs frisch geschlagener Beute aufstieg, machte mich ganz gagga ! 2 Daher war ich außer mir vor Freude, als ich hörte, dass mir meine Eltern eine schöne dicke Wühlmaus mitbringen würden!

Doch als sie in die Höhle geflogen kamen, musste ich mich beherrschen, um nicht zu würgen. Das lag nicht an der Wühlmaus, deren noch dampfende Eingeweide aus der klaffenden Wunde hingen, die ihr die scharfen Krallen meiner Mutter geschlagen hatten. Nein, es war meine Mutter selbst, die mir einen Riesenschreck einjagte. Sie hatte nur ein Auge! Wo das andere Auge hätte sein sollen, war nur eine Vertiefung mit einer groben Naht, aus der noch Blut sickerte.

Ob wohl alle Mamas nur ein Auge haben? , überlegte ich. Als sie sich über mich beugte, schrie ich unwillkürlich auf. Das war das Gesicht des Krieges, begriff ich plötzlich.

"Huch! Ich glaube, meine Klappe ist verrutscht", sagte meine Mutter. Sie griff sich rasch mit dem Backbordfuß an den Kopf und zog ein Stückchen Lemmingfell über die leere Augenhöhle. "Ich wollte dir keine Angst machen, Lyze. Auf keinen Fall! Du bist so ein süßes Kerlchen."

Gundesfyrr stupste mich an und zischelte: "Begrüß deine Mama."

"Lass ihn nur. Er muss sich erst an mich gewöhnen. Das ist sicher nicht ganz leicht. Ich bin bloß froh, dass ich noch ein gesundes Auge habe und ihn sehen kann."

"Hallo

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