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Du musst die Wahrheit sagen von Wahl, Mats (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.02.2011
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
8,99 €
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Du musst die Wahrheit sagen

In Toms Familie geht jeder seiner eigenen Wege. Die Mutter hält es nie lange an einem Ort, und die beiden Halbgeschwister Morgan und Annie sind für Tom beinahe Fremde. Ob der Umzug ins Haus der Großmutter endlich etwas Geborgenheit bringt? Toms Hoffnungen werden bitter enttäuscht. Immer noch muss er ständig mit den Gemeinheiten und tätlichen Angriffen seines Halbbruders Morgan rechnen. Außerdem unternimmt der neue Freund von Toms Mutter schmierige Annäherungsversuche bei Annie. Zur Sprache kommen die Probleme nicht - bis die Situation eskaliert. Das neue Jugendbuch des großen Autors aus Schweden wirft einen schonungslosen Blick auf das Erwachsenwerden in einer ichbezogenen Gesellschaft.

Mats Wahl, 1945 geboren, zählt zu den großen skandinavischen Jugendbuchautoren. Er hat über 40 Bücher veröffentlicht, darunter Romane für Kinder und Jugendliche, Theaterstücke, Drehbücher für Fernsehfilme und TV-Serien und pädagogische Fachbücher. Für sein Werk erhielt er neben zahlreichen anderen Preisen auch den Deutschen Jugendliteraturpreis. Bei Hanser erschienen u. a. Du musst die Wahrheit sagen (2011), Wie ein flammender Schrei (2014) sowie die ersten drei Bände der Sturmland-Saga: Sturmland - Die Reiter (2015), Sturmland - Die Kämpferin (2016) und Sturmland - Die Gesetzgeber (2016). Die vierte Band der Reihe, Sturmland - Die Lebendigen, folgte im Frühjahr 2017.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 07.02.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446237117
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Originaltitel: När det kommer en älskare
    Größe: 1196 kBytes
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Du musst die Wahrheit sagen

1 (S. 7-8)

Am gegenüberliegenden Seeufer verkehren die Pendelzüge nach Stockholm. Wenn der Wind von drüben kommt, kann man sie hören. In der hohen Hecke ist eine kleine Pforte, die fast völlig überwuchert ist, und zehn Meter davon entfernt ein größeres Tor mit zwei eisernen Flügeln, deren gelbe Farbe abgeblättert ist.

Annie stieg aus und öffnete die große Pforte, Mama fuhr hindurch und parkte auf dem Schotterplatz unter der riesigen Eiche. Der Rasen war lange nicht gemäht worden und sah aus wie ein Kornfeld, in dem der Hafer durch den letzten Regenguss platt gedrückt worden war. Die Apfelbäume trugen schon Früchte, und am See standen die Erlen mit ihren glänzenden Blättern. Man sah den Steg und das an Land gezogene Ruderboot, das an eine der Erlen gekettet war. Alles sah ungefähr so aus, wie ich es in Erinnerung hatte.

"Sie sind noch nicht da", stellte Mama fest und stieg ebenfalls aus. Sie knallte die Autotür zu und warf einen Blick auf ihre Armbanduhr.Annie war schon unten auf dem Steg. Morgan öffnete den Kofferraum und nahm den Ball heraus. Als Mama und ich auf die Haustür zugingen, hatte Morgan schon mit dem Gekicke angefangen. Er hielt den Ball abwechselnd mit dem linken und rechten Fuß in der Luft, schoss ihn nach oben, fing ihn mit dem Rücken auf, ließ ihn zwischen den Schulterblättern zum Kopf rollen und über den Rücken zurückwandern.Mama hatte Schwierigkeiten mit dem Türschloss.Während sie daran herumfummelte, kam eine Katze über den Schotter spaziert.

Sie war groß und grau gestreift und rieb sich an meinen Beinen.In dem Augenblick, als es Mama gelang, die Tür zu öffnen, schoss Morgan und traf mich in den Rücken. Es war ein harter Treffer, und mir blieb die Luft weg, ich sagte jedoch nichts. Die Katze verschwand, als wäre sie getroffen worden.

"Schlaf nicht im Stehen ein!", rief Morgan. "So wird nie ein Spieler aus dir."Im März waren wir zur Beerdigung hier gewesen. Da waren noch alle Räume, außer der Küche, mit Linoleum ausgelegt gewesen. In der Küche hatte Großmutter es entfernen und die Holzdielen abschleifen lassen. Jetzt waren die Böden in allen Zimmern mit Öl eingelassen. Die dunklen Tapeten waren abgerissen, der Vorraum war schon neu tapeziert, weiß mit dünnen grauen Streifen. Die Decke war weiß gestrichen, und die Ausdünstungen von Tapetenkleister und Farben mischten sich mit dem Öl zu einem betäubenden Geruch."Montag sind die Böden eingelassen worden", sagte Mama.

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