text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Drei Küsse zum Dinner aus der Reihe Freche Mädchen - freche Bücher! von Both, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2011
  • Verlag: Planet Girl
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Drei Küsse zum Dinner

Nougatpralinen und Linzer Torte oder vielleicht doch lieber Lachs-Crêpe-Röllchen mit Meerrettichsahne? Womit könnte Romi wohl Pascals Herz erobern? Sie kocht für ihr Leben gern und natürlich auch für die Liebe. Aber wenn sich Pascal nicht allein mit gutem Essen ködern lässt, hilft vielleicht auch ein dreiwöchiges Fastencamp, um sich den Traumprinzen zu schnappen. Reihe 'Freche Mädchen - freche Bücher!' Sabine Both, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als freie Autorin in Neuss. Eine rabaukige Kindheit, eine rebellische Pubertät und ein paar turbulente Jahre als Sozialarbeiterin haben genügend Stoff für jede Menge frecher Bücher angehäuft. Wenn Sabine Both gerade nicht mit ihren Zwillingen spielt, beackert sie ihren Garten und kocht für ihre Freunde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 12.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783522651370
    Verlag: Planet Girl
    Größe: 693 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Drei Küsse zum Dinner

Mousse au Chocolat

Als ich wieder das Esszimmer betrete, geht ein Raunen durch den Raum. Mir gilt es nicht, denn von mir ist nicht viel zu sehen. Nicht die verschwitzt an der Stirn klebenden Haare. Nicht die dicken Schokoladenflecken auf der Schürze. Nicht mal das Strahlen, das auf meinem Gesicht liegt. Zu sehen ist nur ein grandioses Funkeln, weil ich kurz zuvor das Licht gelöscht habe und drei besonders lange Wunderkerzen um die Wette brennen.

So ist es mir am liebsten. Der Star des Abends soll, angekündigt von einem Thunfisch-Carpaccio mit Fenchelcreme und der herrlich knusprig gebratenen, innen leicht rosa belassenen Ente à la Romi, die Mousse au Chocolat sein. Wie in Sternenlicht getaucht, lasse ich sie auf meinen Händen in den Raum schweben, wo sie sofort ihren betörenden Duft verbreitet. Eine Ahnung von Mandeln, Zimt und etwas, das ganz sicher keiner am Tisch erschmecken kann. Meine Geheimzutat. So einfach und doch so schwer herauszufinden.

Ich kann mir das Rätselraten später schon vorstellen. Tante Louise wird wie immer auf etwas Orientalisches tippen und dafür von Onkel Mathias hochgezogene Augenbrauen ernten, weil Tante Louise dieses von ihm ungeteiltes Faible für alles Ägyptische hat, besonders für ägyptische Tauchlehrer. Oma und Opa werden es bei erstaunten Ohs und Ahs belassen. Und Papa wird schließlich auf den Tisch hauen, "Ich habs!" rufen und wie immer voll daneben liegen. Auch wenn sein Ehrgeiz der größte ist, Papas Zunge ist von allen die unbegabteste.

Durch die Wunderkerzenfunken hindurch lasse ich meine Augen über die erwartungsvollen Gesichter gleiten. Tante Louise bekommt eine ganz passable Sahnetorte hin, Onkel Mathias nennt sich selbst Grillkönig, weil er jedes Fleisch in ein und derselben Spezialgewürzmischung mariniert, Oma ist nicht schlecht im Einmachen von Gurken und Opa versteht sich auf das Brennen von Wacholderschnaps - den durfte ich allerdings noch nie probieren, weil ich für jede Art von Alkohol, wenn er nicht gerade einen Coq au Vin verfeinert oder für eine Zabaione unerlässlich ist, noch zu jung bin.

Aber alle Spezialitäten, auf die meine Verwandten sich verstehen, sind von Generation zu Generation weitergegebenen Rezepten zu verdanken. Aus dem Bauch heraus koche nur ich. Und darum enden meine Gedanken auch heute wieder bei dem Foto auf der Anrichte. Ich bin mir sicher, dass ich meine feine Zunge von der zierlichen blonden Frau mit der Wespentaille geerbt habe. Wenn schon sonst nichts, dann wenigstens das.

"Der Mann, der dich mal kriegt, der kann sich glücklich schätzen", sagt Papa zufrieden.

Tante Louise leckt den blitzblanken Löffel ab, als hinge noch ein Rest Aroma daran. "Wenn du das dem, wie heißt der noch, vorkochst, dann kriegst du bestimmt mehr Lohn!"

"Ich werde da keinen Lohn bekommen", erkläre ich Tante Louise. "Das wird ein Praktikum, da bekommt man kein Geld."

"Der, wie heißt der doch gleich", fügt Papa an, "nimmt normalerweise gar keine Praktikanten in seiner Küche. Er hat Romi nur deswegen angenommen, weil sie so ein tolles Bewerbungsschreiben, oder besser gesagt, so ein tolles Bewerbungspaket, geschickt hat."

"Was denn?"

"Sie hat ihm eine Auswahl ihrer besten kalten Speisen ins Restaurant gebracht", sagt Papa stolz. "Und der, der Dings, der hat tatsächlich probiert und war sehr angetan von dem jungen Talent!"

"Der Dings, wie heißt der noch mal, der heißt André Soubrié", werfe ich ein, "und sein Restaurant hat schon seit Jahren zwei Michelin-Sterne."

"Und was machste dann da?", fragt Onkel Mathias.

"Ich darf bei allem zusehen", erzähle ich und merke, wie ich vor lauter Vorfreude ganz heiße Wangen bekomme. "Und ich darf beiarbeiten, spülen, Gemüse schneiden, den Boden wischen."

"Und das willste freiwillig in deinen Ferien machen?" Onkel Mathias schüttelt verständnislos den Kopf.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen