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Drillingsküsse Wen lieb ich und wenn ja, wie viele? von Einwohlt, Ilona (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2015
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Drillingsküsse

Als sich Maja Knall auf Fall in einen wahnsinnig süßen Typen verliebt, ahnt sie nicht, auf was sie sich da eingelassen hat. Denn dieser Stewart ist ein Drilling! Wie findet sie jetzt nur heraus, welcher der drei Sunnyboys ihr den Kopf verdreht hat? Drei Dates zu vereinbaren wäre die eine Möglichkeit, Probeküssen die andere. Doch da hat Majas beste Freundin Carla eine wahnwitzige Idee ... Ilona Einwohlt ist ihren Lehrern schon als Schülerin mit etwas anderen Aufsätzen aufgefallen. Sie schreibt mit viel Liebe, Witz und Leidenschaft - und fällt mittlerweile mit erfolgreichen Büchern auf, nicht zuletzt deshalb, weil sie mit ihrem locker-einfühlsamen Ton über Themen schreibt, die Mädchen wirklich interessieren. Dass sie sich gerade in 'Mädchensachen' bestens auskennt, hat sie unter anderem in ihren Ratgeberromanen bewiesen. Der Bestseller 'Mein Pickel und ich' sowie die Folgebände sind inzwischen zur Pflichtlektüre in Sachen Pubertät geworden. Ilona Einwohlt, 1968 geboren, hat Germanistik und Romanistik studiert, bevor sie das Schreiben für sich entdeckt hat. Sie lebt mit ihrer Familie in Darmstadt. Foto © privat

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 29.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401804262
    Verlag: Arena Verlag
    Größe: 500 kBytes
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Drillingsküsse

In der Haut von diesem Möbelpacker möchte ich nicht stecken: Ist der doch, voll beladen mit zwei Kisten und Womis ollem Lampenschirm, gegen den heiß geliebten Louis-XIV-Spiegel gedonnert. Hundertsiebzig Quadratzentimeter Spiegelscherben liegen jetzt am Boden - und mindestens sieben Jahre Pech. Die lautstarken Verwünschungen meiner Oma verfolgen ihn bis in die Tiefen seines Umzuglasters, wo er mit hochrotem Kopf verzweifelt nach einem Kehrbesen sucht.

Aber die Arbeit kann der Typ sich sparen. Erstens wird er keinen seiner Füße jemals wieder in dieses Haus setzen und zweitens hocke längst ich über dem Scherbenberg, um zu retten, was noch zu retten ist.

Es war mein Spiegel.

Ich bin in diesem Spiegel aufgewachsen. Seit ich denken kann, hing er im Wohnzimmer meiner Oma. Schon als Baby habe ich mich gerne darin angesehen, bestaunt, wie sich die Arme und Beine auf der anderen Seite bewegen, wie perfekt die Zehen wackeln können und der Kopf sich zur Seite neigt. Habe ich gelacht, hat das Spiegelbild zurückgelacht, habe ich eine Grimasse gezogen, hat es ebenfalls skurrile Verrenkungen gemacht. Später dann, während meiner Prinzessinnen-Ballerina-Phase, habe ich in rosaroten Tutus vor diesem Spiegel meine Positionen geübt, bin auf Zehenspitzen balanciert, habe Pirouetten gedreht. Ich konnte mich gar nicht sattsehen an mir, die Haare kunstvoll hochgesteckt, die Arme anmutig zur Seite. "Kleine Spiegelprinzessin" hat mich Womi damals liebevoll genannt.

Ich war zu jener Zeit oft bei ihr, weil Mam wieder Vollzeit arbeiten ging und vielversprechende Aufstiegsmöglichkeiten hatte, die sie nicht ungenutzt lassen wollte. Und da mein Paps zu den Vätern gehört, die durch ihre Abwesenheit glänzen, war ich froh, dass sich wenigstens einer aus der Familie für mich und meine Ballettkünste interessierte.

Irgendwann hörte das mit den rosaroten Spitzengefühlen und den süßen Zöpfen auf. Mein Spiegel zeigte nicht mehr ein fröhlich kicherndes Mädchen, das die seltsamsten Zappeleien ausführte, sondern eine grimmig dreinblickende Pubertierende. Meine Arme und Beine waren lang und schlaksig, mein Mund schmal und verkniffen. Und meine Haare hingen wirr und lang und braun über meine kantigen Schultern, mir gefiel nicht mehr, was ich da im Spiegel sah. Mit dem Tanzen hatte ich aufgehört, mein Körper konnte einfach keine anmutigen Bewegungen mehr ausführen, in der Tanzschule wurde ich deshalb von den anderen Mädchen ausgelacht. Keine Lust mehr, die "Bohnenstange im Spitzenkleid" zu geben, meine "traumhafte" Karriere als Primaballerina samt Tanzschuhen habe ich damals tränenreich in einer richtigen Trauerzeremonie begraben. Stattdessen kramte ich aus Womis alter Truhe seidige Rüschenkleider hervor, probierte Perücken mit blonden Kringellocken oder pechschwarzen Zöpfen, spielte mit Uralt-Taschen und Perlenketten und verkleidete mich jeden Tag aufs Neue: mal als Maja, mal als Philine, mal als Dorothee, schließlich bin ich auf diese drei Vornamen getauft.

Bis heute weiß ich nicht, welcher von ihnen am besten zu mir passt. Stundenlang posierte ich vor dem Spiegel, spielte wahlweise auch White Lady, Hippie-Mädchen, Managerin oder Partygirl. Aber wohl fühlte ich mich in keiner Rolle, noch nicht einmal in der als Pippi Langstrumpf.

Überhaupt war alles plötzlich so kompliziert: Paps war oft tagelang fort, einfach weg, auf Tagungen, bei wichtigen Klienten, und wenn er dann mal zu Hause war, hatte er Streit mit meiner Mutter, die natürlich die Meinung vertrat, dass er sich ruhig mehr um mich kümmern könnte, sie hätte ja mit dem Haushalt und allem schon genug. Sie hatte es endlich geschafft und war zur Marketingleiterin Deutschland ihrer Tiefkühlkost-Firma ernannt worden, stand jedoch unter Dauerstress und hatte eigentlich immer entsprechend schlechte Laune.

Womi war inzwischen Mitglied in einem Best-Ager-Club gewor

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