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Die wilden Kerle Level 2.0 2.02 Der flüsternde Riese von Masannek, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.06.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die wilden Kerle Level 2.0

Jetzt gehören die Wilden Kerle dazu. Zur Liga der Besten. Der 'Liga der Neun'. Sie haben die Wölfe von Ragnarök besiegt. Bald werden sie zum ersten Mal im 'Freestyle Soccer Contest' spielen. Die hinterhältigen Regeln kennen sie noch nicht, aber das ist ihnen egal. Im Spiel gegen die Wölfe haben sie aufgehört, Kinder zu sein. Glauben sie. Bis sie unerwartet auf Gegner treffen, die schon lange keine Kinder mehr sind. Und diese Gegner stellen sie auf eine harte Probe. Vielleicht die härteste aller Zeiten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 21.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838726700
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 16062kBytes
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Die wilden Kerle Level 2.0

EIN SIEG, DER INS WASSER FÄLLT

Der Teufelstopf war ein fußtiefer Sumpf. Ein Sumpf, wie er um Mordor liegt. Das Schwarze Land in Mittelerde, das niemand jemals betreten will. Dort, wo vor zwei Tagen noch Willis Wohnwagen stand, trieb der Müll auf dem Wasser. Die einstmals so stolzen Fußballtore neigten sich schon und drohten zu stürzen.

Ich sah zu Leon. Der stand schlammbeschmiert neben mir, und hinter und vor uns kämpften sich Raban und Maxi, Markus und Juli und Nerv aus dem Schlick. Auch sie sahen entgeistert auf den sumpfigen See, der bis vorgestern noch unser Bolzplatz gewesen war.

"Schlammmonster-gematschte Schweinigelei", beschwerte sich Nerv und hob seine mit Schlickfäden behangenen Arme. "Willi, wo bist du? Was soll dieser Mist?"

Da grinste mein Bruder, denn wir standen jetzt alle wie Schokoladeneismännchen da, die schon halb geschmolzen waren. "Ich denke, er wollte nicht so aussehen wie wir und hat sich deshalb vor dem Regen verkrochen."

"Ja, er ist bestimmt bei Hadschi ben Hadschi!", rief ich erleichtert, packte mein Fahrrad, und ein paar Minuten später rasten wir wieder durch die Stadt.

Wir jagten die Rosenkavaliersgasse hinauf und legten dort eine Vollbremsung hin, als wir den kleinen Obststand erreichten. Er stand neben dem Gully, und dieser einstmals nur uns bekannte Geheimeinstieg in Hadschi ben Hadschis Geheimerfinderwerkstatt klaffte jetzt offen im Asphalt.

"Was ist hier passiert?", rief ich meinem Bruder zu, doch der kletterte längst durch den Gully hinab.

"Kacke verdammte!", zischte der Slalomdribbler, da stand ich schon neben ihm im Schlafzimmer des Erfinders. Das Wasser reichte uns bis zu den Hüften, und in ihm trieben Hadschis bestickte Kissen zwischen den aufgedunsenen Matratzen herum.

"Was ist hier passiert?", rief ich und watete durch die offene Tür in die ebenfalls überflutete Werkstatt. Und auch hier schwammen Hadschis Schätze zwischen den umgestürzten Regalen.

"Leon?", rief ich und starrte zurück zur Schlafzimmertür, in der die anderen Kerle standen.

Raban reichte das Wasser über das Kinn, und er schwankte bedrohlich, denn auf seiner Schulter saß Nerv. Es schien mir, als sei während des Spiels gegen die Wölfe, während wir glaubten erwachsen zu werden, während wir aufhörten, Kinder zu sein, die Wilde-Kerle-Welt untergegangen: im Regen versunken.

"Ist Hadschi ertrunken?", fragte Nerv heiser. "Hadschi und Willi?"

"Oder sind sie geflohen?", fragte Raban, der Held. "Ja, das sieht ganz danach aus, als wären sie geflohen."

"Aber wovor?", fragte Markus und suchte den Blick seines besten Freundes. Doch Maxi hörte ihn nicht. Er stand abseits im Schlafzimmer hinter ihm und schaute durch die kreisrunde Gullyöffnung zum wolkenverhangenen Himmel empor.

Markus schnalzte nur mit der Zunge. Da standen wir alle nebeneinander in der Tür. Wir schauten mit Maxi und Markus durch das Loch in der Decke und sahen den Scheinwerferstrahl. Er traf auf die Wolken, die den Mond verdunkelten, und warf ein Logo auf das Sturmdunkelgrau. Ein altmodisches Logo, wie aus einer anderen Zeit. Aber wir erkannten es trotzdem. Wir erkannten das Auge und das grinsende Maul.

"Ich weiß, wo das herkommt!", rief Juli "Huckleberry" Fort Knox, hievte sich aus dem hüfthohen Wasser und stieg die Leiter zur Straße empor. "Wir müssen zum Schrottplatz!"

"Zum Schrottplatz? Wieso?", erschraken Raban und Maxi, denn der lag östlich der Steppe hinter dem Teufelstopf . Ja, und obwohl wir den Finsterwald 5 schon mehrmals durchquert hatten, war dieser darin liegende Schrottplatz doch eine Legende. Ein dunkles Tabu. Er war, wie die Nebelburg 6 , eine verbotene Zone, in die keiner von uns freiwillig ging. Wir wussten noch nicht einmal genau, wo er lag. Außer Juli natürlich. Deshalb hieß er doch Huck. Huckleberry genauer gesagt. U

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