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Die Schatzinsel Walbreckers Klassiker für Kids von Stevenson, Robert Louis (eBook)

  • Verlag: Kuebler Verlag
eBook (PDF)
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Die Schatzinsel

Vielfältige Charaktere sind in diesem Klassiker in einem Spiel auf Leben und Tod verbunden. Nie geht die Spannung verloren, die Reise mit dem Schiff ist für Jim Hawkins die Chance hinaus in die Welt zu gehen und sich zu bewähren. Er ordnet sich nicht unter und sucht nach eigenen Wegen. Es wird gezeigt, wie die Gier nach Gold und Geld manche Menschen zu Übeltätern und Bestien macht. Es wird auch klar, wie man am Alkohol scheitern kann - selbst Long John Silver, der Anführer der Piraten, warnt seine Kumpane davor.

Dirk Walbrecker, geboren in Wuppertal, Wahl-Münchener, Studium der Literatur- und Theaterwissenschaft, Drehbuchschreiber, Kinder- und Jugendbuchautor mit zahlreichen Veröffentlichungen, Leseveranstaltungen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Türkei - und auch Pädagoge. Er war als Lehrer tätig und weiß genau, wie man die verschiedenen Altersgruppen ansprechen kann.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 173
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863460068
    Verlag: Kuebler Verlag
    Größe: 1043 kBytes
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Die Schatzinsel

Die Geschichte, die ich euch zu erzählen habe, beginnt an dem Tag, als ein braungebrannter alter Seebär an unsere Kneipentür klopfte.
Meine Eltern waren damals Besitzer eines ziemlich heruntergekommenen Gasthauses, das den Namen "Admiral Benbow" trug. Es lag direkt an der Küste, und dieser Alte mit der Narbe im Gesicht und dem langen Seemannszopf war nicht die erste merkwürdige Gestalt, die bei uns auftauchte. Eines kann ich allerdings versichern: Niemals zuvor weilte ein solcher Rabauke unter unserem Dach. Und erst recht hatte nie vorher ein Besuch so dramatische Folgen.
Noch heute sehe ich ihn vor mir, wie er vor unserem Haus stand: groß, kräftig und mit einem fleckigen alten Mantel, seine Hände rissig und narbig und mit schwarzen, brüchigen Nägeln.
Gleich hinter ihm kam ein Gehilfe mit einem Handkarren, auf den eine riesige Seemannskiste geladen war.
"Fünfzehn Mann auf des Toten Truh' - Jo-ho-ho - und 'ne Pulle voll Rum!" sang der Seebär mit seiner zittrigen Stimme. Dann pochte er erneut an unsere Tür.
Mein Vater wagte sich als erster nach draußen. "Rum!", rief der Alte barsch. "Sofort einen Rum für eine verdurstete Kehle!"
Vater, der damals schon nicht mehr gut auf den Beinen war, gehorchte sofort.
Der Seebär drehte sich um und ließ den Blick über unsere Bucht gleiten. "Ein gemütlicher Schlupfwinkel", brummte er, als mein Vater mit einem kräftig eingeschenkten Glas Rum erschien. "Gibt's viele Gäste hier?"
"Leider sehr wenig Kundschaft, leider", sagte mein Vater bedauernd.
"Dann ist's gerade der richtige Ankerplatz für mich", knurrte der Alte und rief den Mann mit dem Karren zu sich.
"Ich leg hier an. Bring die Kiste an Land!" befahl er. "Ich bin ein anspruchsloser Mensch", erklärte der Seebär meinem Vater. "Rum, Eier und Speck sind alles, was ich brauch'. Dazu die Klippe da hinten, um nach den Schiffen Ausschau zu halten. Hier!" Er warf drei Goldmünzen auf die Türschwelle. "Wenn ich das aufgebraucht hab, gebt mir Bescheid."
Ohne dass ihn jemand danach gefragt hätte, gab er bekannt: "Übrigens könnt ihr mich Käpt'n nennen!" Und in der Tat, obwohl seine Kleider nicht gerade die feinsten waren und seine Redeweise ziemlich grob, sah der Kerl nicht gerade aus wie jemand, der nur vor dem Mast gesegelt war. Er mochte vielleicht der Käpt'n eines kleineren Schiffes oder ein Steuermann gewesen sein. Jedenfalls wirkte er wie jemand, der Gehorsam verlangte.
Der Mann mit dem Karren erzählte, der Käpt'n sei am Vortag mit der Postkutsche vor dem "Royal George" eingetroffen. Dort habe er sich nach den Gasthäusern entlang der Küste erkundigt. Und nachdem er von der etwas abgeschiedenen Lage des "Admiral Benbow" gehört habe, sei sofort die Entscheidung für unser Gasthaus gefallen.
Die ersten Tage seiner Anwesenheit war der Käpt'n ein ausgesprochen schweigsamer Mensch. Tagsüber trieb er sich am Strand oder auf den Klippen herum, stets mit seinem Messingfernrohr bewaffnet. Abends hockte er am Feuer in der Gaststube und trank Rum mit Wasser - meistens sehr stark.
Selbst wenn er angesprochen wurde, sagte er kein Wort. Stattdessen stierte er dann sein Gegenüber wütend an und blies dazu so kräftig durch die Nase, als ob sie ein Nebelhorn wäre. Kein Wunder also, dass wir und unsere Gäste den seltsamen Alten in Frieden ließen.

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