text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Vereinten von Brinkmann, Caroline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Parkstone-International
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Vereinten

Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang. Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende. Gemeinsam werden sie dem Land Hope Frieden bringen - oder seinen Untergang besiegeln. Rain und Lark haben während der Rebellion schwere Verluste erlitten, doch der Kampf um die Vorherrschaft in Hope ist noch nicht vorbei. Ein Kampf, bei dem sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ausgerechnet Lark, der sie damals an die Spines verraten hat, ist der Einzige, dem Rain jetzt trauen kann. Aber wird er wirklich hinter ihr stehen, wenn es darauf ankommt?

Caroline Brinkmann ist eine deutsche Schriftstellerin. Ihre Bücher umfassen die Genres Humor und Phantastik. Wenn sie gerade nicht in neuen Welten versinkt, ist sie als Ärztin tätig, einen Beruf, den sie ebenso sehr ins Herz geschlossen hat wie das Schreiben. Auf Instagram (carolinebrinkmann_author) informiert sie ihre Leser über ihre neusten Projekte und tauscht sich mit ihnen aus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 500
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561636
    Verlag: Parkstone-International
    Serie: Rain 2
Weiterlesen weniger lesen

Die Vereinten

1.

NORMALE UNTRAINIERTE MENSCHEN konnten ungefähr eine Minute die Luft anhalten. Nach zwei Minuten verloren sie dann das Bewusstsein. Rain hielt dreizehn Minuten aus, ohne zu atmen.

Sie saß inmitten der kalten Wasserblase und hatte die Augen geschlossen. Es war so still hier drin, und man hatte das Gefühl, die Zeit würde stillstehen. Die Welt hinter der Blase aus Wasser schien so weit entfernt. Und mit ihr all die Sorgen, die auf Rains Herzen lasteten. Hier fühlte sie sich sicher. Hier in der stillen Einsamkeit.

Sie öffnete die Augen und sah einen Schatten, der unruhig um die Wasserblase patrouillierte. Es war Rains Leibwächter Nife, der von Tiberius den Auftrag bekommen hatte, Rains Leben zu schützen. Vor allem vor sich selbst.

Rain spürte, wie ihre Lungen anfingen zu brennen, doch sie verharrte unter Wasser. Ihre langen Haare umgaben sie wie ein roter Schleier. Wenn sie den Kopf bewegte, lief ein Ruck durch die Strähnen, beinahe so als würden sie leben. Normale Menschen erkannten nur Schemen unter Wasser, aber Rain war kein normaler Mensch. Sie war eine Gesegnete. In genetischer Hinsicht perfekt.

Es gab so viel, was sie über sich selbst nicht wusste. So viele besondere Fähigkeiten, von denen sie nicht einmal geahnt hatte, dass sie besonders waren, weil sie sie ihr Leben lang für selbstverständlich gehalten hatte. Immunität gegen Bakterien und Viren war eine der Besonderheiten der Gesegneten. Die Unfähigkeit, Kinder zu gebären, eine andere, denn perfekt zu sein lag offenbar nicht im Sinne der Natur. Das waren einige der Eigenschaften, die die Gesegneten von den gewöhnlichen Menschen unterschieden.

Rain konnte darüber nur lachen. Sie war als normaler Mensch aufgewachsen. Genau genommen weniger als das. Sie war ein Ghost gewesen, eine vom System Ausgestoßene, ohne jede Rechte. Nie hätte sie sich träumen lassen, dass sie zu jenen mächtigen Wesen gehören würde, die das Land regierten. Und jetzt, wo sie die Gesegneten kennengelernt hatte, erschienen sie ihr nicht viel anders als die Menschen.

Sie sah, wie Nife unter der Schwimmblase patrouillierte, stehen blieb und die Stirn runzelte. Er schien darüber nachzudenken, in die Blase zu springen, um sie herauszuholen.

Keine Sorge. Ich will mich nicht umbringen, dachte Rain, doch sie bewegte sich nicht. Sie hatte darüber nachgedacht, nachdem ihr das Wichtigste auf dieser Welt entrissen worden und der Schmerz unerträglich gewesen war. Noch war sie hier. Noch.

Sie öffnete ihren Mund und sprach den Namen: »Storm.«

Kleine Bläschen stiegen aus ihrem Mund und verfingen sich in ihren Haaren.

»Storm.« Ihr Herz brach, und sie spürte, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten, die direkt mit dem Wasser davonschwammen. Sie krümmte sich zusammen und flüsterte in den Raum zwischen ihren Knien.

»Mom.«

Sie vermisste ihre Wärme, ihre Nähe und ihre Liebe. Von all dem bekam man in Aventin nicht viel.

Nife hatte sich offenbar entschieden, sie zu retten. Er setzte seine Atemmaske auf und streckte seine Arme empor, um in die Blase hineinzutauchen, doch Rain brauchte keine Rettung. Sie riss sich aus ihrer Starre, schoss wie ein Pfeil durch das Wasser in die entgegengesetzte Richtung. Ihr Kopf brach durch die Oberfläche, und ihr Körper glitt aus der Kaltblase. Sie landete auf dem Boden, der aus grünen und blauen Mosaiken bestand, ebenso wie die hohen Wände und die Decke, welche die drei schwebenden Schwimmblasen umgaben.

Kaum war Rain auf dem Boden gelandet, fühlte sie sich schwer und träge, jetzt, wo die Schwerkraft wieder ganz auf ihren Körper wirkte. Sie wischte sich die wirren Strähnen aus dem Gesicht und eilte mit schnellen Schritten auf den Fahrstuhl zu, ohne sich noch einmal nach ihrem Leibwächter umzusehen. Sie wusste auch so, dass er ihr folgte. Das tat er immer. Nur dass er sich dieses Mal umsonst nass gemacht hatte.

Sie erreichte de

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen