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Die Riesen fallen von Ambjørnsen, Ingvar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.12.2013
  • Verlag: hey! publishing
eBook (ePUB)
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Die Riesen fallen

Kein Fußbreit den Faschisten! - darüber sind sich Peter Pettersen und Prof Erlandsen einig. Doch längst nicht alle Bewohner Oslos denken wie die jungen Hobbydetektive, für einen politischen Stimmungswechsel würden so manche alles tun. Wie gut, dass sich Peter und der Prof diesem Rechtsdrang in den Weg stellen. "Vorsichtig!" Der Prof packte mich mit seiner gesunden Hand. "Ich glaub ja nicht, dass das so ohne weiteres knallt, aber sei trotzdem vorsichtig." "Knallt?" Ich sah ihn verständnislos an. "Ja. Was du jetzt in Händen hältst, sind so etwa vier, fünf Kilo Sprengstoff." "Sprengstoff?" Peter Pettersen und "der Prof" Erlandsen sind eigentlich zwei ganz normale Jungs, die zusammen zur Schule gehen und mit ihren Familien in Oslo leben. Eigentlich, denn der Prof ist - was sonst? - ein besonders helles Köpfchen, und in Peters Hippie-Familie ist "normal" ein dehnbarer Begriff: Peters Vater ist in gleichem Maße freischaffender wie erfolgloser Künstler, seine Mutter rennt bevorzugt in langen Herrenunterhosen durch die Gegend, und beide finden ihren Sohn - was sonst? - viel zu spießig. Als eines Morgens der Schulhof übersät ist mit Flugblättern der Neonazi-Organisation "Norwegische Riesen", beschließen die beiden Freunde, gegen den sich ausbreitenden braunen Sumpf vorzugehen. Rassistische Graffiti innerhalb des Schulgebäudes liefern Peter und Prof erste Hinweise. Die Spur führt ausgerechnet zu dem Schlägertypen Filla, den sie zugegebenermaßen fürchten wie Fliegen die Klatsche. Filla aber ist nur die Vorhut der Bewegung. Und während die Polizei versucht, die Anschläge als Dummejungenstreiche herunterzuspielen, geraten Peter und der Prof auf ein politisches Minenfeld internationalen Ausmaßes ... "Die Riesen fallen" ist der erste Band der Jugendkrimi-Reihe Peter und der Prof - ein echter Knaller! Aus dem Norwegischen übersetzt von Gabriele Haefs.

Ingvar Ambjørnsen wurde 1956 in Norwegen geboren. Nach einer kurzen Schulkarriere begannen lange, unruhige Jahre in den Randgruppen der Gesellschaft, seiner informellen Ausbildung zum Schriftsteller. Inzwischen gilt er nicht nur in Norwegen als erfolgreicher Autor. Seit 1985 lebt er in Hamburg und erhielt u. a. nach dem Hamburger Literaturstipendium 1986 das Literaturstipendium 1988 der Stadt Lübeck mit Stadtschreiberwohnung im Buddenbrook-Haus, darüber hinaus wurden seine "Elling"-Romane verfilmt. Zuletzt erschien von ihm der Roman "Die Nacht träumt vom Tag" im Hamburger Nautilus Verlag. (C) Autorenfoto: Christine Poppe

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 117
    Erscheinungsdatum: 20.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783942822626
    Verlag: hey! publishing
    Serie: Peter und der Prof Bd.1
    Größe: 801 kBytes
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Die Riesen fallen

Gefährliches Altpapier

Alles fing eigentlich damit an, dass unser Schulhof plötzlich zur Müllkippe geworden war. Als der Prof und ich an diesem Morgen durch das Schultor kamen, blieben wir wie vom Blitz getroffen stehen und haben sicher beide gleich doof ausgesehen. Jedenfalls sah ich, dass der Prof den Schnabel aufriss wie ein Amseljunges, das auf Würmer wartet.

Die klare Herbstsonne schien über Oslo und schickte ihre Strahlen wie Scheinwerferlicht auf den asphaltierten Platz vor uns. Und der sah einfach schlimm aus. Als sollte unser Schulhof bei einer riesigen Altpapieraktion den Sammelplatz vorstellen. Der Asphalt war fast völlig von Papierbogen bedeckt. Schwarze Schrift auf weißem Grund.

Der Prof bückte sich und fischte einen der Bogen vom Boden auf. "Hab ich's mir doch gedacht!", sagte er. "Diesmal haben die aber gründliche Arbeit geleistet!"

"Du meinst doch nicht ..." Ich war sicher noch immer nicht ganz wach.

"O doch!", meinte der Prof. "Genau das meine ich. Lies doch selber!"

Natürlich! Es war dieses Nazivolk oder wie ich sie nun nennen soll, das wieder zugeschlagen hatte. Auf dem Flugblatt, das der Prof mir gegeben hatte, konnten alle, die das Alphabet gelernt hatten, lesen, dass Pakistaner drogensüchtige Mistkerle waren und dass Pakistanerinnen sich im selben Tempo wie die Ratten vermehrten. Es war derselbe Müll, den sie uns schon viele Male zugeschickt hatten. Aber diesmal hatten sie ihren Dreck auf dem Schulhof verstreut statt ihn an den Schülerrat zu schicken. Vielleicht hatten sie endlich etwas gelernt. Vielleicht hatten sie kapiert, dass so was in unserer Schule sofort in den Papierkorb flog.

Ein Jahr zuvor hatten sie mit Bomben und Granaten gedroht, falls die pakistanischen Schüler und Schülerinnen am 17. Mai beim Festzug zum Nationalfeiertag mitmachen dürften. In den Zeitungen war viel darüber geschrieben worden und in der Glotze waren sogar ein paar verpennte Politiker aufgetreten und hatten gesagt, diese Leute müssten mindestens eine Schraube locker haben.

Ich war mir da nicht so ganz sicher gewesen. Was mich erschreckte, war mein Verdacht, dass die wahrscheinlich völlig normal waren. Im letzten Jahr war nichts passiert. Sie hatten es bei den Drohungen belassen. Aber nun hatten sie also wieder zugeschlagen.

Am anderen Ende des Schulhofs hatten Ken, Anwar und ein paar andere angefangen Hausmeister Andersen beim Aufräumen zu helfen. Wir gingen zu ihnen hinüber und machten uns auch ans Papieraufsammeln.

"Schweinerei!", zischte Andersen durch sein zusammengepresstes Gebiss. "Und schaut her!" Er kratzte auf dem Asphalt herum. Ein Flugblatt klebte am Boden fest.

"Und dort!" Er wies auf die Schulmauer. Der gelbe Verputz war dicht an dicht mit weißen Blättern bedeckt. "Spezialleim! Diese Schweine haben überall Spezialleim genommen!"

"Was denn für einen Spezialleim?", fragte ich den Prof.

"Ganz normaler Leim mit zerstoßenem Glas. Dann wird der Leim zum reinen Beton!"

"Aber das ist noch nicht das Schlimmste!", fuhr Andersen fort. "Der Flur im Erdgeschoss ist mit blauer Farbe vollgesprüht."

"Vollgesprüht?", fragte Ken, als hätte er dieses Wort noch nie gehört. "Und was haben sie geschrieben?"

Der alte Andersen richtete sich gerade auf und blickte Ken übellaunig an. "Wenn du dir das nicht denken kannst, dann solltest du wirklich die letzte Klasse noch mal wiederholen!"

Ken lief feuerrot an, aber niemand lachte.

Ich hatte Anwars dunkle Augen noch nie so dunkel gesehen.

Es wurde ein

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