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Die Legende der Wächter 8: Die Flucht von Lasky, Kathryn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2012
  • Verlag: Ravensburger Verlag
eBook (ePUB)
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Die Legende der Wächter 8: Die Flucht

ES KANN NUR EINEN GEBEN! Die böse Nyra sucht die sagenumwobene Glut von Hoole. Dadurch will sie sich die Macht über die ganze Eulenheit sichern. Nur eine Eule kann sie aufhalten: ihr eigener Sohn Nyroc, der sich jetzt Coryn nennt. Im Kampf gegen Nyra muss er beweisen, dass er Mut im Magen und Biss im Schnabel hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 01.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783473384822
    Verlag: Ravensburger Verlag
    Originaltitel: Guardians of Ga'Hoole: The Outcast
    Größe: 1641 kBytes
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Die Legende der Wächter 8: Die Flucht

Sie landeten auf dem Rand des Nestes. Der kleinere Adler, das Männchen, begrüßte Nyroc: "Willkommen in unserem Horst. Ich bin Blitz und das hier ist meine Frau Donner."

Donner sagte nichts, sondern nickte nur ein paarmal.

"Meine liebe Frau hat im Kampf mit Skench und Spoorn aus St. Ägolius ihre Zunge verloren", erklärte Blitz. "Seither ist sie stumm, aber sie kann sich mit mir und Nebel in Zeichensprache verständigen."

Nyroc musste die ganze Zeit die verschwommene Gestalt zwischen den beiden Adlern anstarren. Nach und nach wurde der Umriss schärfer und entpuppte sich als eine alte, ungewöhnlich kleine Fleckenkäuzin. Nyroc konnte sich nicht mehr beherrschen und sprach sie an.

"Bist du ein Geisterschnabel?", fragte er.

Die Fleckenkäuzin tschurrte belustigt. "Nein. Ich bin durchaus lebendig. Ich heiße Nebel oder Hortense, je nachdem."

"Ich möchte nicht unhöflich sein, aber warum siehst du so seltsam aus?"

"Das ist eine lange Geschichte, aber ich will dennoch versuchen, mich kurz zu fassen. In meiner Heimat Ambala gibt es im Wasser und in der Erde große Mengen von magnetischen Tupfen. Das ist für die Eulen dort ein Fluch und zugleich ein Segen. Manche entwickeln unter dem Einfluss der Tupfen ganz besondere Fähigkeiten. Mein Vater konnte zum Beispiel durch Felsen hindurchschauen."

"Echt?"

"Ja, es ist wirklich erstaunlich. Meine Großmutter wiederum wurde davon gaga - sie verlor den Verstand und ihr Magengespür."

"Wie schrecklich." Eine Eule, die sich nicht mehr auf ihren Magen verlassen kann! Nyroc konnte sich kaum etwas Entsetzlicheres vorstellen. Nur die Flügel zu verlieren, war schlimmer.

Die Käuzin Nebel fuhr fort: "Bei anderen Bewohnern Ambalas leidet der Orientierungssinn unter den Tupfen. Ich selbst habe noch Glück gehabt. Ich bin einfach nur sehr klein geblieben. Es hat Jahre gedauert, bis ich Flugfedern bekam, und ich war nie eine besonders ausdauernde Fliegerin."

"Aber warst du auch schon immer so ... so ..." Nyroc suchte nach den richtigen Worten.

"So durchsichtig, meinst du? Nein, das kam erst im Alter. Meine Federn wurden weiß, manche sogar durchscheinend." Die Käuzin zupfte sich behutsam eine Feder von der Brust und hielt sie Nyroc hin. "Da - sieh selbst!"

Nyroc kniff die Augen zusammen, aber es gelang ihm nicht, die Feder deutlich zu erkennen.

"Beim Glaux - so was habe ich noch nie gesehen!"

"Da bist du nicht der Einzige. So ergeht es einem eben, wenn man durchsichtig wird." Die Käuzin tschurrte wieder und das Adlermännchen stimmte ein. Sogar die stumme Donner brachte ein Glucksen zustande. Und auch die beiden Schlangen, die ihre grünen Leiber um die Äste des Adlerhorstes geflochten hatten, lachten herzlich. "Wobei Durchsichtigkeit auch ihre Vorteile hat", setzte die Käuzin hinzu.

"Weil man nicht entdeckt wird, wenn man jemanden beobachtet?", fragte Nyroc. "Seit ich in diesem Wald bin, fühle ich mich verfolgt."

Nebel nickte. Wenn sie sich bewegte oder tschurrte, schien die Luft um sie herum zu flimmern.

"Aber jetzt bin ich mit Fragen dran. Wir haben uns dir vorgestellt, aber du hast uns deinen Namen noch nicht verraten."

"Ich ... ich ..." Nyrocs Magen zog sich zusammen. Er gab sich einen Ruck. "Ich habe keinen Namen. Ich habe keine Eltern. Und keine Heimat."

"Aha ... aha ... aha", machte Nebel und ihr Nicken war nur ein Flirren in der Luft. "Das wundert mich. Denn ich hätte schwören können - und ihr bestimmt auch, Blitz und Donner - dass dieser junge Eulerich eine verblüffende Ähnlichkeit mit ..."

Nyroc schloss instinktiv die Ohrschlitze. Er wollte es nicht hören. Gleich ist alles aus! Meine Narbe hat mich verraten!

"... mit Soren hat", sagte Nebel.

Die beiden Silben dieses Namens drangen selbst durch Nyrocs verschlossene Ohrschlitze.

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