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Die Rabenringe - Fäulnis (Band 2) von Pettersen, Siri (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2019
  • Verlag: Arctis Verlag
eBook (ePUB)
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Die Rabenringe - Fäulnis (Band 2)

Das Schicksal der Welten liegt jetzt in Hirkas Händen. Die fulminante Fortsetzung der Fantasy-Reihe ?Die Rabenringe?: Band 2 ?Fäulnis?, der für den norwegischen Bokhandlerprisen nominiert war, handelt von Vorurteilen, Machtgier, Ängsten, Rache und Liebe. Hirka ist in der fremden Welt der Menschen gestrandet. Hier trifft sie auf Menschenjäger und Totgeborene und sehnt sich nach Rime, ihrem echten Freund. Doch ihr Kampf ums Überleben verblasst, als sie die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt und verstehen lernt, dass die Quelle der Fäulnis seit über tausend Jahren nach Freiheit strebt. Das Schicksal zweier Welten und derjenigen, die sie liebt, scheeint immer mehr in Hirkas Händen zu liegen .... Siri Pettersen, geboren 1971, wurde 2013 mit dem Erscheinen des ersten Bands der RABENRINGE-Trilogie schlagartig bekannt. Sie eroberte auch mit den beiden Folgebänden die Bestsellerlisten und wurde mehrfach ausgezeichnet. Die gelernte Designerin lebt heute in Oslo.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 524
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783038801146
    Verlag: Arctis Verlag
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Die Rabenringe - Fäulnis (Band 2)

Das Loch

"Alles, worum wir bitten, ist Seelenfrieden", sagte Telja Vanfarinn und legte die Hand auf ihre Brust. Die Kette, die sie sich mehrfach um den Hals gelegt hatte, klirrte.

Rime musste fast lachen. Jeder hätte dieses Schmierentheater durchschaut, auch ohne in Mannfalla aufgewachsen zu sein. Ihr Kleid war kohlrabenschwarz und von dramatischem Schnitt mit bodenlangen Ärmeln. Sie trug Witwenkleider, obwohl ihr Mann quicklebendig neben ihr stand. Die Trauer war nichts als Putz. Staffage, um beim Rat, von dem sie sich auf raffinierte Weise ein Treffen erbettelt hatte, Mitgefühl zu wecken.

"Es reißt uns in Stücke, Rime-Fadri. Nicht zu wissen. Urds Tod nicht zu verstehen."

Rime spürte, wie seine Mundwinkel zuckten. Urds Name verursachte ihm nach wie vor Übelkeit und nichts deutete darauf hin, dass das vorübergehen würde. Nicht, solange sein Stuhl leer blieb. Der war eine offene Wunde im Kreis der Ratsleute, die zurückgelehnt um den Tisch saßen. Gefährlich. Entzündet. Unmöglich als Gesprächsgegenstand, ohne eine Unruhe zu riskieren, die halb Draumheim aufwecken könnte.

"Wir haben euch unser Beileid bekundet", antwortete Rime. "Ich habe persönlich das Oberhaupt der Vanfarinns besucht. Sie weiß, was passiert ist. Du bist ... die Tochter ihrer Schwester?" Er sah Telja an, die unaufgefordert näher an den Ratstisch herangetreten war.

"Rabenträger, unsere Mutter ist alt", sagte Telja und strich um die Frage wie die Katze um den heißen Brei. "Ihr Gedächtnis ist nicht mehr das, was es einmal war. Du hast uns mit dem Besuch bei ihr geehrt, aber ... Einige Dinge, von denen du ihren Worten nach erzählt hast, die sind ... Nun ja ..." Telja rückte die Halskette zurecht.

"Unglaubwürdig", ergänzte Darkdaggar. "So unglaubwürdig, dass wir davon ausgehen müssen, dass die Familie von dem Mann eine Bestätigung verlangt, der dabei war, als Urd starb."

Rime hatte den Angriff zwar vorausgesehen, aber nicht damit gerechnet, dass er so offen geäußert würde. Er schaute den Ratsherrn an. "Hast du vor, mich vor das Thing zu bringen, Darkdaggar?"

"Keineswegs, Rabenträger. Die Familie Vanfarinn wünscht nur, dass die Sache aus der Welt geschafft wird." Darkdaggars Lächeln wirkte wie tot. Das Licht strich über sein Gesicht. Machte ihn blutleer, trocken. Ein scharfer Kontrast zu den goldenen Wänden hinter ihm. Sie waren in Paneele unterteilt, auf denen die Stammbäume der zwölf Familien dargestellt waren. Die Bäume verzweigten sich hinauf bis zur gewölbten Decke und gaben Rime das Gefühl, in einem Käfig zu sitzen. Der Stuhlrücken fühlte sich wie eine Wand hinter ihm an, klemmte ihn am Tisch fest.

Er war gefangen, an einen Platz gebunden, der sich nie wie sein eigener anfühlen würde. Der Stuhl gehörte Ilume, der Mutter seiner Mutter. Und er hatte geschworen, nie dort zu sitzen. Aber hier saß er. Ratsherr. Rime-Fadri. Rabenträger. Umgeben von Feinden, die jeden wachen Augenblick nutzten, um seinen Sturz vorzubereiten.

"Aus der Welt?" Sigra Kleiv verschränkte die kräftigen Arme vor der Brust. "Urd wurde auf Ravnhov umgebracht und solange die Wilden dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden, wird diese Angelegenheit nie ein Ende finden."

Rime spürte, wie die Wut in ihm wuchs. Er musste sich dazu zwingen, sitzen zu bleiben. "Ich sage es jetzt zum letzten Mal, Sigra. Der Krieg findet nicht statt. Begreif das endlich. Ravnhov kann nicht vors Thing gezerrt werden für das, was die Blinden getan haben."

Sigra holte für einen Widerspruch tief Luft, doch Darkdaggar kam ihr zuvor.

"Schon möglich, aber auch die Blinden können wir nicht vors Thing zerren, oder etwa doch?" Er nahm einen Schluck aus dem Weinbecher, während sich Gelächter am Tisch verbreitete.

Rime guckte Telja Vanfarinn an. Ihre Wangen liefen vor Eifer rot an. Sie konnte den Stimmungsumschwung im Raum riechen. Das machte sie kühner. Die Maske der Trauer fiel

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