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Die POPkörner (1). Ein Stern für Lou von Taschinski, Stefanie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2013
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Die POPkörner (1). Ein Stern für Lou

Das Einzige, worauf Lou sich freut, wenn sie an Hamburg denkt, ist ihre Cousine Motte. Doch die reagiert anders als erwartet auf die Verwandtschaft aus Kanada. Und auch in der neuen Schule hat Lou es sich einfacher vorgestellt: Hier machen ihr schon bald der Klassenstar Billi und die schüchterne Rosa das Leben schwer. Doch so schnell gibt Lou nicht auf! Als im Musikunterricht ein ganz besonderes Projekt angekündigt wird, stehen die vier Mädchen plötzlich vor einer unlösbaren Aufgabe. Denn vier sind eindeutig drei zu viel. Oder? Stefanie Taschinski, 1969 in Hamburg geboren, veröffentlichte 2010 ihr erstes Kinderbuch 'Die kleine Dame', das sich als zauberhaftes Debüt erwies und inzwischen für das Kino verfilmt wird. Weitere erfolgreiche Veröffentlichungen wie 'Die Popkörner' und 'Funklerwald' folgten. Auf ihren Lesungen widmet sich die Kinderbuchautorin der Literaturvermittlung und Leseförderung, zudem ist sie für das Hamburger Literaturhaus als Schreibcoach tätig. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg. www.stefanietaschinski.de Foto © Jule Bräu

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 15.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401802633
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Die POPkörner Bd.1
    Größe: 4959 kBytes
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Die POPkörner (1). Ein Stern für Lou

1. Song

Motte Jacobi machte Kopfstand und ihre Totenkopfsocken blitzten wie zwei Warnzeichen aus der schwarzen Jeans.

Sie überlegte, was sie mit ihrem letzten Ferientag anfangen wollte. Mit dem letzten Tag, bevor...

Oh nein. Stopp.

Das war gedankliches Sperrgebiet!

Motte tippte mit den Füßen gegen ihr Bücherregal und konzentrierte sich auf das Kribbeln in ihren Beinen. Das kam immer, wenn sie Kopfstand machte. Erst kribbelte es nur ganz leicht in den Kniekehlen, dann stieg es hoch bis in ihre Zehenspitzen. Wie die Bläschen einer Colaflasche, die man auf den Kopf stellt. Je länger es kribbelte, desto leichter fühlte sie sich.

Am liebsten wäre Motte ja zu Grandmère nach oben ins Dachgeschoss der Jacobi-Villa gegangen. Aber die war erst vor einer Stunde zum Flohmarkt aufgebrochen. Und vor eins, halb zwei kam sie nicht zurück.

Motte hätte auch gern Brille oder David angerufen, um sich mit ihnen an der Skaterbahn im Park zu treffen. Aber das erlaubte ihre Mutter sowieso nicht, weil ja die Bluuuu...

Halt! Dieser Name kam ihr nicht in den Kopf! Motte wackelte mit den Zehen und ließ eine neue Welle Bläschen aufsteigen, bis sich auch der letzte Buchstabe des Namens aufgelöst hatte. Inzwischen kribbelte es bis zu den Ellenbogen und vor Mottes Augen wurde es langsam schwarz. Sie stieß sich vom Regal ab und kam aus dem Kopfstand.

Vielleicht sollte sie zu Maja gehen. Das konnte nicht einmal ihre Mutter verbieten. Denn Maja war ihr Meerschweinchen. Grandmère hatte es Motte zum elften Geburtstag geschenkt. Die Meerschweinchendame hatte weiches weißes Fell und auf dem Rücken zwei kleine braune Flecken, die aussahen wie Flügel. Motte beschloss, ein Buch mitzunehmen und es sich hinter dem Stall mit Maja auf dem Schoß gemütlich zu machen. Dort würde sie niemand stören.

Eben hatte sie das Robinson-Crusoe -Buch von ihrem Nachttisch genommen, als es unten an der Tür der Villa läutete. Keine drei Sekunden später schallte die Stimme ihrer Mutter durch das Treppenhaus. "Karlotta? Karlotta! Dein Nachhilfelehrer ist da!"

Nachhilfe am Sonntag? Hallo?! Hatte sie da was verpasst? Motte stopfte sich das Buch hinten in die Hose und huschte aus ihrem Zimmer. Auf der Treppe waren Schritte zu hören.

Eilig drückte Motte die Klinke des Gästezimmers nach unten.

"Karlotta kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben", sagte ihre Mutter.

"Äh, äh, nein -... äh." Dieser hochintelligente Kommentar stammte von Superhirni Mottes ebenso hochintelligentem Nachhilfelehrer, dessen mangelnde Fähigkeiten, mathematische Zusammenhänge zu erklären, bereits jetzt auf eine vielversprechende Karriere als Mathematiklehrer hinwiesen. Motte hatte schon nach der ersten Stunde kapiert, dass sie von diesem Einstein rein gar nichts lernen konnte. Und sie fragte sich, wie viele Fünfer sie noch schreiben musste, bis sie ihn endlich wieder los war. Ihre letzten freien Stunden würde Motte auf keinen Fall mit ihm verbringen!

Ganz sachte zog Motte die Tür hinter sich zu und verschwand, wie schon so viele Nachmittage zuvor, hinter den bodentiefen Vorhängen, die in steifen Falten vor den Fenstern des Erkers hingen.

"Karlotta-Sophie Jacobi!", rief ihre Mutter wieder. "Komm sofort zu mir!"

Doch Motte machte es sich auf der Fensterbank gemütlich und strich sich das lange schwarze Haar hinter die Ohren. Warum musste ihre Mutter nur immer so rumstressen? Sie würde bestimmt nicht kommen. Nie im Leben!

Draußen im Flur begann ihre Mutter, eine Tür nach der anderen zu öffnen. Erst vor einer Woche war Motte - natürlich aus Versehen - mit einer brennenden Kerze gegen ihre Tür gekommen und die Flamme hatte einen winzigen braunen Fleck in den sonst makellosen Lack gebrannt. Ihre Mutter hatte ein Riesentheater gemacht. Aber Motte mochte den Fleck. Wenn sie die Augen zusammenkniff,

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