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Die Wilden Küken - Mit Graffitipower! Die Wilden Küken Band 11 von Schmid, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.09.2016
  • Verlag: Dressler Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Die Wilden Küken - Mit Graffitipower!

Unerhört! Die coole neue Mitschülerin Fanny zieht Grottenolm Oles Aufmerksamkeit auf sich. Insgeheim ist zwar auch Lilly fasziniert von dieser lässigen Graffiti-Sprayerin, sieht allerdings ihre gewohnte Bandenwelt in Gefahr. Doch als plötzlich das Leben von Bandenhund Sneaker auf dem Spiel steht, sind die Streitigkeiten vergessen. Elfter Band der beliebten Kultserie 'Die Wilden Küken'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 26.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862720309
    Verlag: Dressler Verlag GmbH
    Serie: Die Wilden Küken Bd.11
    Größe: 5679kBytes
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Die Wilden Küken - Mit Graffitipower!

Lilli betrachtete die Fotos an der Wand des Wartezimmers. Niedliche Kätzchen, putzmuntere Wellensittiche, schnuckelige Hamster und süße Hundewelpen. Ihr eigener Hund war im Augenblick weder schnuckelig noch niedlich, kein bisschen süß und schon gar nicht putzmunter. Sneaker kauerte unter Lillis Stuhl und winselte ängstlich. Nicht etwa, weil er krank oder verletzt war, er sollte lediglich geimpft werden. Beruhigend tätschelte Lilli Sneakers Flanke und seufzte innerlich. Bei der letzten Impfung hatte er - angesichts der Spritze - vor lauter Panik um sich geschnappt und der Tierarzthelferin ein Loch in den Kittel gerissen. Inzwischen hatte der Sohn des damaligen Tierarztes die Praxis übernommen, aber die Helferin war noch die gleiche. Sneakers Maul lag auf Lillis Füßen. Die Riemchen ihrer Sandalen waren schon ganz vollgesabbert, als die Tierarzthelferin endlich den Kopf ins Wartezimmer steckte und Lilli aufforderte, ihr mit dem Hund zu folgen. Lilli zog an der Hundeleine. "Sneaker, jetzt sei nicht so ein Feigling! Es ist doch nur ein kleiner Pikser!" Mit einem entschuldigenden Blick zur Helferin ging Lilli vor Sneaker in die Hocke. Die Hühnerfeder, die sie als Bandenzeichen an einem Lederband um den Hals trug, baumelte vor Sneakers Schnauze. Lilli nahm seinen Kopf zwischen die Hände, sah ihm tief in seine treuen Hundeaugen und flüsterte: "Als unser Bandenhund bist du auch ein Wilde s Küken - und kein Angsthase!"

Sneaker kläffte und richtete sich auf.

"Am besten, du legst ihm den hier an!" Die Tierarzthelferin reichte ihr einen Maulkorb und machte damit Lillis Hoffnung zunichte, sie würde sich vielleicht gar nicht mehr an die letzte Begegnung erinnern.

Sneaker verdrehte die Augen und fletschte die Zähne, aber nachdem Lilli beruhigend ihr Gesicht an seinen Hals gedrückt hatte, ließ er sich den Maulkorb widerstandslos umschnallen.

Mit gestrecktem Arm und größtmöglichem Abstand zu Sneaker öffnete die Helferin die Tür zum Behandlungszimmer.

Der junge Doktor Lukas hatte keinen Kahlkopf und war nicht ganz so hager und drahtig wie der alte Tierarzt, trotzdem ähnelte er seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten.

Er schüttelte Lilli die Hand und fragte mit Blick auf den Maulkorb: "Braucht er den?"

Ohne eine Antwort abzuwarten, sah er Sneaker kurz prüfend in die Augen und löste den Maulkorb.

Unwillkürlich machte die Helferin einen Schritt zurück und hielt sich schützend die Hände vor den Bauch.

"Er hat Angst vor der Spritze", murmelte Lilli.

"Komm!" Doktor Lukas setzte sich auf den flauschigen Teppich unterm Fenster. "Mein Sonnenplatz." Er klopfte einladend neben sich. "Wir nehmen deinen Angsthasen in die Mitte."

Lilli verkürzte die Leine, bugsierte Sneaker zum Fenster und hockte sich dazu. Sneaker setzte sich auf die Hinterbeine, drehte argwöhnisch die Ohren nach vorne und ließ die Helferin, die eine nierenförmige Metallschale mit Spritze und Desinfektionsmittel vorbereitete, nicht aus den Augen. Bis Doktor Lukas ihm die Hand sanft auf den Nacken legte. Sneaker ließ es zu, streckte sich und schob den Kopf zwischen seine Vorderpfoten. "Du hast einen klugen Hund", wandte Doktor Lukas sich an Lilli und kraulte wie nebenbei Sneakers Hundefell, während er weiterredete. "Als Kind wollte ich auch immer so einen."

Das Licht fiel durch den losen Lamellenvorhang. Die Strahlen warfen helle Streifen auf Sneakers Fell und Lillis rotbraune Locken fühlten sich sonnenwarm an.

"Aber mein Vater meinte", fuhr Doktor Lukas fort, "dass er in der Praxis genug Tiere hätte, da bräuchten wir zu Hause nicht auch noch welche."

Die Helferin stellte die Nierenschale auf den Drehstuhl am Schreibtisch, schob ihn Richtung Fenster, wechselte einen kurzen Blick mit ihrem Chef und ging raus.

"Schöne Kette." Doktor Lukas deutete auf Lillis Bandenfeder.

Lilli musste unwillkürlich lächeln. Sie legte ihre Hand auf die Feder.

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